Polizei: Schleusungen auf der Tagesordnung

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Rosenheim - Der Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea, Somalia oder Afghanistan scheint derzeit nicht abzureißen. Rund 400 Personen wurden schon im August aufgegriffen.

Rosenheim – Landes- und Bundespolizei sind im deutsch-österreichischen Grenzgebiet derzeit ununterbrochen mit Schleusungen und illegalen Einreisen beschäftigt. Der Zustrom geschleuster Personen aus Syrien, Eritrea, Somalia oder Afghanistan scheint nicht abzureißen. Allein in den ersten 14 Tagen des Monats August hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim rund 400 unerlaubt eingereiste Personen festgestellt. Etwa 1.650 solcher Fälle wurden zusammengerechnet bereits in den Monaten Juni und Juli registriert. Großschleusungen gehören derzeit offenbar zur Tagesordnung.

In Zügen und auf der Autobahn

In nur einem Auto hat ein 55-jähriger Ägypter mit italienischem Wohnort 13 Syrer, darunter 7 Kinder, nach Deutschland gebracht. Auf der A 8 nahe Bad Aibling beendeten Bundespolizisten diese Fahrt. Der mutmaßliche Schleuser musste am Mittwoch (13. August) auf Anordnung des Rosenheimer Amtsgerichts hin die Untersuchungshaft antreten. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert. Bislang unbekannte Schleuser haben am selben Tag neun Eritreer, sechs Syrer und einen Ägypter bei Nußdorf ausgesetzt. Sie wurden dank eines Bürgerhinweises in den Morgenstunden im Ortsbereich aufgefunden. Im Fernreisezug aus Italien trafen Raublinger Schleierfahnder am Mittwochabend auf acht Eritreer, zwei Gambier und drei Syrer mit ihren beiden Kindern. Die 15 hatten ihre offenbar organisierte Zugreise Richtung bayerischer Landeshauptstadt in Italien begonnen.

Versorgung in Turnhalle

Von einer organisierten Großschleusung geht die Bundespolizei auch bei der Zugfahrt von 74 Personen, davon zwei Kleinkinder, von Verona nach München aus. Beim Zughalt in Rosenheim mussten die unerlaubt Eingereisten aus Eritrea, Äthiopien, Somalia, Sudan und Syrien am Dienstagnachmittag den EuroCity verlassen. Sie wurden von der Bundespolizei zunächst in einer Turnhalle untergebracht und mit Unterstützung des Malteser Hilfsdienstes versorgt. Vier Jugendliche konnten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen der Obhut des Jugendamtes anvertraut, die übrigen 70 der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet werden.

Schleuser in Untersuchungshaft

Zu Beginn der Woche nahmen Fahnder der Bundespolizei auf der A 8 kurz nach dem Inntaldreieck einen 49-jährigen Ägypter fest, der mit seinem Pkw sechs Syrer und vier Palästinenser illegal über die deutsch-österreichische Grenze befördert hatte. Drei von ihnen waren Kinder. Der Fahrzeugführer musste auf richterliche Anordnung hin in München in Untersuchungshaft. Auch ein rumänischer Staatsangehöriger hatte am Montag mit einem Platz im Münchner Gefängnis vorliebzunehmen. Der 23-Jährige wurde am Autobahnparkplatz Seehamer See von Rosenheimer Bundespolizisten zusammen mit sieben unerlaubt eingereisten Syrern im Fahrzeug angetroffen. Der Rumäne steuerte den Wagen.

Nach vorliegenden Erkenntnissen der Ermittler ist in allen Fällen für die jeweilige Beförderung von Italien nach Deutschland oder darüber hinaus nach Skandinavien von einem Schleuserlohn von mehreren hundert Euro auszugehen – pro Person wohlgemerkt. Auch wenn die Fahrer das letzte Glied in der Kette einer Schleuserorganisation darstellten, würden sie auf Kosten der Menschen, die ihre Heimat um einen hohen Preis verlassen müssten, auch noch kräftig mit abkassieren, so die Bundespolizei.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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