Bundespolizei im Kampf gegen Schleuser

Irschenberg/Rosenheim – Die Bundespolizei hat am Wochenende im deutsch-österreichischen Grenzgebiet rund 40 unerlaubt eingereiste Personen in Gewahrsam genommen.

Allein bei der Kontrolle eines Reisebusses auf der A 8 stellten die Beamten sechs Afrikaner fest, die keine Papiere hatten. In einem anderen Fall hielten Raublinger Schleierfahnder ebenfalls auf der A 8 fünf Türken an, die nach ersten Erkenntnissen von einem Landsmann und einem Slowaken eingeschleust worden waren. Die mutmaßlichen Schleuser befinden sich inzwischen im Gefängnis. Einer der Geschleusten wird seit Samstag (13. Oktober) europaweit gesucht, da er seinen Meldeaufforderungen nicht nachgekommen war und spurlos verschwunden ist.

An der Rastanlage Irschenberg unterzogen Bundespolizisten die Fahrgäste eines italienischen Reisebusses einer Kontrolle. In sechs Fällen fehlten Pässe und Visa oder Aufenthaltsgenehmigungen. Es handelte sich um vier Somalier und zwei Äthiopier. Einer von ihnen war gerade einmal acht Jahre alt. Der Minderjährige wurde der Obhut des Jugendamtes anvertraut. Die anderen unerlaubt Eingereisten konnten einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet werden. Die Bundespolizei geht davon aus, dass die Busreise von Hintermännern organisiert worden war und ermittelt gegen die bislang unbekannten Schleuser.

Wegen Schleuserei zeigte die Bundespolizei einen 42-jährigen Slowaken und einen 37-jährigen Türken an. Sie waren Fahrer und Beifahrer eines in Österreich zugelassenen Wagens und beförderten fünf türkische Staatsangehörige. Kurz nach der Ausfahrt Irschenberg beendeten die Fahnder ihre Reise. Keiner der fünf Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren hatte die für die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland erforderlichen Papiere dabei. Drei von ihnen wurden an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Bei den anderen zwei illegal Eingereisten handelte es sich offensichtlich nicht um Flüchtlinge. Daher steht ihnen die Zurückschiebung bevor. Beide wurden nach Klärung ihrer Identität mit der Auflage, sich bis zu ihrer Rückreise in regelmäßigen Abständen zu melden, nicht länger in der Dienststelle festgehalten. Diesen Umstand nutzte einer von ihnen aus und entzog sich dem weiteren polizeilichen Zugriff. Der 35-jährige Türke wird nun mit einer Fahndungsnotierung europaweit gesucht. Fahrer und Beifahrer mussten auf richterliche Anordnung hin die Untersuchungshaft antreten.

Am zurückliegenden Wochenende blieben laut Bundespolizeiinspektion Rosenheim insgesamt drei mutmaßliche Schleuser und etwa 40 unerlaubt Eingereiste im Fahndungschleier an der deutsch-österreichischen Grenze hängen. Sie stammten unter anderem aus Afghanistan, Pakistan, Serbien, dem Kosovo, der Türkei, Somalia, Äthiopien oder Marokko. Für die oft wochenlange Reise nach Europa kassierten die Organisatoren ersten Ermittlungsergebnissen der Bundespolizei zufolge tausende von Euro pro Person.

Pressebericht Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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