200 Polizisten üben den Ernstfall

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Rosenheim/Brannenburg - Eine heikle Übungslage, realistisch anmutendes Gewaltpotenzial, kreative Übungsdarsteller, angespannte und motivierte Einsatzkräfte...

Dieses eindrucksvolle Bild zeigte sich bei der Großübung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am 06. Oktober 2010 auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrstandorts in Brannenburg. Szenario war ein angenommener Amokfall mit Geiselnahme. Insgesamt testeten ca. 200 Polizeibeamte den Ernstfall. Polizeipräsident Robert Heimberger war zufrieden: „Der Aufwand hinsichtlich Planung und Durchführung der Übung hat sich gelohnt. Die konzeptionell vorgesehenen Führungs- und Einsatzmaßnahmen konnten überprüft und in der Realität erprobt werden. Damit wurde eine weitere Professionalisierung zur Bekämpfung der Schwerstkriminalität erreicht.“

Übungsort war ein Haus auf dem Areal der aufgegebenen Karfreitkaserne. Die Übungsannahme sah vor, dass zwei bewaffnete Männer in ein öffentliches Gebäude eingedrungen waren und dabei mehrere Personen verletzt hatten. Eine größere Anzahl Menschen befand sich zudem im Haus noch in Gefahr. Sehr realitätsnah wurde anschließend über eingehende Notrufe in der Einsatzzentrale der Startschuss für die Übung gegeben. Zunächst hatte so die EZ die anspruchsvolle Aufgabe, möglichst viele Einsatzkräfte an den Tatort heranzuführen und den Einsatz zu koordinieren. Später ging die Einsatzleitung dann auf Leitenden Polizeidirektor Jürgen Garbe und den Einsatzstab des PP Oberbayern Süd über. Bereits mit Eintreffen erster ausreichender Kräfte wurden wie vorgesehen Maßnahmen unternommen, um den Aktionsradius der Täter zu minimieren, Verletzte zu bergen und gefährdete Personen in Sicherheit zu bringen. Schließlich verbarrikadierten sich die Täter. Spezialeinsatzkräfte beendeten letztlich die Gefährdungslage.

Als Übungskräfte waren fast 150 Polizistinnen und Polizisten aus dem gesamten Polizeipräsidium Oberbayern Süd im Einsatz. Mit ihnen probten 60 Beamte anderer Verbände – darunter Spezialeinsatzkräfte und Bereitschaftspolizei – den Ernstfall. Ferner waren neben der Übungsleitung zahlreiche Übungsdarsteller der BePo sowie Schiedsrichter und Beobachter anwesend.

In den nächsten Tagen und Wochen erfolgt eine ausführliche Nachbereitung und Analyse der Großübung. Zwar wurde der Einsatz gut bewältigt. Dennoch bieten solche Übungen die Gelegenheit, weiter an der Optimierung des Einsatzkonzepts zu feilen und Schnittstellenprobleme zu minimieren.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und die Übungsleitung um Polizeioberrat Robert Anderl dankten allen bei der Großübung eingesetzten Beamtinnen und Beamten für die hohe Motivation und das große Engagement.

Amoklagen sind seltene polizeiliche Extremlagen. Die Bevölkerung erwartet von der Polizei rasches und professionelles Vorgehen unter Inkaufnahme eines erhöhten Eigenrisikos. Dies sehen die polizeilichen Einsatzleitlinien vor. Das Handeln der Bayerischen Polizei ist dabei eingebettet in ein breites Maßnahmenpaket, das zwischen Ministerien, Behörden und Institutionen abgesprochen ist und ständig fortentwickelt wird.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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