Einsatz in Klinik: "Keine Auffälligkeiten"

Prien - Das Getränk, das gerüchteweise mit nuklearen Substanzen kontaminiert gewesen sein soll, war nicht nuklear belastet.

Eine Krankenhausangestellte hatte am Dienstagvormittag, 07.08.2012, die Klinikleitung über Ungereimtheiten in der Abteilung Nuklearmedizin informiert. Unverzüglich war die Polizei von der Leitung eingeschalten worden. Bei den Untersuchungen stand auch ein Getränk in Vordergrund, bei dem der Verdacht auf geringfügige Kontamination mit nuklearmedizinischen Substanzen bestand. Nach ersten vorliegenden Erkenntnissen ist dies auszuschließen.

Die Mitarbeiterin hatte am Dienstagvormittag beispielsweise bemerkt, dass sich nicht alle Geräte der nuklearmedizinischen Abteilung in der üblichen Einstellung befanden und leere Kanülen fehlten. Einer Eingebung folgend und zu ihrer eigenen Sicherheit untersuchte sie daraufhin mit einem Geigerzähler Plastik-Getränkeflaschen aus dem nahegelegenen Aufenthaltsraum. Dabei stellte sie an einem ihrer eigenen Getränke eine über den üblichen Werten liegende Strahlenbelastung fest.

Neben verschiedenen weiteren Möglichkeiten der Kontamination dieser Getränkeflasche war somit anfangs auch die vorsätzliche Zuführung einer leicht radioaktiven Substanz in dieses Getränk nicht auszuschließen. Feuerwehr und Polizei nahmen sicherheitshalber und zu Ermittlungszwecken Messungen in dem besonders gesicherten und nur einem beschränkten Personenkreis zugänglichen Klinikbereich vor. Dabei waren keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden und sichergestellt, dass zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Patienten oder Besucher bestanden haben könnte.

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Am Mittwoch wurden die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, fortgeführt. Auch das Bayerisches Landesamt für Umwelt war involviert und untersuchte die noch am Dienstag per Kurier überbrachte Proben. In Zusammenarbeit mit dem Gefahrgut und Strahlenspürtrupp des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde auch die Getränkeflasche, die bei einer ersten Strahlenmessung in der Klinik erhöhte Werte gezeigt hatte, untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Flasche äußerlich zwar erhöhte Strahlungswerte aufwies, jedoch im Inhalt selbst keinerlei Nachweis über darin enthaltene und leicht strahlende Substanzen geführt werden konnte.

Somit ist derzeit auch davon auszugehen, dass die betroffene Angestellte keine schädlichen Substanzen zu sich genommen hat. Weiter ergaben die Ermittlungen, dass den Umständen nach eher von einer unbewussten Übertragung und keiner vorsätzlichen Manipulation der untersuchten Getränkeflasche auszugehen ist.

Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Reisner

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