Kriminalstatistik: So sicher ist Rosenheim

Rosenheim - Die Verbrechensrate hat in Stadt und Landkreis zugenommen, besonders bei den Drogen. Die Polizei hält mit einer gestiegenen Aufklärungsquote dagegen. Alle Zahlen...

Im Jahr 2013 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 57.533 Straftaten statistisch erfasst. Im Vergleich zu 2012 bedeutet dies eine Steigerung um 1.457 Delikte oder 2,6 %. Diese Zunahme ist auch auf die deutliche Steigerung von Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz im Zusammenhang mit den außerordentlich hohen Zahlen von Migrationsfällen im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Vergleicht man die Entwicklung der letzten zehn Jahre, so liegen die Zahlen – trotz der leichten Steigerungen in den vergangenen Jahren – weiter auf einem erfreulich niedrigen Niveau.

Die wichtigsten Entwicklungen im Jahr 2013:

* Gesamtzahl der Straftaten leicht gestiegen

* Erneute Steigerung der Aufklärungsquote

* Häufigkeitszahl deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt

* Starker Anstieg bei den Betäubungsmitteldelikten, bei den Wohnungseinbrüchen und den Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz

* Starker Rückgang bei der Wirtschaftskriminalität, deutlicher Rückgang bei der Straßenkriminalität und den Fahrraddiebstählen

Polizeiliches Fazit

EXTRA:

Sicherheitsbericht 2013 (pdf)

Im Rückblick fällt die Bilanz der Polizei für das Jahr 2013 wieder erfreulich aus. Entsprechend dem bayernweiten Trend musste zwar bei wenigen Deliktsbereichen - exemplarisch genannt sei hier die Wohnungseinbruchskriminalität - ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden, insgesamt befinden wir uns aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Bürgerinnen und Bürger im südlichen Oberbayern leben sicher - mit der Polizei als kompetentem „Partner für Sicherheit“ an ihrer Seite.

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote lag mit 67,7 % nochmals höher als im Vorjahr (66,8 %) und um 3,6 % über dem Landesschnitt Bayerns (64,1 %). Von den insgesamt 57.533 Straftaten wurden 38.927 Fälle aufgeklärt.

Kriminalitätsbelastung

Die Häufigkeitszahl bezeichnet die Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten auf jeweils 100.000 Einwohner.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd lag die Häufigkeitszahl 2013 bei 4.708 Straftaten pro 100.000 Einwohner, was einen Anstieg zum Vorjahr um 4,2 % bedeutet. Die Belastung liegt dennoch weiterhin gut 7 % unter dem Landesdurchschnitt Bayerns von 5.073 Straftaten. Berücksichtigt man dabei, dass nur die amtlich gemeldeten Einwohner zur Berechnung herangezogen werden können, also nicht z.B. Touristen, Durchreisende, Personen mit ausländischem Wohnsitz oder Ausländer, welche sich illegal aufhalten, dann bedeutet das erst recht ein gutes Ergebnis.

Tatverdächtigenstruktur

2013 wurden 30.470 Tatverdächtige ermittelt (2012: 28.396). Davon waren 12.786 und damit 42,0 % mit Wohnsitz im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gemeldet.

Darunter befanden sich 11.713 nichtdeutsche Personen. Dies entspricht einem Anteil von 38,4 % (Vorjahr 33,6 %). Diese Steigerung ist mit dem Anstieg der Aufgriffe im Zusammenhang mit illegaler Migration begründet.

Zieht man die spezifischen Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylverfahrensgesetz ab, die nur durch Nichtdeutsche begangen werden können, so fiel der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen im Vergleich zum Vorjahr von 24,2 % auf 20,2 %.

Im Hinblick auf die Geschlechterverteilung zeigt sich, dass Straftaten weiterhin vorwiegend von Männern begangen werden. So beträgt deren Anteil an den Tatverdächtigen 77,2 %. Dies zieht sich durch sämtliche Deliktsbereiche.

Von allen ermittelten Tatverdächtigen waren 6.886 und damit 22,5 % jünger als 21 Jahre. Knapp jeder vierte Tatverdächtige war also ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Nach wie vor ist eine deutliche Überrepräsentation dieser Altersgruppe bei den Tatverdächtigen im Vergleich zu ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung zu erkennen, auch wenn die Tendenz hier seit Jahren rückläufig ist. Insbesondere Jugendliche und Heranwachsende waren besonders häufig an Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten beteiligt.

Geschädigte / Opfer

Bei allen Straftaten im Jahr 2013 wurden insgesamt 42.765 Personen als Geschädigte erfasst, das waren 3,2 % weniger, als noch im Jahr zuvor.

Die speziellen Opferzahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik müssen vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass statistische Daten hier nur bei Gewalt- und Sexualdelikten, Nötigung und Bedrohung sowie Freiheitsberaubung und Widerstandshandlungen erhoben werden.

Hierbei wurden insgesamt 10.559 Opfer registriert, was einem Rückgang um 0,5 % entspricht. Sie waren überwiegend (62,8 %) männlichen Geschlechts.

Dem Opferschutz wird beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ein hoher Stellenwert beigemessen. Bereits bei der Sachbearbeitung durch die zuständige Dienststelle wird das Opfer auf seine Rechte und Möglichkeiten hingewiesen.

Kriminalitätsstruktur Oberbayern Süd gesamt:

Kriminalitätsstruktur Oberbayern Süd gesamt

Rauschgiftkriminalität: 28 Menschen starben im vergangenen Jahr an den Auswirkungen ihres Drogenmissbrauchs (2012: 29). Wiederum war der Konsum von Fentanylpflastern die Todesursache Nummer Eins. Große Sorge bereitet den Ermittlern auch das Phänomen „psychoaktive Substanzen“. Diese Chemikalien werden unter der Bezeichnung Kräutermischungen, Badesalz oder Pflanzendünger verkauft und im Organismus entfalten deren Inhaltsstoffe völlig unkalkulierbare Wirkungen. Bayernweit stieg die Zahl der Drogentoten von 213 (2012) auf 230 (2013).

Internetkriminalität:

Das Internet ist nicht nur im Alttag, sondern auch im Bereich der Kriminalität weiter fast ungebrochen auf dem Vormarsch. Auch wenn das reine Zahlenmaterial in der Polizeilichen Kriminalstatistik dies nicht so darstellt. Das liegt daran, dass aufgrund erfassungstechnischer Parameter ein sehr großer Anteil dieser Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) nicht oder nur ungenügend Einzug hält, weil der „eigentliche Tatort“ sehr oft im Ausland ist (z.B. Serverstandort - Täter sitzt im Ausland oder agiert über eine ausländische Internet-Kommunikation). Betrachtet man dieses Phänomen anhand anderer statistischer Kriterien, ist festzustellen, dass sich dieser Deliktsbereich tendenziell stark erhöht.

Allein die drei speziell eingerichteten Einheiten der Kriminalpolizeien in Weilheim, Rosenheim und Traunstein bearbeiteten im vergangenen Jahr zusammen mehr als 2.000 Fälle mit über 3.000 strafrechtlichen Delikten, wie beispielsweise Computerbetrug oder der Fälschung beweiserheblicher Daten (Stichwort „Phishing“).

Darüber hinaus kommen Geschädigte fast täglich auch zu den Polizeiinspektionen, um dort Strafanzeigen im Zusammenhang mit dem Internet zu machen, die dann teils dort auch bearbeitet werden, so dass die tatsächliche Zahl weit höher ist.

Alkohol: Im Jahr 2013 begingen 3.974 Tatverdächtige ihre Straftaten unter Alkoholeinfluss (Vorjahr 4.159). Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen fiel also damit von 14,6 % im Vorjahr auf 13,0 %.

Auffällig hierbei ist jedoch nach wie vor der hohe Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden, die alkoholisiert Straftaten begehen. Bei den Erwachsenen standen 12,1 % bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss (- 0,6 %), bei den Heranwachsenden traf dies bei 22,8 % der Tatverdächtigen zu (- 7,1 %). 15,5 % der Jugendlichen und 0,3 % der Kinder waren bei Tatausführung nicht nüchtern (- 3,3 % bzw. - 0,7 %).

Bei den Gewaltdelikten ist der Anteil alkoholisierter Täter allgemein sehr hoch. 43,9 % (Vorjahr: 42,3 %) der Tatverdächtigen - das sind 1,6 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2012 - begingen ihre Tat(en) unter dem Einfluss von Alkohol.

Ein Hauptaugenmerk des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd liegt seit Jahren auf der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs von Kindern und Jugendlichen. Fallen im Rahmen polizeilichen Einschreitens Minderjährige unter Alkoholeinfluss auf, so werden sie je nach den Umständen des Einzelfalls in Gewahrsam genommen oder ihren Eltern übergeben. Je nach Einzelfall wird auch das zuständige Jugendamt informiert. Im vergangenen Jahr wurden etwa 1.000 Minderjährige festgestellt, davon waren knapp 72 % männlich.

Polizeilicher Staatsschutz „rechts“:  In die hier nachfolgend dargestellte Staatsschutzlage „rechts“ fließen Staatsschutzdelikte, aber auch Delikte der allgemeinen Kriminalität, wie z.B. Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch, Nötigung oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein, sofern ein politisch motivierter Tathintergrund vorliegt. Zusammen mit den Staatsschutzdelikten bilden sie den Phänomenbereich der Politisch motivierten Kriminalität (PMK).

Bei der Mehrzahl der 102 Fälle (2012: 108) von rechtsgerichteter Kriminalität handelt es sich um Propagandadelikte, wie politisch motivierte Schmierereien, das öffentliche Zeigen/Verwenden von Nazisymbolen oder das Abspielen indizierter Tonträger. Die Aufklärungsquote bei der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) rechts lag dabei bei 37,3 %.

Die Bekämpfung des Rechtsextremismus - das Ausschöpfen aller repressiven und präventiven Möglichkeiten - stand auch im vergangenen Jahr beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd im Fokus.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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