Zahl der Straftaten nimmt weiter ab

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Mühldorf - Die Polizeiinspektion Mühldorf hat ihre Kriminalstatistik veröffentlich. Die Zahl der Straftaten ist weiterhin leicht rückläufig.

1. Kriminalitätslage

1.1 Auffälligkeiten im Vergleich zum Vorjahr 2010

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik 2011 folgende Auffälligkeiten:

• Gesamtzahl der Straftaten weiter leicht rückläufig

• Häufigkeitszahl deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt

• Aufklärungsquote auf konstant hohem Niveau

• 1221 tatverdächtige Personen ermittelt

• Anzahl der ermittelten Täter „unter 21 Jahren“ weiter rückläufig, diese machen in der Summe aller Tatverdächtiger jedoch ein Fünftel aus

• Sachbeschädigungsdelikte an Kfz um 25 Prozent steigend

• Diebstahlsdelikte gehen weiter zurück, machen aber ein Drittel aller Delikte aus

1.2 Gesamtüberblick über die Kriminalitätsentwicklung

1.2.1 Straftatenentwicklung

Die Gesamtzahl der Straftaten ging im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn im Jahr 2011 auf insgesamt 2.328 Fälle zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 87 Fällen bzw. 3,6 Prozent.

Die Gesamtzahl 2011 liegt im Vergleich der vergangenen zehn Jahre erneut im Mittel, wobei seit 2009 ein kontinuierlicher Rückgang festzustellen ist.

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1.2.2 Aufklärung und Tatverdächtige

Die Aufklärungsquote von 64,7 % ist im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,1 Prozent rückläufig, liegt aber weiterhin auf einem konstant hohen Niveau. Insgesamt konnten 1.506 Fälle geklärt werden.

Die bayernweite Aufklärungsquote lag zum Vergleich im Jahr 2011 bei 64 Prozent (Quelle: Bayer. StMI, PM 72/12), die bundesweite bei 56 Prozent (Quelle: Stat. Bundesamt, Wiesbaden 2010).

Zu den 2.328 Straftaten konnten 1221 Tatverdächtige, 13 Personen mehr als im Vorjahr, ermittelt werden. Die 1221 Tatverdächtigen gliedern sich in 896 männliche und 325 weibliche Personen auf. Neben der fast konstanten Anzahl männlicher Tatverdächtiger hat sich die Tatbeteiligung weiblicher Personen im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Nichtdeutsche Staatsangehörige wurden im Jahr 2011 in 160 Fällen als Tatverdächtige ermittelt, was einem Anteil von 13,1 Prozent entspricht. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil bei 12,3 Prozent. Nachdem der Anteil von Ausländern an der Wohnbevölkerung ca. 6,5 Prozent beträgt, sind nichtdeutsche Staatsangehörige hier überrepräsentiert.

Von den 733 im Bereich der Stadt Mühldorf ermittelten Tatverdächtigen wohnen 310 (= 42,3 Prozent) in Mühldorf.

Auf den gesamten Dienstbereich der Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn bezogen sind 573 Tatverdächtige (46,9 Prozent) in den jeweiligen Tatortgemeinden auch wohnhaft. Somit wohnt über die Hälfte aller Tatverdächtiger außerhalb der Tatorte in benachbarten Gemeinden und Landkreisen.

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1.2.3 Verteilung auf die Gemeinden

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf wohnen ca. 60.000 Einwohner, knapp ein Drittel hiervon in der Kreisstadt. 58,3 Prozent (1358) aller Straftaten wurden in Mühldorf gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr (1349) ist hier eine geringe Steigerung von 9 Fällen zu verzeichnen.

Der Markt Ampfing mit 270 (2010: 251), die Stadt Neumarkt-Sankt Veit mit 153 (229), Schwindegg mit 100 (114), Mettenheim mit 100 (82), Heldenstein mit 61 (89), Polling mit 54 (54), Obertaufkirchen mit 52 (17) und Oberbergkirchen mit 43 (31) Straftaten folgen. Die übrigen Gemeinden liegen im Bereich von unter 35 Straftaten.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang die zum Teil festzustellende Steigerung in einigen Gemeinden.

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1.2.4 Häufigkeitszahl

Die Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, bezogen auf 100.000 Einwohner. Die Berechnung erfolgt nach der Formel HZ = (erfaßte Fälle x 100.000) geteilt durch die Einwohnerzahl. Die HZ ist bundesweit vergleichbar.

Ihre Aussagekraft wird dadurch beeinträchtigt, daß nur die amtlich gemeldeten Einwohner zur Berechnung herangezogen werden können, also nicht z. B. Touristen oder Personen mit ausländischem Wohnsitz.

Die höchste Häufigkeitsziffer ist in der Kreisstadt Mühldorf mit 7618 festzustellen. In der längerfristigen Beobachtung ist die HZ in Mühldorf nach einer deutlichen Reduzierung im Jahr 2010 (7577) im vergangenen Jahr 2011 (7618) wieder leicht angestiegen.

Im Bereich des Marktes Ampfing mit 4445 (2010: 4143) sowie der Gemeinden Mettenheim mit 2903 (2398), Oberbergkirchen mit 2638 (1902), Obertaufkirchen mit 2143 (701), Schönberg 2162 (326) und Zangberg 1201 (736) ist ein zum Teil erhebli- cher Anstieg der HZ festzustellen.

Die Gemeinden Erharting und Polling bewegen sich in etwa auf dem Vorjahresniveau. Bei den weiteren Kommunen ist ein zum Teil erfreulich deutlicher Rückgang festzustellen.

Für den Bereich der Gemeinde Schönberg resultiert die Steigerung der HZ im Jahr 2011 aus 20 (2010: 3), für die Gemeinde Zangberg aus 13 (2010: 8) registrierten Straftaten. In Schönberg sind 2011 vermehrt Diebstahls- und Betrugsdelikte sowie Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, in Zangberg Betrugs- und Sachbeschädigungsdelikte sowie ebenfalls Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz festzustellen. In der Gemeinde Obertaufkirchen ist der Anstieg der HZ auf insgesamt 52 Delikte (2010: 17) zurückzuführen. Ursächlich hierfür sind insbesondere angezeigte Diebstahls- und Betrugsdelikte bzw. Verstöße gegen des BtMG.

Die durchschnittliche bundesweite HZ lag im Jahr 2010 zum Vergleich bei 7.253 (Quelle: Stat. Bundesamt, Wiesbaden 2010), die durchschnittliche bayerische HZ im Jahr 2011 bei 4.969 (Quelle: Bayer. StMI, PM 72/12).

Die durchschnittliche Häufigkeitszahl im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf am Inn ist mit 3950 zu beziffern und liegt deutlich unter dem bayerischen Niveau (4969) aus dem Jahr 2011.

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1.2.5 Täterstruktur

Bei etwa einem Fünftel, d. h. 21,8 Prozent, aller Tatverdächtigen handelt es sich um Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Der Anteil dieser Altersgruppen an der Gesamtanzahl aller Tatverdächtiger fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (23,7 Prozent) somit erneut.

Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 14 Jahren blieb mit 29 (2010: 31), die der unter 18 Jahren mit 123 Personen (118) fast konstant. Die Anzahl der ermittelten Heranwachsenden (unter 21 Jahre) fiel deutlich auf 114 (2010: 140). Bei der Anzahl der erwachsenden Tatverdächtigen war jedoch eine Steigerung von 36 Personen festzustellen.

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1.2.6 Schadenshöhe

Die Schadenshöhe aller registrierter Straftaten beläuft sich auf 2,35 Millionen Euro.

Bei Diebstahlsdelikten war ein Schaden ihn Höhe von 514.000 Euro, bei Betrugsfällen von 423.000 Euro und bei Sachbeschädigungen von 150.000 Euro festzustellen.

1.3 Ausgewählte Deliktsbereiche

Aus den Gesamtstraftaten heraus lassen sich mehrere Deliktsbereich und deren anteiliges Verhältnis abbilden.

Im Vergleich zum Jahr 2010 veränderten sich die jeweiligen Anteile der Deliktsbereich nur um wenige Prozentpunkte. Das „Ranking“ der einzelnen Deliktsbereiche blieb jedoch, wie bereits in den vergangenen Jahren, unverändert.

Trotz einer Reduzierung der absoluten Fallzahlen „Diebstahl“ (siehe Ziffer 4.1) bildet der Bereich mit 27 Prozent den größten Deliktsbereich. Jede dritte bekannt gewordene Straftat ist somit der Eigentumskriminalität zuzurechnen.

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1.3.1 Diebstähle

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen für Diebstahlsdelikte reduziert. Die Zahl ging um 49 Fälle bzw. ca. 9 Prozent auf 744 Straftaten zurück.

Erkennbar abgenommen hat die Anzahl der Wohnungseinbrüche. Mit 38 Fällen liegt sie um 11 Einzelfälle tiefer als im Vorjahreszeitraum. Die Deliktsbereiche Ladendiebstahl, Diebstahl aus bzw. von Pkw und Fahrraddiebstahl blieben auf dem Vorjahresniveau.

Im Bereich Diebstahl konnten insgesamt 271 tatverdächtige Personen ermittelt werden. Bei einer deutlichen Mehrzahl, d. h. 73 Prozent, handelt es sich hierbei um männliche Tatverdächtige. Die Aufklärungsquote liegt bei 43,1 Prozent und konnte somit im Vergleich zu 2010 um über drei Prozent gesteigert werden.

2011 wurden insgesamt 104 Fahrraddiebstähle angezeigt. Hierbei konnten 18 Fälle geklärt werden, 20 tatverdächtige Personen wurden ermittelt.

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1.3.2 Körperverletzungen

Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum 270 Körperverletzungsdelikte registriert. Im Hinblick auf das Jahr 2010 bedeutet dies einen Rückgang von sieben Prozent.

Die deliktsspezifisch hohe Aufklärungsquote liegt bei 90 Prozent, was 244 geklärten Einzelfällen entspricht. Insgesamt wurden 225 tatverdächtige Personen ermittelt. In der Mehrzahl, d. h. 76,9 Prozent, sind diese männlich. Bei insgesamt 37 Personen handelt es sich um nichtdeutsche Tatverdächtige. Dies entspricht einem Anteil von 16,4 Prozent.

Für den Bereich der vorsätzlich leichten Körperverletzungsdelikte wurden 196 Fälle angezeigt. Dies entspricht einem Rückgang um 6 Prozent (2010: 208). 176 Fälle konnten geklärt (Aufklärungsquote 89,8 Prozent), 155 Tatverdächtige ermittelt werden.

Gefährliche und schwere Körperverletzungen wurden in 55 Fällen angezeigt. Zum Vergleichzeitraum (2010: 65) bedeutet dies einen Rückgang von ca. 15 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 89,1 Prozent.

Bei den bearbeiteten Körperverletzungsdelikten sind auch Delikte aus dem Bereich der häuslichen Gewalt enthalten. Im Jahr 2011 wurden 27 Körperverletzungsdelikte mit familären Hintergründen angezeigt. Nach 35 entsprechenden Fällen im Vorjahr 2010 ergibt sich hier eine erfreuliche Reduzierung.

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1.3.3 Vermögens- und Fälschungsdelikte

Nachdem im Jahr 2010 eine leichte Steigerung der Vermögens- und Fälschungsdelikte auffällig war, ist im aktuellen Vergleichszeitraum eine Reduzierung um 39 Ein- zelfälle oder 8,9 Prozent festzustellen. 310 Delikte oder 77,7 Prozent konnten aufgeklärt werden. Es wurden 295 Tatverdächtige Personen ermittelt.

Im Deliktsbereich Betrug wurden 2011 insgesamt 298 Straftaten festgestellt. Dies bedeutet eine Reduzierung der Fallzahlen um 59 Delikte. 80 Prozent der Fälle wur- den geklärt, 235 Tatverdächtige ermittelt.

Von den 57 angezeigten Unterschlagungen (2010: 41 Fälle), was einer Steigerung um ca. 40 Prozent entspricht, konnten 35 Fälle geklärt und 34 Tatverdächtige ermittelt werden.

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1.3.4 Ausländerrechtliche Delikte

Im Bereich der ausländerrechtlichen Delikte wurden im Berichtszeitraum 6 Verstöße festgestellt. Im Vergleichszeitraum 2010 wurden noch 17 Delikte aufgenommen.

Die Aufklärungsquote beträgt 100 Prozent.

Ende Oktober 2011 wurde das ehemalige Übergangswohnheim für Spätaussiedler in Mühldorf als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber eröffnet. Bedingt durch den ausländerrechtlichen Status der Bewohner waren hier wenige Verstöße gegen aus- länderrechtliche Vorschriften festzustellen. Eine überproportionale bzw. auffällige allgemeine Deliktsbeteiligung der Bewohner ist nicht zu registrieren.

1.3.5 Sachbeschädigungen

Nachdem im Bereich der Sachbeschädigungsdelikte bereits in der Entwicklung der Jahre 2009 und 2010 ein deutlicher Rückgang von 23,9 Prozent zu verzeichnen war, reduzierten sich die Fallzahlen im aktuellen Betrachtungszeitraum 2011 minimal. Das erreichte niedrige Niveau konnte beibehalten werden. Bei einer Fallzahl von 296 im Jahr 2011 ist diese im Vergleich zum Vorjahr (2010: 299) um weitere drei Fälle gesunken.

Auffällig ist hierbei, dass das untergegliederte Deliktsfeld Sachbeschädigung an Kfz eine Steigeurng von ca. 25 Prozent aufweist. Waren im Jahr 2010 noch 86 Fälle registriert, wurden 2011 insgesamt 109 Fälle angezeigt.

Die Aufklärungsquote im Deliktsbereich „Sachbeschädigung“ hat sich von 26,1 Prozent im Jahr 2010 auf 17,9 Prozent im Jahr 2011 reduziert.

1.4 Politischer Extremismus

Im Nachgang zur Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber wurden in Mühldorf, erstmals Ende Oktober 2011, mehrfach Flugblätter unter der Überschrift „Asylbewerber in Mühldorf? – Wir sagen nein!“ verteilt. Strafrechtlich relevante Verstöße waren hierbei nicht festzustellen.

Am 14. Januar 2012 wurde durch Herrn Norman BORDIN zur Thematik „Kriminelle Ausländer raus - auch aus Mühldorf!“ eine Versammlung durchgeführt. Im Zuge dieser Versammlungen kam es durch Gegendemonstranten zu Verstößen gegen das Bayerische Versammlungsgesetz.

1.5 Ermittlungstätigkeit - Fallbeispiele

Entsprechend des polizeilichen Aufgabenkataloges werden durch die Polizeiinspektion Mühldorf in verschiedensten Deliktsbereichen Ermittlungen geführt. Beispielhaft werden im Folgenden einige der besonders „erfolgreichen“ Ermittlungskomplexe dargestellt:

Identifizierung von zwei Handtaschenräubern

Am 31. März 2011 wurde einer 59-jährigen Dame in der Bahnhofstraße in Mühldorf durch zwei zunächst unbekannte männliche Täter die Handtasche entrissen. Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass die Täter kurz nach der Tat an einem Bankautomaten mit einer in der Tasche befindlichen Servicecard 300 Euro abheben konnten.

Der Abhebevorgang wurde durch eine Überwachungskamera aufgezeichnet. Durch den Sachbearbeiter wurden die Täter auf dem Überwachungsvideo identifiziert. Diese, ein 31-jähriger russischer und ein 24-jähriger deutscher Staatsangehöriger, wurden festgenommen. Der 31-jährige wurde Ende Februar 2012 zu einer Haftstraße in Höhe von drei Jahren verurteilt. Die gerichtliche Behandlung des Mittäters steht noch aus.

Festnahme nach versuchten Pkw-Aufbrüchen

Am 5. Mai 2011, gegen 9.30 Uhr, konnte durch einen Zeugen beobachtet werden, wie sich eine männliche Person an der Beifahrertüre eines geparkten Fahrzeug in Neumarkt-Sankt Veit zu schaffen machte. Auf Ansprechen stieg die Person als Bei- fahrer in den Lkw einer rumänischen Spedition ein, welcher dann wegfuhr. Eine Nachschau am geparkten Pkw zeigte, dass versucht worden ist, diesen aufzubrechen. Auch bei weiteren umstehenden Fahrzeugen konnten Aufbruchspuren gesichert werden.

Über die Spedition wurde das Fahrtziel des Lkw, eine Firma in Schongau, in Erfahrung gebracht. Gegen 15 Uhr wurden in Schongau zwei tatverdächtige Personen festgenommen. In der gerichtlichen Hauptverhandlung legte ein 39-jähriger rumäni- scher Staatsangehöriger ein umfassendes Geständnis ab. Unter Anrechnung der bereits verbüßten Untersuchungshaft wurde dieser zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Diesel- und Kabeldiebstählen auf Baustelle aufgeklärt

Mitte 2011 wurden auf einer Großbaustelle in Mühldorf in mehreren Fällen erheblich Mengen Diesel und Kabelabschnitte entwendet. Umfangreiche Ermittlungen führten zur Identifizierung der 32 und 31 Jahre alten kasachischen Täter, beide wohnhaft im Landkreis Altötting. Die Täter wurden zu Bewährungsstrafen zwischen sechs und acht Monaten verurteilt.

Hier die Polizeimeldung: Diesel- und Kupferdiebe festgenommen

Serie von Spindaufbrüche aufgeklärt

In der Zeit vom 3. Dezember 2011 bis 7. Dezmeber 2011 wurden im Hallenbad Mühldorf und in einem Fitnessstudio insgesamt 13 Spindaufbrüche festgestellt. Die Spinde wurde mit körperlicher Gewalt bzw. unter Zuhilfenahme eines Werkzeuges geöffnet. Aus den vorgefunden Geldbörsen entwendeten die zunächst unbekannten Täter Bargeld im Wert von ca. 1.750 Euro. Auf Grund vorliegender Aufzeichnungen einer Überwachungskamera und mehrerer Zeugenaussagen ergab sich gegen zwei in Mühldorf wohnhafte türkische Staatsangehörige, zur Tatzeit 16 und 17 Jahre alt, ein Tatverdacht.

Mit dem Tatvorwurf konfrontiert, stritten beide Tatverdächtig anfänglich eine Tatbeteiligung vehement ab. Im weiteren Verlauf der Vernehmung räumten beiden dann allerdings ihre “wechselseitige“ Tatbeteiligung ein. Auch wurde ein weiterer Mittäter, ein 16-jähriger türkischer Staatsangehöriger benannt.

Ende Februar 2012 wurden die Täter zur Ableistung von 40 - 60 Sozialstunden verurteilt.

2.Ordnungs- und Schutzaufgaben

2.1 Veranstaltungen

Durch die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn wurden im Jahr 2011 zahlreiche Veran- staltungen betreut.

Bei den Brauchtums- / Kulturveranstaltungen sind hier vor allem der Mühldorfer Faschingszug am 6. März 2011, das Altstadtfest Mühldorf am 25. Juni 2011 und das Volksfest Mühldorf vom 27. August - 5. September 2011 zu nennen.

Aus dem Bereich der Sportveranstaltungen sind die Bayernliga-Heimspiele des TSV Buchbach zu ergänzen.

Ebenfalls wurden mehrere Besuche politischer Mandatsträger polizeilich begleitet.

3. Verkehrsaufgaben

3.1 Verkehrsunfallstatistik der PI Mühldorf 2011

Die bayernweite Entwicklung 2011 hat auch vor dem Bereich der Polizeiinspektion Mühldorf nicht halt gemacht.

Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich (ohne BAB A 94) ereigneten sich insgesamt 1510 (2010: 1521) Unfälle, die sich in 229 (218) Unfälle mit Personenschaden, 357 (365) Unfälle mit schwerem Sachschaden und 924 (938) Kleinunfälle, davon 574 (564) Wildunfälle gliederten. Diese Zahlen alleine wären an sich noch nicht Besorgnis erregend, da sie sich nur unwesentlich von den Vorjahreszahlen unterscheiden.

Kopf zerbrechen bereitet der Polizei aber der massive Anstieg bei den Verletzten - so stieg die Zahl der Leichtverletzten von 231 auf 267 (15,58 Prozent), bei den Schwerverletzten war sogar ein Anstieg um 50 Prozent von 52 auf 78 zu verzeichnen, was auf höhere Geschwindigkeiten bei den Verkehrsunfällen hindeutet. Ums Leben kamen insgesamt 9 (7) Verkehrsteilnehmer.

Mitursächlich für die überproportional steigenden Unfallzahlen in den Jahren 2010 und 2011 waren auch eine Vielzahl von Großbaustellen im Dienstbereich, z. B. der Bau der BAB A 94 auf der Trasse der B 12 und der Bau der Ortsumfahrung von Neumarkt-St. Veit. Bei beiden Baustellen musste der Verkehr oftmals über einen längeren Zeitraum über das untergeordnete Straßennetz geführt werden, das für solche Verkehrsmassen nicht ausgelegt war. Beide Baumaßnahmen werden voraus- sichtlich 2012 abgeschlossen.

Als unfallträchtige Stellen kristallisierten sich u.a. die B 12 im Bereich der BAB-Baustelle zwischen Ampfing und Heldenstein mit 21 Unfällen, 3 Toten und 22 Verletzten, die Kreuzung Bürgermeister-Hess-Straße/Mößlinger Straße in Mühldorf mit 11 Unfällen und 8 Verletzten und die Kreuzung der Gemeindeverbindungsstraße Holzheim-Schicking mit der Schickinger Straße bei Ampfing, mit 5 Unfällen und 6 Verletzten, heraus.

In allen drei Fällen wurden bereits bauliche und verkehrstechnische Maßnahmen umgesetzt, zudem wurde die polizeiliche Überwachung in diesen Bereichen verstärkt.

Der aus polizeilicher Sicht tragischste Unfall, wie auch der folgenschwerste Unfall, ereignete sich auf dem bereits aufgeführten Streckenabschnitt der B 12. Am 6. September 2011 verunglückte hier ein Kollege der Polizei Mühldorf auf einer Einsatzfahrt tödlich. Ein Betonmischer war aus dem Baustellenbereich der A 94 auf die B 12 eingefahren und übersah dabei das Polizeifahrzeug. Beim zweiten Unfall am 28. November 2011 kam der Fahrer eines VW Touran aus ungeklärter Ursache auf die linke Fahrbahnseite, touchierte einen entgegenkommenden Sattelzug, der seinerseits wiederum auf die linke Fahrspur kam und mit einem entgegenkommenden Pkw Honda seitlich zusammenstieß. Insgesamt wurden alleine bei diesem Unfall 2 Personen getötet und 7 zum Teil schwer verletzt.

Mit 268 Unfällen, 67 Verletzten und 0 Toten war der Freitag der unfallträchtigste Tag, gefolgt vom Montag mit 232 Unfällen, 55 Verletzten und 3 Toten. Stundenmäßig betrachtet ereigneten sich die meisten Unfälle während des abendlichen Berufsverkehrs zwischen 17 und 18 Uhr - 128 Unfälle, 42 Verletzte, 3 Tote.

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3.2 Verkehrsüberwachung / -prävention

Trotz intensiver Alkoholkontrollen, bei denen 74 Alkoholfahrten verhindert und 134 zur Anzeige gebracht wurden, stieg die Zahl der Alkoholunfälle von 24 auf 28 an. Allein bei diesen Unfällen wurden 4 Verkehrsteilnehmer, zum Teil unter tragischen Umständen, getötet.

Alkohol, Geschwindigkeit und Vorfahrtsverletzungen waren auch 2011 die Hauptunfallursachen. Zur Bekämpfung dieser Ursachen wurden im Dienstbereich 140 Radar- und Lasermessungen durchgeführt, dabei musste gegen 386 Verkehrsteilnehmer Anzeige erstattet werden, 1978 kamen mit einer Verwarnung davon.

Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrsüberwachung wird 2012 weiterhin die Bekämpfung der aufgeführten Hauptunfallursachen sein, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Zielgruppen „Junge Fahrer von 18-24 Jahre“ und „Radfahrer“ geworfen wird.

Durch die zwei Jugendverkehrserzieher der Polizei Mühldorf wurden im Jahr 2011 beim Schulweg- und Schulbustraining insgesamt 495 Kinder und 39 Schulbuslotsen/Schulweghelfer unterrichtet bzw. neu ausbildeten. Die Tatsache, dass es - wie auch bereits 2010 - auch 2011 nur einen Schulwegunfall mit einem verletzten Schüler gab, ist sicher auch der seit Jahren kontinuierlich durchgeführten Ausbildung in der Jugendverkehrsschule geschuldet.

4. Ausblick

Die bereits 2010 festzustellende Entwicklung sinkender Fallzahlen spiegelt sich auch im aktuellen Berichtszeitraum wieder. Das konstant hohe Niveau der Aufklärungsquote ist sehr erfreulich.

2012 wird die Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn bestrebt sein, negativen Entwicklungen in Teilbereichen weiter entgegenzuwirken und die grundsätzlich positive Entwicklung jedoch fortzuführen.

Wie bereits 2011 und Anfang 2012 festgestellt, werden im aktuellen Jahr unterschiedlichste Veranstaltungslagen auf die Polizeiinspektion Mühldorf zu kommen.

Die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn werden auch im Jahr 2012 bemüht sein, die anfallenden polizeilichen Aufgabenstellungen zu bewältigen und so die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

Pressmitteilung Polizeiinspektion Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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