Alle geschleusten Personen wurden der Aufnahmestelle in München zugeleitet.

Schleuser muss Hochzeit verschieben

Oberaudorf/Brannenburg - Für zwei Schleuser war am Wochenende in unserer Region Endstation. Für einen der beiden Männer ging es statt zur eigenen Hochzeit ins Gefängnis:

Gleich zwei Schleuser gingen der Bundespolizei dieses Wochenende ins Netz. Beide forderten hohe Summen von den Flüchtlingen. Insgesamt hatten der rumänische und der albanische Schlepper elf Ausländer unerlaubt ins Land gebracht. Rosenheimer Fahnder kontrollierten Samstagnacht die Insassen eines Pkw mit italienischer Zulassung. Lediglich der rumänische Fahrer konnte sich ausweisen. In seinem Fahrzeug befanden sich sieben Palästinenser ohne Papiere.

Ersten Erkenntnissen zufolge war die fünfköpfige Familie, darunter drei Kinder, gemeinsam mit Oma und Onkel in Mailand von dem Schleuser abgeholt worden. 3.500 Euro mussten sie dafür an einen Mittelsmann zahlen. Zuvor hatten sie für die Überfahrt von Libyen nach Italien bereits 1.500 Dollar an Schlepper übergeben.

Der 23-jährige Rumäne gab an, den Schleuserlohn für seine geplante Hochzeit zu brauchen. Über die Konsequenzen habe er nicht nachgedacht. Seine Heiratspläne wird er nun allerdings erstmal verschieben müssen. Die Bundespolizisten lieferten den Mann zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Traunstein ein.

Kurz darauf geriet ein weiterer mutmaßlicher Schleuser ins Visier der Bundespolizisten. Auf Höhe Brannenburg stoppten die Fahnder einen Wagen mit fünf Insassen. Weder der albanische Fahrer noch seine Mitreisenden hatten Einreisedokumente dabei. Die vier Männer aus Syrien und dem Irak gaben an, dass sie von Mailand bis nach Dänemark hatten fahren wollen. Zwischen 500 und 700 Euro hätten sie dafür an Schleuser gezahlt. Mit ihnen seien acht weitere Personen unterschiedlicher Herkunft auf zwei andere Fahrzeuge verteilt in Italien gestartet. Der 32-jährige Albaner wollte sich nicht äußern. Auch er wird in Untersuchungshaft sein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern und unerlaubter Einreise abwarten müssen. Alle geschleusten Personen wurden der Aufnahmestelle in München zugeleitet.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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