Unbelehrbarer Lkw-Fahrer

Traunstein - Er fuhr zu schnell, war nicht angegurtet und hielt sich nicht an seine Tageslenkzeit. Und nur einen Tag später musste ihn die Polizei schon wieder belehren.

Bereits am Freitag letzter Woche wurde ein 38-jähriger Kraftfahrer im Gemeindegebiet von Fridolfing erstmalig bei einer Verkehrskontrolle durch Beamte der Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein beanstandet.

Er war mit dem Sattelzug einer Firma aus dem Landkreis Mühldorf für Arbeiten am Hochwasserdamm der Salzach eingesetzt. Beanstandet werden musste neben nicht angelegtem Sicherheitsgurt und Geschwindigkeitsüberschreitungen noch eine Vielzahl von Verstößen gegen Fahrpersonal-rechtliche Vorschriften wie Überschreitungen der Tageslenkzeit, ununterbrochenen Lenkzeit über 4,5 Stunden, verkürzter Tagesruhezeit und teilweise fehlende Nachweise über die ausgeübte Tätigkeit für ganze Tage. Für diese Verstöße beträgt das Bußgeld ca. 900,- Euro.

Am Dienstag wurde der unbelehrbare Kraftfahrer, erneut eingesetzt für die Baustelle des Wasserwirtschaftsamtes, von dem ihm bereits bekannten Beamten an der B 21 in Schneizlreuth angehalten. Es kam noch schlimmer als die Woche zuvor! Abgesehen davon, dass er noch schneller unterwegs war, der Gurt wieder nicht angelegt war, benutzte er im digitalen Kontrollgerät der Sattelzugmaschine nun die Fahrerkarte einer anderen Person. Dieser andere Fahrer sei angeblich, damit die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten auch brav eingehalten werden können, am Montag die erste Tour gefahren.

Nachdem die erste Ladung Flussbausteine abgeliefert war, wurden angeblich ordnungsgemäß die Fahrerkarten gewechselt, wobei der erste Fahrer aber seine Fahrerkarte nicht mitgenommen habe. Nur deshalb war das „Missgeschick“ möglich, dass am Morgen des Dienstag die Fahrerkarten verwechselt wurden. Bei diesem Sachverhalt handelt es nun nicht mehr nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um den Straftatbestand „Fälschung beweiserheblicher Daten“, da nun auf beiden Fahrerkarten die aufgezeichneten Daten nicht mit den tatsächlichen Fahrtätigkeiten übereinstimmen.

Deshalb wurden auch beide Fahrerkarten sichergestellt, was neben dem Strafverfahren zur Folge hat, dass bis zur Ausstellung von neuen Fahrerkarten die beiden Kraftfahrer keine Fahrzeuge führen dürfen, die ein digitales Kontrollgerät eingebaut haben. Neben der höheren Strafe als die Woche zuvor, werden für solche Vergehen beim KBA in Flensburg gleich 5 Punkte eingetragen.

Pressemeldung Polizei Traunstein

Quelle: rosenheim24.de

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