Flugzeugabsturz mit einem Toten

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Warngau - Der Oldtimer-Flugtag auf dem Flugplatz in Warngau wurde von einem tragischen Unglücksfall überschattet. Bei einer Flugvorführung kam ein Pilot ums Leben.

Zwei Hochleistungskunstflugzeuge berührten sich bei einer Flugvorführung, worauf eine Maschine in eine angrenzende Wiese in der Nähe des Bahnhofs abstürzte und in Brand geriet. Der 47-jährige Pilot kam hierbei ums Leben. Die zweite Maschine konnte notlanden. Der 43-jährige Pilot erlitt einen Schock. Zwei Passanten erlitten sturz- bzw. schockbedingt leichte Verletzungen und mussten ebenfalls ärztlich versorgt werden. Sofort nach dem Flugunfall wurde die Veranstaltung abgebrochen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Flugveranstaltung mit rund 6.000 Zuschauern gut besucht. Die beiden tangierten Maschinen waren im Rahmen einer Kunstflugvorführung alleine in der Luft. Aus noch ungeklärter Ursache berührten sich die einmotorigen und einsitzigen Hochleistungskunstflugzeuge des Typs HF Extra 300 LP in mehreren hundert Meter Höhe.

Ein Flugzeug stürzte daraufhin rund einen Kilometer vom Flughafen entfernt und in unmittelbarer Nähe der Bahnlinie Holzkirchen-Schaftlach, in Bahnhofsnähe, in eine Wiese und ging sofort in Flammen auf. Feuerwehr, Rettungsdienst und Beamte der örtlich zuständigen Polizeiinspektion Holzkirchen waren zum Zeitpunkt des Unglücks zur Betreuung der Veranstaltung bereits vor Ort und haben sofort die Rettungsmaßnahmen eingeleitet sowie weitere Kräfte angefordert.

Für den 47-jährigen Piloten aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen kam jede Hilfe zu spät. Dem Piloten der zweiten Maschine gelang es trotz massiver Beschädigung des Propellers beizudrehen und am Flugplatz notzulanden. Der 43–jährige Pilot, aus dem Landkreis Dillingen, erlitt einen Schock. Er wurde ärztlicher Versorgung zugeführt.

Zuschauer wurden von Flugzeugteilen nicht getroffen. Ein 26-jähriger aus Bad Wiessee flüchtete aus dem Gefahrenbereich und erlitt sturzbedingt eine Schulterverletzung. Er wurde ambulant im Kreiskrankenhaus Agatharied behandelt. Eine weitere Passantin und ein Kind mussten von anwesenden Rettungsdiensten und dem ebenfalls vor Ort befindlichen Kriseninterventionsteam schockbedingt versorgt werden. Die Flugunfallermittlungen am Unglücksort übernahm die Kripo Miesbach. Der zuständige Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft München II war bei den Ermittlungen vor Ort. Sachverständige der Flugunfalluntersuchungsstelle des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig werden noch heute an der Unglücksstelle erwartet. Die Untersuchungen dürften einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die eingleisige Bahnlinie Holzkirchen-Schaftlach war im Rahmen der Unfallaufnahme für mehrere Stunden gesperrt. Die Bundespolizei übernahm die diesbezüglichen Maßnahmen. Bei Tagesanbruch am Sonntag werden die Untersuchungen an der Unglücksstelle fortgeführt. Beamte des Vermessungsamtes Miesbach werden hierbei die Ermittlungsbehörden unterstützen. Das für Sonntag vorgesehene Flugprogramm wurde vom Veranstalter abgesagt. Das örtliche Kriseninterventionsteam bietet allen Besuchern des Flugtages und Zeugen des Unfalles ein Beratungsgespräch an. Interessenten möchten sich bis Sonntag unter der Telefonnummer 0175 / 198 97 87 wenden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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