Bei Eiseskälte sich selbst überlassen

Rosenheim - Eine Irakerin und drei Kinder sind von einem Unbekannten nach Rosenheim geschleust worden. Dort setzte sie ihr Schleuser bei Eiseskälte einfach aus.

Die Bundespolizei hat am Sonntag im Rosenheimer Stadtgebiet eine Frau aus dem Irak mit drei Kindern angetroffen. Ein Passant war auf die vier Personen aufmerksam geworden und hatte die Bundespolizei verständigt. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Schleusungsfall. Mitten in der Nacht trafen die verständigten Bundespolizisten die Gruppe in der Salinstraße an. Weder die Erwachsene noch die Minderjährigen hatten Papiere dabei. Die 36-Jährige gab an, dass zwei der Kinder, zehn und sechs Jahre alt, ihre eigenen wären. Das dritte Kind im Alter von sechs Jahren hätte sie während der Schleusung von Griechenland aus begleitet, sei aber nicht mit ihnen verwandt. Einen Teil der Reise mussten sie auf der Ladefläche eines Kastenwagens zubringen. Die letzte Etappe bis Rosenheim legten sie mit dem Zug zurück.

Offenbar war den Schleusern deren Schicksal egal, denn nach Ankunft in Rosenheim blieben sie bei Eiseskälte bis zum Eintreffen der Bundespolizei sich selbst überlassen. Die Bundespolizisten nahmen die vier mit zur Dienststelle. Inzwischen konnte die irakische Staatsangehörige mit ihrer Tochter und ihrem Sohn einer Aufnahmeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet werden. Der Obhut des Jugendamts wurde der Junge, der ohne eigene Verwandte unterwegs war, anvertraut. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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