Bundespolizei hebt Schleuserbande aus

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In dieser Sperrholzkiste entdeckten die Fahnder im Dezember 2011 die Geschleusten.

Bad Aibling/A8 - Am Donnerstagmorgen haben Bundespolizisten die Köpfe einer internationalen Schleuserbande gefasst. Ein auf der A8 gefasster Fahrer war geständig.

Der Bundespolizei ist in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein ein erfolgreicher Schlag gegen eine international agierende Schleuserbande gelungen. In den frühen Morgenstunden des gestrigen Donnerstags (26. April) durchsuchten Beamte der Bundespolizei drei Wohnungen im norddeutschen Raum und vollstreckten Haftbefehle gegen drei dort ansässige, führende Köpfe einer irakischen Schlepperorganisation. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Anfang Dezember 2011 an der A8 auf Höhe Bad Aibling vereitelte Einschleusung.

Fahnder der Rosenheimer Bundespolizei entdeckten damals bei einer Kontrolle vier Iraker, die in einer Holzkiste im Laderaum eines Kleintransporters eng eingepfercht saßen. Nach eigenen Angaben waren die Männer über einen Zeitraum von zwei Tagen in der aus Sperrholz gezimmerten und mit Hausrat bedeckten Kiste versteckt. Für diesen unmenschlichen Transport hatten sie vorab mehrere tausend Euro bezahlt.

Aufgrund der Aussagen der im Zuge dieser Tat festgenommenen und seither in Untersuchungshaft sitzenden Schleuserfahrer nahmen die Ermittler der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München die Spur zu den Hintermännern der Organisation auf. Nach vier Monaten intensiver Ermittlungen und verdeckten Maßnahmen hatten sie genügend Beweise zusammengetragen, um dem illegalen Treiben der Bande ein Ende zu setzen. Die Ermittler erwirkten Haftbefehle gegen den 35-jährigen Hauptorganisator, seinen 46-jährigen engen Vertrauten und dessen 27-jährigen Sohn, alle Iraker, und nahmen sie im Zuge der gestrigen Durchsuchungsmaßnahmen fest.

Den dreien wird vorgeworfen, in mehreren Fällen Schleusungen von Landsleuten nach Deutschland organisiert und durchgeführt zu haben. Zuletzt gelang es ihnen, im Auftrag eines in Deutschland lebenden Irakers dessen siebenköpfige Familie illegal über Griechenland ins Bundesgebiet zu bringen. Hierzu beschafften sie unter Zuhilfenahme weiterer, im Irak und in Griechenland sitzenden Komplizen den Familienmitgliedern gefälschte Pässe und Schiffs- bzw. Flugtickets. Ihre Dienste ließen sie sich dabei von ihrem Auftraggeber gut bezahlen: Nach Erkenntnissen der Bundespolizei kassierten sie etwa 7.500 Euro pro Kopf.

Zum Ausgeben ihres Geldes werden die Schleuser vorerst jedoch wenig Zeit haben. Die Bundespolizei hat das Trio unmittelbar nach der Festnahme per Hubschrauber nach Rosenheim gebracht, um sie von den Ermittlern vernehmen zu lassen und dem Haftrichter am Amtsgericht Traunstein vorzuführen.

Der den drei Männern zur Last gelegte Tatbestand der wiederholten banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern kann laut Gesetz mit Freiheitsstrafen bis zu 10 Jahren bestraft werden.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München

Quelle: rosenheim24.de

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