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Sicherheitslage 2020 im Dienstbereich der Polizei Wasserburg

Positive Bilanz: Knapp 75 Prozent aller Straftaten konnten 2020 aufgeklärt werden

Ein detaillierter Bericht der Polizei über die Kriminalitätsentwicklung und die Verkehrslage in Wasserburg im Jahr 2020 zeigt, dass fast 75 Prozent der Straftaten aufgeklärt werden konnten.

Pressebericht im Wortlaut:

Wasserburg - Die Polizei Wasserburg verschickte in den letzten Tagen an die Bürgermeister der Stadt Wasserburg sowie der elf weiteren Gemeinden des Dienstbereiches den Sicherheitsbericht 2020 und informierte darin über die Kriminalitätsentwicklung und Verkehrslage des vergangenen Jahres.

Mit den Gemeinden Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramberg, Rott am Inn, Schonstett, Soyen und der Stadt Wasserburg betreut die Polizei Wasserburg rund 46.000 Einwohner auf 321 Quadratkilometer Dienstbereichsfläche. Zur Anzahl der Bürger kommen noch ca. 42.000 zugelassene Fahrzeuge im Dienstbereich.

Kriminalitätsentwicklung der letzten fünf Jahre

Kriminalitätsentwicklung

Im Jahr 2020 wurden im Dienstbereich der Polizei Wasserburg insgesamt 1.390 Straftaten (2019: 1.279) in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 111 Straftaten bzw. 8,7%.                       

Die Aufklärungsquote war mit 74,6% (Vorjahr 75%) nach wie vor auf gleich hohem Niveau. Somit wurden von den 1.390 Straftaten 1.037 aufgeklärt. Als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung dient die Häufigkeitszahl, die im Dienstbereich der Polizei Wasserburg bei einem Wert von 3.027 pro 100.000 Einwohner (2019: 2.800) lag.

Entwicklung in den Deliktsgruppen mit Aufklärungsquoten

2020 wurden 818 Tatverdächtige (2019: 739) ermittelt. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 204 bzw. 24,9% (2019: 33,7%). Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen lag zusammen bei 152 bzw. rund 18,6%. (2019: 137 bzw. 18,5%). Somit liegt der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen bei 81,4% (666 Personen).

Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Diebstähle insgesamt um 3,5% leicht zurückgegangen (2020: 249 - 2019: 258). Sonstige einfache Diebstähle nahmen um 8% zu (2020: 175 - 2019: 162), während schwere Diebstähle hingegen um 22,9% abnahmen. (2020: 74 - 2019: 96). In dieses Segment fallen unter anderem die schweren Diebstähle aus Diensträumen und Werkstätten, die mit sieben Fällen um drei Taten zum Vorjahr zurückgingen.

Der Wohnungseinbruchsdiebstahl hat sich 2020 ebenfalls erfreulich entwickelt. Wenngleich jeder Einbruch in den privaten Wohnbereich ein Einbruch zu viel ist, kann ein Rückgang um 47,7% (2020: 10 - 2019: 19) verzeichnet werden. Beim schweren Diebstahl aus Kellern oder Speichern gab es nur fünf Fälle, ein Rückgang um sechs Fälle zum Vorjahr.

Bei den Diebstählen sind jedoch Zunahmen beim Fahrraddiebstahl um zwölf Fälle (2020: 30 - 2019: 18), Diebstahl von Kraftwagen (2020: 7 - 2019: 3), Diebstahl von Motorrädern oder Mopeds (2020: 2 - 2019: 1) und Ladendiebstählen (2020: 24 - 2019: 17) zu vermerken.

Die sogenannten Rohheitsdelikte, die neben den klassischen Gewaltdelikten wie Körperverletzung auch Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wie Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nachstellung (Stalking) beinhalten, haben 2020 um 10% zugenommen (2020: 329 - 2019: 299). Die einfache Körperverletzung ging dabei mit 161 Taten geringfügig um drei zurück (-1,8%). Bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung ist jedoch eine Zunahme von 14 Fällen auf 60 Taten (46 im Vorjahr) zu melden; eine Steigerung um 30,4%. 

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen von 25 auf 39 Anzeigen (+56%) zu. Der Schwerpunkt lag dabei bei der Verbreitung pornografischer Schriften mit 18 Taten zu drei im Vorjahr. Es konnten alle Sexualstraftaten aufgeklärt werden.

2020 stiegen Sachbeschädigungen insgesamt um 17,9% (2020: 165 - 2019: 140). Es musste dabei eine Zunahme von Sachbeschädigungen an Kfz von 50 auf 56 Anzeigen (+12%) verzeichnet werden.

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen von 210 auf 221 Fälle erneut an (+5,2%). Der sogenannte Waren- und Warenkreditbetrug, der hauptsächlich im Online-Handel bzw. auch bei Online-Auktionsportalen zum Tragen kommt, nahm um 22 Anzeigen (61 zu 39 Taten im Vorjahr, +56,4%) zu. Es muss jedoch dabei berücksichtigt werden, dass hierbei die aus dem Ausland verübten Taten nicht in der Inlandsstatistik erfasst sind

Die Rauschgiftkriminalität hat mit 121 Fällen zu 80 im Vorjahr um 51,3% zugenommen. Mit erfolgreichen Kontrollen und Ermittlungsverfahren konnte damit das sogenannte Dunkelfeld weiter aufgehellt werden.

2020 gab es 29 sogenannte Widerstände und tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte. Im Vorjahr waren es noch 26 Delikte (+11,5%).

Der Gesamtschaden aller Delikte belief sich im Jahr 2020 auf 965.443 €. Im Vorjahr betrug die Schadenssumme 952.852 €. 

Verkehrslage

Im Jahr 2020 ereigneten sich im Dienstbereich der Polizei Wasserburg 1.264 Verkehrsunfälle (2019: 1372). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 108 Unfälle bzw. 8%. Eine Person wurde dabei getötet (2019: 3) und 241 verletzt (2019: 258). In der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sind 484 sogenannte Wildunfälle (Unfälle mit Wildtieren) beinhaltet. 181 Verkehrsunfälle wurden wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (2019: 212) erfasst.

Als Hauptunfallursachen wurden „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren“ verzeichnet. Bei den Unfällen mit schweren Folgen ist immer noch der Konsum von Alkohol und berauschender Mittel eine sehr häufige Ursache. Von 66 festgestellten Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss endeten im Jahr 2020 29 mit einem Unfall. 37 Fahrten wurden durch Kontrollen rechtzeitig beendet, zwei konnten noch vor Fahrantritt unterbunden werden.

Unfallentwicklung 2020 im Vergleich zum Vorjahr
 Gesamtunfallzahlen der letzten sechs Jahre

Pressebericht der Polizeiinspektion Wasserburg

Rubriklistenbild: © dpa

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