Schlafendes Kind lag im Kofferraum

Oberaudorf - Einen dreisten Schleuser hat die Polizei auf der A93 gestoppt. Der Mann hatte gleich neun Palästinenser "im Gepäck" - darunter ein schlafendes Kind im Kofferraum.

Die Bundespolizei hat am Dienstag, 4. November, einen mutmaßlichen Schleuser auf der A93 festgenommen. Im Wagen des Ukrainers befanden sich neun Personen ohne die erforderlichen Einreispapiere. Der 40-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Bundespolizisten kontrollierten die Insassen eines in Polen zugelassenen Pkw auf Höhe Oberaudorf. Der Fahrer konnte sich mit seinem ukrainischen Pass ausweisen. Sein Visum war allerdings nicht mehr gültig. Im Fahrzeug befanden sich außerdem vier Erwachsene und fünf Minderjährige im Alter von vier bis 14 Jahren. Die jüngste der Kinder lag im Kofferraum schlafend unter einer Decke verborgen. Keine der Personen konnte sich ausweisen. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei den Geschleusten um Palästinenser.

Der Fahrer hatte die beiden Familien in Mailand abgeholt. Hinsichtlich des Schleusungsverdachts gab er sich ahnungslos. Er sei für einen Freund eingesprungen und wisse nicht mal, wem das Auto gehöre. Zudem habe er nicht darüber nachgedacht, wer seine Fahrgäste seien oder ob sie Papiere hätten.

Laut Angaben der Geschleusten, hatten sie insgesamt 2.700 Euro an einen Mittelsmann zahlen müssen. Dieser habe den Fahrer für die Tour von Italien nach Dänemark organisiert. Die Fahnder nahmen den mutmaßlichen Schleuser fest. Auf Beschluss des Richters wurde er in Untersuchungshaft genommen. Die Zeit bis zum Strafverfahren, wegen unerlaubter Einreise und Einschleusens von Ausländern, wird der 40-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim verbringen müssen. Die palästinensischen Familien wurden der Aufnahmestelle in München zugeleitet.

Pressemeldung Bundespolizei

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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