"Cybercrime": Täter haben Kreditkarten ausgespäht

Rosenheim - Die Kripo Rosenheim kann einen großen Ermittlungserfolg im Bereich "Cybercrime" verbuchen. Den Hauptverdächtigen werden über 200 Fälle zur Last gelegt!

Die Kriminalpolizei Rosenheim hat das bisher umfangreichste Verfahren im Bereich „Cybercrime“ erfolgreich abgeschlossen. Dabei werden einem Tätertrio über 200 Fälle zur Last gelegt. Gegen den 29-jährigen Hauptverdächtigen erging Haftbefehl und er befindet sich derzeit in einer Justizvollzugsanstalt.

Ausspähung von Kreditkarten und betrügerischer Handel

Für die Aufarbeitung des bisher umfangreichen Verfahrens in der Region wurde bei der Kriminalpolizei Rosenheim im Oktober 2011 die Ermittlungsgruppe „Packstation“ eingerichtet. Diese hatte bis zum Abschluss des Verfahrens im Februar diesen Jahres über 200 Fälle zu bewältigen. Die Ermittlungen begannen bereits Ende September 2011, als die Handschellen bei dem 29-jährigen Mann aus dem südlichen Landkreis Rosenheim angelegt wurden. Nach den polizeilichen Ermittlungen werden ihm und zwei weiteren Tatverdächtigen die Ausspähung von Kreditkarten- und anderen Zahlungsdaten, sowie der betrügerische Handel mit unrechtmäßig erlangten Waren zur Last gelegt.

Zum Thema Internet-Kriminalität:

Der 29-jährige Hauptverdächtige wollte gerade ein Päckchen aus einer Packstation entnehmen, als er von den Beamten festgenommen wurde. Auffallend viele Anzeigen außerbayerischer Dienststellen mit ähnlich gelagerten Fällen waren zuvor bei der Rosenheimer Kriminalpolizei eingegangen. Meist handelten diese Fälle von über das Internet betrügerisch erlangten Waren, die an Rosenheimer Packstationen gesendet wurden. Diese Lieferungen, vorwiegend hochwertige Elektroartikel, hat nach jetzigem Ermittlungsstand der Tatverdächtige über Internet in Online-Shops bestellt. Bezahlt wurde mit ausgespähten Kreditkartendaten oder Accounts von Online-Bezahldiensten. Um den Versandweg weiter zu verschleiern, erfolgte die Zusendung an Packstationen, die ebenfalls mit ausgespähten Daten und falschen Personalien betrieben wurden. Nach Abholung wurden die Waren über Internetplattformen versteigert und zu Geld gemacht.

Ermittler vermuten Netzwerk

Noch am Tag der Festnahme erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Rosenheim, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 29- Jährigen. Bei der anschließenden Durchsuchung staunten die Beamten nicht schlecht, als sie äußerst hochwertige Computeranlagen und Zusatzgeräte mit einem Zeitwert von über 20.000 Euro vorfanden. Nur das Beste und Neueste war gut genug. Die komplette Anlage wurde zur Auswertung sichergestellt und wird derzeit von Fachkräften der Polizei ausgewertet. Es stellte sich auch heraus, dass der Hauptverdächtige nicht allein agierte, sondern weitere Beteiligte mit eingebunden waren.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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