Drei Jahre Haft statt Besuch bei Töchtern

Bad Feilnbach - Ein heute 62-jähriger Italiener erhielt vor 20 Jahren wegen Rauschgifthandels Einreiseverbot nach Deutschland. Doch sein Drang Töchter und Enkel zu besuchen war zu groß:

Ein heute 62-jähriger Italienier war vor 20 Jahren dick im Rauschgiftgeschäft verwickelt - in Deutschland. Er wurde überführt und erhielt sechs Jahre Haft. Nach Absitzen der ersten Hälfte bot ihm die Justiz an, ihn in sein Heimatland abzuschieben. Aber nur, wenn er sich verpflichtet, nie mehr deutschen Boden zu betreten. Ansonsten müsse er die Reststrafe ansitzen.

Da er zwei Töchter in München und im Ruhrpott hat und seine Enkelkinder noch nie sah, fragte er bei der zuständigen Staatsanwaltschaft an, ob nach zwischenzeitlich 15 Jahren immer noch das Einreiseverbot gelte. Die eindeutige Antwort: „Betreten Sie Deutschland und werden erwischt, werden Sie festgenommen und für drei Jahre in die nächste Justizvollzuganstalt gebracht.“

Sein Drang, die Familie zu besuchen, erwies sich als so stark, dass er sich einen totalgefälschten italienischen Ausweis besorgte, in den er die Personalien seines Bruders eintragen ließ. Damit hoffte er, bei einer möglichen Polizeikontrolle das deutsche Fahndungssystem unterlaufen zu können.

Und diese Kontrolle ereilte den leichtsinnigen Italiener auf der Autobahn bei Bad Feilnbach. Sofort erkannten die Fahndungsspezialisten der Polizei (Fahndung Rosenheim), dass sie mit einem Falsifikat getäuscht werden sollten. Die erkennungsdienstliche Behandlung führte schnell zu seiner wahren Identität und den ausstehenden Haftbefehl. Stunden später schlossen sich für drei Jahre die Gefängnistore hinter ihm. Die Frage der Polizisten, warum er sich nicht einfach von seinen Töchtern und Enkeln im „sicheren“ Italien besuchen ließ, wollte er nicht beantworten.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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