Polizei ermittelt gegen unmenschliche Schleuser

Oberaudorf - Tagelang waren die vier Iraker auf der Ladefläche eines Lkw eingesperrt. Für die Notdurft hatten sie lediglich einige Plastikflaschen. Anschließend fuhren die Vier mit einem moldawischen Schleuser weiter.

Bundespolizisten haben am Sonntag auf der A93 ein Auto mit italienischer Zulassung aus dem Verkehr gezogen. In dem Wagen befanden sich neben einem mutmaßlichen Schleuser auch vier Iraker. Zusammen mit dem moldauischen Fahrzeugführer waren vier Personen unterwegs, die nach ersten Erkenntnissen eine schreckliche Reise hinter sich hatten. Zwei der Iraker waren mit 16 und 17 Jahren noch nicht einmal Volljährig. Ersten Aussagen zufolge hätten sie eine schlimme Zeit hinter sich gebracht. Denn ehe sie mit dem Mann aus Moldawien im Auto fuhren, seien sie tagelang auf der Ladefläche eines Lkw eingesperrt gewesen, eingepfercht in einem engen Ladungszwischenraum. Für ihre Notdurft hätten ihnen lediglich ein paar Plastikflaschen zur Verfügung gestanden. Trotz dieses menschenunwürdigen und zweifellos auch gefährlichen Transports soll die illegale Tour nach Europa insgesamt rund 13.000 Dollar gekostet haben.

Die Beamten nahmen alle fünf Personen fest. Die vier unerlaubt eingereisten Männer wurden wegen unerlaubter Einreise angezeigt. Drei von ihnen konnten nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen inzwischen der Obhut einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge anvertraut werden. Der aus Moldawien stammende Fahrer musste sich gleich am Montag wegen des Verdachts der Einschleusung am Amtsgericht in Rosenheim verantworten. Der zuständige Ermittlungsrichter ordnete seine Untersuchungshaft an. Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen den mutmaßlichen Schleuser sowie die weiteren Hintermänner des ebenso illegalen wie auch unmenschlichen Transports.

Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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