Ägypter schleusten Palästinenser ein

Rosenheim - Zwei Ägypter hatten eine interessante Erklärung dafür, dass sie mehrere Palästinenser einschleusten. Man habe sich bloß ganz zufällig getroffen:

„Geschichten aus tausend und einer Nacht“ hat ein Ägypter offenbar bei der Bundespolizei erzählt. Der 44-Jährige wird beschuldigt, zusammen mit einem 33-jährigen Landsmann Dienstagnacht (22. Oktober) vier Palästinenser gegen Bezahlung eingeschleust zu haben. Nach seinen Schilderungen sei das allerdings keine Schleusung, sondern ein zufälliges Aufeinandertreffen auf deutschem Boden gewesen. Die Rosenheimer Ermittler können seinen Ausführungen keinen Glauben schenken.

Bundespolizisten zogen nahe Bad Aibling ein Auto mit italienischen Kennzeichen aus dem Verkehr. Fahrer und Beifahrer, zwei ägyptische Staatsangehörige, händigten den Beamten bei der Kontrolle italienische Aufenthaltsgenehmigungen aus. Ihre vier Begleiter auf der Rückbank konnten sich dagegen nicht ausweisen. Nach eigenen Angaben handelt es sich um Palästinenser. Ihre Bootsschleusung von Syrien nach Italien soll pro Person zwischen 2000 und 2500 Dollar gekostet haben. Für die beabsichtigte Weiterreise von Mailand nach Berlin mussten sie ihren ägyptischen Fahrern 400 Euro und für die Vermittlung dieser „Chauffeure“ erst einmal 700 Euro an einen Hintermann zahlen.

Der ältere der Ägypter stritt alles ab. Die beiden hätten die vierköpfige Gruppe ganz zufällig getroffen und zwar erst in Deutschland. Die Mitnahme erfolgte dann aus purer Gefälligkeit. Erste Ermittlungen der Bundespolizei sowie die Ausführungen seiner Reisebegleiter widerlegten diese Geschichte. Die Palästinenser wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen zunächst einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Auf die in Italien gemeldeten Ägypter kommt ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern zu. Sie werden sich schon bald vor dem Haftrichter verantworten müssen. Die Ermittlungen dauern an.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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