Rein "zufällig" sechs Afrikaner geschleust

Rosenheim/Bad Aibling – Für den 60-Jährigen waren die Umstände der Autofahrt lediglich "Zufall". Die Bundespolizei hat das anders gesehen und ihn direkt an der A8 festgenommen.

Für den 60-Jährigen waren die Umstände dieser Autofahrt lediglich Zufall. Die Rosenheimer Bundespolizei hat das anders gesehen und den Deutschen am Donnerstag, 15. August, an der A8 festgenommen. Sein Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro stellten die Beamten sicher. Auch für die sechs afrikanischen Mitfahrer war die Reise beendet.

Nahe der Anschlussstelle Bad Aibling zogen die Fahnder einen Pkw mit insgesamt sieben Insassen aus dem Verkehr. Der Fahrer, ein deutscher Staatsbürger eritreischer Abstammung, konnte sich ordnungsgemäß ausweisen. Seine sechs Begleiter hingegen hatten keine Papiere dabei. Sie wurden wegen des Verdachts der illegalen Einreise in Gewahrsam genommen. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um Eritreer im Alter zwischen 21 und 33 Jahren. Die Männer schilderten, dass sie für ihre Flucht über Libyen bis Italien zunächst jeweils zwischen 1.000 und 2.000 Dollar an eine Schleuserorganisation gezahlt hätten. Die anschließende Etappe von Italien nach Deutschland kostete zusätzlich pro Person etwa 700 Euro. Der Deutsche erklärte, dass er die Männer ganz zufällig in Mailand getroffen hätte. So habe sich die gemeinsame Fahrt in die Bundesrepublik dann eben auch rein zufällig ergeben.

Die rund 3.500 Euro, die er dabei hatte, stellten die Bundespolizisten sicher. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei um einen Teil des Schleuserlohns. Der mutmaßliche Schlepper wurde in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert. Am Freitag ordnete das Rosenheimer Amtsgericht die Untersuchungshaft an. Die sechs geschleusten Männer wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in München zugeleitet.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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