So sicher ist der Landkreis

Mühldorf - Die rund 110.000 Einwohner des Landkreises können sich sicher fühlen. Die Sicherheitsstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd:

Im Landkreis Mühldorf werden etwa 110.000 Einwohner von den Polizeiinspektionen Mühldorf und Waldkraiburg mit nachgeordneter Polizeistation Haag, der Kriminalpolizeistation Mühldorf, der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein/Dienstsitz Mühldorf sowie einer Gruppe Einsatzzug der Operativen Ergänzungsdienste Traunstein polizeilich betreut.

Fazit aus Sicht der Polizei

Die Sicherheitslage im Landkreis Mühldorf für das Jahr 2011 ist insgesamt als gut zu bezeichnen. In der Kriminalstatistik ist ein leichter Anstieg der registrierten Straftaten zu verzeichnen, dennoch markiert der Wert den drittniedrigsten Stand der letzten acht Jahre. In der Kriminalitätsbelastung liegt der Landkreis Mühldorf an zweiter Stelle des Polizeipräsidiums, die Bevölkerung im Landkreis kann sich somit nach wie vor „sicher fühlen“. Im Bereich der Unfallentwicklung war ein Anstieg der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Die Anzahl der Verletzten ist angestiegen, entgegen dem Trend in Bayern sank die Zahl der Todesopfer. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. Berücksichtigt sind alle polizeilich bearbeiteten Verstöße nach dem Strafgesetzbuch und strafrechtliche Nebengesetze ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte.

Gesamtentwicklung

Im Jahr 2011 wurden im Landkreis Mühldorf insgesamt 4.255 Straftaten erfasst. Das waren 46 Fälle mehr als im Vorjahr (+ 1,1%).

Aufklärungsquote

Von den 4.255 Straftaten 2011 wurden 2.743 Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote betrug damit 64,5 % Das bedeutet eine Steigerung um 0,9 % zum Vorjahr.

Kriminalitätsbelastung

Die Häufigkeitszahl bezeichnet die Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten auf jeweils 100.000 Einwohner. Die Belastung der Bevölkerung im Landkreis Mühldorf mit Straftaten lag 2011 bei 3.858 Straftaten pro 100.000 Einwohner (+ 1,1%) und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 4.969.

Tatverdächtigenstruktur

Zu den 2.743 geklärten Straftaten 2011 wurden 2.093 Tatverdächtige ermittelt. Darunter befand sich ein Anteil von 13,4 % nichtdeutscher Personen. Zieht man die Anzahl der spezifischen Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz ab, so beträgt der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen noch 12,9 %. Von den insgesamt 2.093 ermittelten Tatverdächtigen waren 25,0 % jünger als 21 Jahre, also ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Insbesondere Jugendliche und Heranwachsende (14-21 Jahre), mit einem Anteil von 8,4 % an der Wohnbevölkerung, sind mit 20,9 % überproportional bei den Tatverdächtigen vertreten. Die Überrepräsentation dieser Altersgruppe resultiert großteils aus ihrer sehr hohen Beteiligung bei den Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten.

Ausgewählte Deliktsbereiche:

Gewaltkriminalität

Darunter fallen in erster Linie Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzungsdelikte. Im Landkreis Mühldorf wurden 136 entsprechende Delikte im Jahr 2011 registriert. Dies stellt einen Rückgang um 14 Fälle oder 9,3 % dar. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 3,2 %. Die Aufklärungsquote ist mit 88,2 % im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % angestiegen.

Straßenkriminalität

Diese umfasst alle Straftaten, die einen speziellen Bezug zum öffentlichen Verkehrsraum haben, z. B. Handtaschenraub, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen und Diebstähle rund um das Kfz, Fahrraddiebstähle und Automatenaufbrüche. Hier gingen die Fallzahlen um 26 auf 834 Delikte erneut zurück (- 3,0 %). Es konnten 24,6 % aufgeklärt werden, dies bedeutet eine deutlichen Anstieg um 4,8 %. Die Aufklärungsquote steigt mit der Qualität der Delikte an, so konnten zum Beispiel 73,3 % der Raubdelikte aufgeklärt werden. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 19,6 %.

Sexualdelikte

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Landkreis Mühldorf die Fallzahlen deutlich um 87 auf 145 Taten angestiegen. Die Aufklärungsquote beträgt 91,7 %, dies bedeutet einen Anstieg von 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr.

Diebstahlskriminalität

2011 wurden mit 1.374 Taten um 23 weniger als im Vorjahr (- 1,6 %) registriert. Dies bedeutet den niedrigsten Stand seit 1996. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 32,3 %, die Aufklärungsquote bei 42,7 %.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Unter die Vermögens- und Fälschungsdelikte fallen Straftaten, wie z. B. Betrugsdelikte aller Art, Unterschlagungen, Urkundenfälschungen, Geld- und Wertzeichenfälschungen. Im Landkreis Mühldorf ist die Zahl dieser Delikte im Jahr 2011 um 100 Fälle (13,1 %) auf 664 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote beträgt 76,1 %, der Anteil an der Gesamtkriminalität 15,6 %. Jedes 10. Betrugsdelikt wurde mittels Internet begangen.

Rauschgiftdelikte

Dazu zählen neben den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch die direkte Beschaffungskriminalität, z. B. Rezeptfälschung. Die Zahl war 2011 mit 219 Delikten stark ansteigend (2010: 150). Die Aufklärungsquote lag bei sehr hohen 97,7 %. Im vergangenen Jahr ist ein 31-jähriger Mann seinem langjährigen Drogenmissbrauch erlegen (2010: 2 Rauschgifttote).

Kriminalprävention

Der kriminalpolizeiliche Fachberater der Kriminalpolizeistation Mühldorf führte in den Landkreisen Mühldorf und Altötting 169 individuelle Einzelberatungen zu technischen Sicherungsmöglichkeiten von Eigentum durch und erteilte zudem Rat mit 45 schriftlichen Sicherungsvorschlägen. Dazu konnten bei vier öffentlichen Informationsveranstaltungen weitere interessierte Bürger erreicht werden.

Die acht Seniorenberater des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die seit Anfang 2011 wieder „in den Dienst versetzt“ wurden, informierten im Landkreis Mühldorf 187 Teilnehmer bei 3 Veranstaltungen über Kriminalphänomene, bei denen überwiegend Senioren Opfer von Straftaten werden.

Für die Jugend- und Präventionsbeamten der Dienststellen lagen die Schwerpunkte im Rahmen der verhaltensorientierten Prävention auch im Jahr 2011 bei den Themen Gewalt, Sucht, Eigentum, sowie bei den Gefahren in Zusammenhang mit den modernen Medien. Neben 36 Vorträgen an Schulen und 37 Informationsveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen wurden in 57 Schulklassen die Präventionsprojekte „Zammgrauft“ zur Gewaltprävention (50), „Sauba bleim“ gegen Drogenmissbrauch (2), Prävention im Team „PIT“ zum Erkennen und Lösen von Konflikten (2) und „Aufgschaut“ (3) für mehr Zivilcourage (3) durchgeführt. Daneben nahmen die Beamten noch an 8 Arbeitskreisen oder „Runden Tischen“ teil. Viel investiert wurde auch in die Schulung zu den Jugendschutzbestimmungen für Veranstalter aller Art. Zur Information und Unterstützung Betroffener bei Gewalttaten im sozialen Nahraum und bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Beauftragte für Frauen und Kinder (BPFK) angegliedert. Sie war mit Unterstützung der Kriminaldienststellen mit persönlichen Beratungsgesprächen und Vorträgen zu den Themen Sexueller Missbrauch von Kindern, Häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Kindern sowie Stalking auch im Landkreis Mühldorf tätig.

Besondere Einsatzlagen im Landkreis Mühldorf

Im Landkreis waren 2011 insgesamt 84 Veranstaltungen polizeilich zu betreuen. Davon waren 17 Sportveranstaltungen, 21 Versammlungen unter freiem Himmel und 46 sonstige Veranstaltungen (z.B. Volksfeste). Für einen reibungslosen Ablauf waren insgesamt 418 Beamte eingesetzt.

Notruf- und Einsatzaufkommen

Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hatte im abgelaufenen Jahr ein umfangreiches Notruf- und Einsatzaufkommen zu bewältigen. Es wurden 129.891 Notrufe (Vorjahr 219.115) angenommen und 115.488 Einsätze (Vorjahr 113.967) bearbeitet. Der starke Rückgang bei den Notrufzahlen ist durch die Übernahme der Notrufnummer „112“ durch die drei Integrierten Leitstellen bedingt. In der Rangfolge der angelegten Einsätze liegt der Verkehrsunfall mit Sachschaden, 13.871, an erster Stelle, gefolgt von der Verdächtigen Wahrnehmung, 7.653, und der Verkehrsbehinderung, 6.713.

Verkehrsunfallbilanz 2011

Gesamtentwicklung

Im Jahr 2011 wurden auf den 2.230 Straßenkilometern und sonstigen öffentlichen Verkehrsflächen im Landkreis Mühldorf 2.918 Verkehrsunfälle und damit 93 oder 3,3 % mehr als im Vorjahr registriert.

Entgegen dem Trend der letzten Jahre ist die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer von 574 auf 667 (+ 16,2 %) angestiegen. Die Zahl der Verkehrstoten ist von 16 auf 15 Personen gesunken.

Hauptunfallursachen

Anmerkung: Berücksichtigt werden hier alle Unfallursachen bei den Beteiligten, so dass es zu Mehrfachzählungen kommen kann (z.B. Vorfahrtsverstoß und zugleich Alkoholisierung)

Die meisten Unfälle passierten beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Ausfahren mit 21,3 %. Bei 621 Unfällen (Steigerung 7,8 %) wurden dabei 91 Personen verletzt.

Durch unzureichenden Sicherheitsabstand kam es zu 155 Unfällen (Rückgang 2,5 %). 76 Personen wurden dadurch verletzt.

Im Vergleich der Unfallursachen hat die „nicht angepasste Geschwindigkeit“ mit 5,8 % oder 168 Unfällen (Rückgang 22,6 %) nicht den höchsten Anteil an den Gesamtunfällen. Jedoch hat diese Ursache mit 123 Verletzten und vier Verkehrstoten mit die massivsten Auswirkungen auf die Opfer zur Folge.

Tragische Folgen in noch höherem Umfang hatten Unfälle durch Vorfahrtsverletzungen. Mit 7,6 % von der Gesamtunfallzahl wurden bei 223 Unfällen (Anstieg 3,7 %) 177 Menschen verletzt und 3 getötet.

In 89 Fällen (Anstieg 29 %) war Überholen oder Vorbeifahren der Auslöser für einen Unfall. 50 Menschen wurden verletzt, 1 getötet.

Unverändert im Vergleich zum Vorjahr kam es 47 mal zu Unfällen auf den Straßen im Landkreis, weil Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss standen. Verletzt wurden hierbei 24 Personen. 4 Menschen starben bei einem Alkoholunfall.

Schulwegunfälle

Im Landkreis kam es 2011 zu 6 Schulwegunfällen und damit zu 2 weniger als im Jahr zuvor. Alle verliefen verhältnismäßig glimpflich. Es wurden 10 Schülerinnen und Schüler leicht verletzt.

Verkehrsüberwachung und -prävention

Die Polizeidienststellen führten 2011 im Landkreis 448 Geschwindigkeitsmessungen (Vorjahr: 524 bzw. - 14,5 %) mit insgesamt 199.184 registrierten Fahrzeugen durch. 5.070 Fahrzeugführer mussten wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen beanstandet werden. Die Beanstandungsquote ging um 0,4 % auf 2,5 % zurück.

238 Fahrzeuglenker (2010: 218) wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsicherheitskontrollen mehr oder weniger alkoholisiert am Steuer ihrer Fahrzeuge angetroffen und zur Anzeige gebracht. Den Höchstwert erzielte dabei ein 39-jähriger Autofahrer mit 3,4 Promille. Unter dem Einfluss illegaler Drogen waren 47 Fahrzeugführer (2010: 42) unterwegs. Gegen sie wurde ebenfalls ein Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet.

Durch die vier Jugendverkehrserzieher der Polizei wurden im Landkreis 1.098 Schulkinder der vierten Jahrgangsstufe mit den Verkehrsregeln vertraut gemacht. Darüber hinaus legten die meisten dieser Kinder nach entsprechendem Training mit Erfolg die Fahrradprüfung ab.

Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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