Drogen, Betrug und Menschenschleuser

+

Rosenheim - Das sind die Einsatzbereiche der Schleierfahndung Rosenheim. Im Jahr 2009 hatten die Beamten der Einsatzgruppe wieder große Erfolge zu verbuchen. Über 2500 Straftaten konnten aufgedeckt werden.

Auch im elften Jahr ihres Bestehens gelangen den Fahndern der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim zusammen mit der nachgeordneten Polizeistation Fahndung Kreuth erneut herausragende Erfolge bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.

Insgesamt wurden 2778 Straftaten aufgedeckt, die teils von den zuständigen Gerichten mit erheblichen Haft- und Geldstrafen geahndet wurden. Erneut stellte die Einschleusung von zumeist irakischen Staatsangehörigen einen Fahndungsschwerpunkt dar.

Menschen-Schleuser

Die vorläufig festgenommenen 127 Schleuser hatten 574 illegale Personen eingeschleust. Die abschließenden Ermittlungen führte die Bundespolizeiinspektion Rosenheim. Besonders dreist zeigte sich ein 26-jähriger Iraker mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein.

In der Nacht des 7.07.2009 gegen drei Uhr nahm eine Fahndungsstreife auf der Staatsstraße zwischen Windshausen und Nussdorf einen Pkw Alfa Romeo mit Münchner Kennzeichen auf. Diesem folgte offensichtlich ein Audi A 3 mit italienischer Zulassung. Im Zuge der Kontrolle beider Fahrzeuge gelang dem Alfa Romeo die Flucht. Im Audi befanden sich vier illegale Iraker. In der folgenden Nacht gegen 4.30 Uhr stellten die Fahnder erneut den Alfa Romeo auf der Inntalautobahn Richtung Rosenheim fest, dem ein Mietkastenwagen mit Münchener Kennzeichen folgte. Diesmal gelang die Festnahme des Fahrers. Letztlich wurden ihm sieben Fälle von gewerbsmäßiger Einschleusung nachgewiesen. Im Sprinter befanden sich elf Iraker ohne Ausweise. Als Schleuserlohn müssen die Illegalen nach wie vor Summen bis 10.000 Euro bezahlen!

Drogenschmuggel

Bei 258 aufgedeckten Rauschgiftdelikten konnten 190 kg Drogen im Gesamtwert von 9,5 Mio. sichergestellt werden. Aus den 20 Großaufgriffen ragen die Sicherstellung von 62,5 kg Heroin und 72 kg Kokain heraus.

Lesen Sie auch:

Am 12.08.2009 um 23 Uhr bewiesen die Fahnder bei der Anhaltung eines Pkw Skoda Oktavia mit bulgarischer Zulassung auf der Überleitung der A 93 in die A 8 sprichwörtlich die richtige Nase. Im Kofferraum des 32-jährigen Bulgaren befand sich ein professionelles Versteck mit 125 Päckchen Heroin im Gesamtgewicht von 62,5 kg. Der junge Mann wurde zwischenzeitlich zu 12 Jahren Haft verurteilt.

Ein 50-jähriger Italiener aus Neapel hatte in seinem Pkw Renault bei der Kontrolle am 15.11.2009 gegen Mittag auf der A 8 Fahrtrichtung Tirol in zwei bauartbedingten Hohlräumen 72 kg Kokain versteckt. Dabei handelte es sich um die größte Kokainsicherstellung seit 15 Jahren in Bayern. Ihn dürfte eine ähnlich hohe Haftstrafe erwarten.

Die Echtheit von Dokumenten ist für die Identitätsüberprüfung von elementarer Wichtigkeit. Dementsprechend sind die Fahnder auf diesem Gebiet stets aktuell geschult. Bei den 861 festgestellten Fälschungen handelt es sich um 176 Reisedokumente, 210 Führerscheine aus nahezu der ganzen Welt, 63 Visa und Aufenthaltserlaubnisse, 79 Zulassungsscheine. Der Rest verteilt sich auf Geldscheine und Kreditkarten, Passkontrollstempel und Geburturkunden.

Ein Beispiel für die Vielzahl der Gründe, warum gefälschte Dokumente verwendet werden, zeigt sich bei der vorläufigen Festnahme eines 43-jährigen Bosniers. Er legte bei der Kontrolle einen durch Lichtbildwechselung gefälschten serbischen Reisepass vor, in dem sich eine gefälschte deutsche Aufenthaltserlaubnis befand. In seinem Reisegepäck hatte er zudem noch einen gefälschten dänischen Reisepass und einen Führerschein mit seinem Lichtbild versteckt. Letztlich ergab die Überprüfung der Fingerabdrücke beim Bundeskriminalamt, dass er mit seiner wahren Identität von der Staatsanwaltschaft Stuttgart zur Verbüßung einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren gesucht wurde.

Autoschieber

Besonders erfolgreich waren die Fahnder erneut bei der Bekämpfung der Kfz-Verschiebung. Von den 101 ermittelten europaweit gestohlenen Fahrzeugen, konnten 71 sofort sichergestellt werden. Die zumeist hochwertigen Pkw waren teils auf andere Daten umfrisiert, einige waren erst kurz vorher entwendet worden. Teilweise hatten die Besitzer zum Zeitpunkt der Sicherstellung den Diebstahl noch gar nicht bemerkt. Neben Pkw vornehmlich der deutschen Hersteller DB, VW, Audi und BMW wurden eine Sattelzugmaschine, ein in England entwendeter Bagger sowie mehrere Motor- und Fahrräder sowie ein neuwertiger in Schweden gestohlener Wohnwagen sichergestellt.

Besonders spektakulär war der Fund von 577.000 Euro, die sich im Pkw eines jungen Rumänen in vielen Verstecken befanden. Da die Vermutung nahe lag, dass er das Geld aus Drogengeschäften in Holland erlangt hatte, wurden die weiteren Ermittlungen vom Zollfahndungsamt Nürnberg wegen Geldwäsche geführt.

Zudem gelangen auch Aufsehenerregende Erfolge auf dem Eigentumssektor. Im Oktober stoppten die Fahnder einen Peugeot mit ungarischem Kennzeichen. Die vier jungen Ungarn hatten in mehreren süddeutschen Baumärkten Heimwerkerequipment aller Art zusammengeklautund befanden sich auf dem Heimweg. Neben hochwertigen Akkuschraubern und Bohrhämmern wurden 60 Kettensägeschwerter der Marke Stihl sichergestellt.

Zu einer filmreifen Verfolgungsfahrt kam es im Dezember. Während der Flucht eines Ford Mondeo auf der A 93 Richtung Rosenheim flogen eine Vielzahl von Gegenständen aus dem Fahrzeug. Die Flucht konnte letztlich auf der A 8 bei Siegsdorf beendet werden. Die Gegenstände stammten allesamt aus mehreren Einbrüchen in Einfamilienhäuser in Tirol. Die drei jungen Polen wurden nach Tirol zur Verfolgung der Straftaten ausgeliefert. Ein weiterer gravierender Fall konnte im Zuge einer Nacheile eines flüchtigen Ford Focus durch die Tiroler Polizei bei Wiesing aufgeklärt werden. Die beiden festgenommenen Italiener hatten tags zuvor bei einem Überfall auf eine Goldscheideanstalt in Baden-Württemberg Goldscheidegut im Werte von 200.000 Euro erbeutet. Der Fahrer war zudem in Deutschland mit sechs Haftbefehlen gesucht.

Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Polizei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser