18.000 US-Dollar Schleuser-Lohn

Oberaudorf – 18.000 US-Dollar zahlte ein Afrikaner an seine Schleuser für die Einreise nach Deutschland. Bereits kurz nach der Grenze wurde er dann von der Bundespolizei aufgegriffen.

Bundespolizisten haben am Sonntag, 1. April, auf der Inntalautobahn die Reise von zwei Afrikanern beendet. Diese waren mit dem Bus illegal in Deutschland eingereist. Einer von ihnen gab an, sein ganzes Hab und Gut verkauft zu haben, um den Schleuser-Lohn von rund 18.000 Dollar bezahlen zu können.

Am Sonntag hatten Rosenheimer Bundespolizisten auf der A 93 nahe Oberaudorf die Insassen eines Reisebusses aus Italien kontrolliert. Unter den Reisenden befanden sich ein Somalier und ein Nigerianer. Dem geschulten Auge der Beamten entging nicht, dass die italienischen Dokumente des nigerianischen Staatsangehörigen Totalfälschungen waren. Der 30-jährige Gelegenheitsarbeiter gab schließlich zu, die Papiere bei einem Bekannten besorgt und dafür 200 Euro bezahlt zu haben, um nach Deutschland reisen zu können. Die Bundespolizisten zeigten den Nigerianer wegen unerlaubter Einreise und Urkundenfälschung an und führten ihn dem Haftrichter beim Amtsgericht Rosenheim vor. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Bis zur Hauptverhandlung verbleibt der 30-Jährige in der Haftanstalt in Bernau.

Der Somalier konnte keinerlei Einreisedokumente vorweisen. Er gab an, von seinem Heimatland über Italien nach Deutschland geschleust worden zu sein. Nur durch den Verkauf seines gesamten Hab und Guts habe er den geforderten Schleuser-Lohn von rund 18.000 US Dollar bezahlen können. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurde er einer zentralen Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet, da er Asyl begehrte. Unabhängig davon erwartet auch ihn ein Strafverfahren wegen unerlaubter Einreise.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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