Das Märchen von der Ratenzahlung

Rohrdorf – Die Beamten der Bundespolizei konnten sich am Dienstag auf der A8 eine interessante Geschichte anhören - die jedoch frei erfunden war.

Obwohl ein Österreicher bei der Polizeikontrolle auf der A8 nur Beifahrer war, hat ihn die Bundespolizei am Dienstag, 26. März, wegen Trunkenheit im Verkehr verhaftet. Der Mann musste eine rund zweimonatige Gefängnisstrafe verbüßen. Daran änderte auch eine schnell aufgetischte Geschichte nichts.

Auf Höhe Rohrdorf zogen Fahnder der Bundespolizei einen in Österreich zugelassenen Wagen aus dem Verkehr. Der Beifahrer, ein 32-Jähriger aus dem Burgenland, weckte bei der Überprüfung seiner Personalien rasch das Interesse der Beamten. Laut Polizeicomputer lag gegen ihn ein Haftbefehl der Traunsteiner Staatsanwaltschaft vor. Bereits Anfang 2012 war der gebürtige Wiener vom Amtsgericht in Altötting wegen Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 2.500 Euro einschließlich Verfahrenskosten verurteilt worden. Ersatzweise sah der Strafbefehl einen 59-tägigen Haftaufenthalt vor.

Die geforderte Summe konnte der Verhaftete nicht begleichen. Um dem Gefängnis zu entgehen, präsentierte er den Beamten aus dem Stehgreif eine scheinbar überzeugende Erklärung: Angeblich soll mit der deutschen Justiz eine Ratenzahlung vereinbart worden sein. Leider sei diese Teilzahlung aufgrund widriger privater Umstände vorerst nicht möglich gewesen.

Nachforschungen der Bundespolizei brachten jedoch ans Licht, dass eine solche Vereinbarung nie getroffen worden war. Der „Geschichtenerzähler“ wurde in die Bernauer Haftanstalt eingeliefert. Dort stehen ihm knapp zwei Monate hinter Gittern bevor.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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