A8: Großschleusung vereitelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf der Autobahn Rosenheim – München stoppten Zivilfahnder zwei mutmaßliche Schleuser. In ihren Fahrzeugen transportierten sie 13 Afghanen. Die Geschleusten, darunter Kinder und Jugendliche, mussten zum Teil im Kofferraum kauern. Ausschlaggebend für den Fahndungserfolg war die deutsch-norwegische Polizeizusammenarbeit. Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt.

Rosenheim - Ein erfolgreicher Schlag gegen Schleuser gelang der Bundespolizei am Montag. Ihnen boten sich unmenschliche Bilder:

Schleierfahnder haben am 7. November auf der A8 von Rosenheim Richtung München die Einschleusung von 13 afghanischen Staatsangehörigen vereitelt – viele von ihnen waren noch Kinder.

Die Umstände ihres illegalen Transports stellten sich den Beamten als unmenschlich und gefährlich dar. Gegen die beiden mutmaßlichen Schleuser ermittelt die Bundespolizei in Rosenheim.
Ausschlaggebend für den Fahndungserfolg war eine Information der norwegischen Polizeibehörden über zwei Norweger afghanischer Herkunft, die im Verdacht standen, Personen von Italien nach Skandinavien zu schleusen. Dieser Information gingen die Beamten im Gemeinsamen Zentrum der deutsch-dänischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Padborg (Dänemark) weiter nach. Nach einigen Recherchen konnten sie die Namen und relevante Fahrzeuge ermitteln. Daraufhin leitete die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) die Fahndungsmaßnahmen ein. Am Montag folgten dann die Festnahmen der Polizei.
Ein Fahrzeug mit norwegischer Zulassung zogen die Zivilfahnder aus Kreuth am Parkplatz Irschenberg aus dem Verkehr. Der Fahrer, ein Norweger afghanischer Herkunft, beförderte mit seinem Kombi sechs Afghanen, die sich nicht ausweisen konnten. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um einen 28-jährigen Erwachsenen und fünf Minderjährige im Alter von 16 bis 13 Jahren. Da nicht alle auf den vorhandnen Sitzmöglichkeiten Platz gefunden hatten, mussten sich zwei der unerlaubt Eingereisten in den Kofferraum des Wagens zwängen.
Das gleiche Bild zeigte sich kurze Zeit später wenige Kilometer entfernt. Auf Höhe der Ortschaft Wasserwiesen stoppten die Raublinger Fahnder ein Auto mit norwegischem Kennzeichen. Der Fahrzeugführer, ein Afghane mit einer für Norwegen gültigen Aufenthaltserlaubnis, beförderte einen 16-jährigen Jugendlichen und sechs Kinder, die zwischen 11 und 13 Jahren alt waren. Auch sie stammten aus Afghanistan und hatten keine Reisepapiere dabei. Drei von ihnen fanden nur noch im Kofferraum Platz.
Laut Rosenheimer Bundespolizei hängen die beiden Fälle eng zusammen, so dass es sich um eine Großschleusung mit zwei Transportfahrzeugen handeln dürfte. Nach ersten Erkenntnissen hatten Verwandte der Geschleusten umgerechnet jeweils tausende von Euro für die wochenlange Odyssee über den Iran und Griechenland gezahlt. Einige der Minderjährigen mussten bis zu zwölf Stunden am Stück im Kofferraum zubringen.
Die Kinder wurden der Obhut verschiedener Jugendämter, die anderen Flüchtlinge einer Münchner Aufnahmeeinrichtung anvertraut. Die zwei Fahrer mussten am Dienstag auf Anordnung der Ermittlungsrichter in Rosenheim und in München die Untersuchungshaft antreten. Gegen den 26- und den 27-Jährigen sowie die unbekannten Drahtzieher des kriminellen Transports ermittelt die Bundespolizeiinspektion Rosenheim wegen Einschleusens von Ausländern.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim


 
 

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser