Skrupelloser Schleuser gefasst

"Die schlimmsten Stunden meines Lebens!"

Rosenheim - Dank eines aufmerksamen Lkw-Fahrers konnte die Polizei am Dienstag einen  Schleuser überführen. Ein Syrer bezeichnete die Fahrstunden als die schlimmsten seines Lebens.

Ein aufmerksamer Lkw-Fahrer beobachtete am Dienstagmorgen am Schwaiger Kreisel /Rosenheim, wie aus einem Van, Mercedes Vito, über ein Dutzend Männer eilends ausstiegen und in alle Richtungen verschwanden. Der Kleintransporter mit spanischem Kennzeichen fuhr ebenfalls sofort an, um auf kürzestem Weg auf die Autobahn Richtung Salzburg zu kommen.

Der Lkw-Fahrer informierte umgehend per Handy die Polizei über seine Beobachtung. Diese zeigten sich hocherfreut. Sofort wurde eine Großfahndung ausgelöst. Es bestand dringender Verdacht, dass der aufmerksame Bürger eben Zeuge eines Menschenschleppers geworden war.

Im Umfeld des Schwaiger Kreisels konnte die PI Rosenheim noch vier syrische Männer aufgreifen, die offensichtlich illegal eingereist waren und aus dem Mercedes Vito gesprungen waren.

Der vermeintliche Schleuser ging ebenfalls in das Netz der Polizei. Kräfte der Verkehrspolizei und Schleierfahnder aus Rosenheim stellten das Fahrzeug auf der Autobahn A8 bei Frasdorf. Am Steuer des Fahrzeugs saß ein 50-jähriger Rumäne. Er wurde festgenommen. Das Fahrzeug, das sich in einem erbärmlichen Zustand befand, stellte die Polizei sicher.

Ersten Ermittlungen zufolge hatte der Rumäne auf skrupellose Weise sechszehn erwachsene Männer in Budapest /Ungarn in den wenige Kubikmeter umfassenden Transportraum des Mercedes Vito gepfercht, ohne ausreichende Luftzufuhr, ohne Wasser und ohne Halt bis Rosenheim.

Die aufgegriffenen vier illegal eingereisten Männer syrischer Herkunft belasteten den Fahrer des Vito schwer. Sie beteuerten, für die Fahrt von Ungarn bis Rosenheim pro Person 1400 € an eine Schleuserorganisation bezahlt zu haben. Einer der Syrer bezeichnete die Tortur der Fahrt als die schlimmsten Stunden seines Lebens.

Der rumänische Fahrer zeigte sich aufgrund der Beweislast geständig. Als er jedoch erfuhr, welchen Preis die Syrer an die Schlepperorganisation bezahlt hatten, wurde er ungehalten. Offensichtlich bekam er selbst für seine „Dienste“ lediglich einen Bruchteil des Geldes.

Die weiteren Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim. Der Rumäne wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt und ging in Haft.

Pressemeldung: Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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