Flüchtlinge

Bundespolizei weiter stark gefordert

Rosenheim - Zwischen dem 1. und dem 3. Advent stellten die Beamten über 500 unerlaubte Einreisen fest. Am Montagsind rund 50 weitere Fälle hinzugekommen.

Auch zwei mutmaßliche Schleuser konnten festgenommen werden. Am Inntaldreieck wurden die Fahnder auf einen Kleintransporter mit tschechischer Zulassung aufmerksam. Bei der Kontrolle der zehn Insassen stellte sich heraus, dass sich außer dem 35-jährigen Fahrzeugführer, ein Kasache mit tschechischer Aufenthaltserlaubnis, niemand ausweisen konnte. Die neun Mitfahrer, darunter zwei Kinder, kommen eigenen Angaben zufolge aus Syrien. Einer von ihnen erklärte, dass sie eigentlich über Dänemark nach Schweden wollten. Ziel dieser Etappe, die in Mailand begonnen habe, sei zunächst Kopenhagen gewesen. Hierfür hätten sie dem Fahrer pro Person 800 Euro zahlen müssen. Nach Italien sollten sie ursprünglich von der Türkei aus mit einem Boot geschleust werden. Tatsächlich wären sie jedoch mit einem Schiff, das sie im Mittelmeer aus Seenot gerettet hätte, in einem sizilianischen Hafen angekommen. Während die Geschleusten an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet werden konnten, musste der kasachische Fahrer auf richterliche Anordnung hin die Untersuchungshaft antreten.

Wie er wird auch eine 47-jährige Syrerin beschuldigt, Ausländer nach Deutschland geschleust zu haben. Die syrische Staatsangehörige war von Rosenheimer Schleierfahndern zunächst lediglich als Zeugin zur Dienststelle der Bundespolizei mitgenommen worden. Die Beamten hatten sie kurz vor Rosenheim zusammen mit einer größeren Reisegruppe im Nachtzug aus Rom angetroffen. Während sich die Frau mit einem Pass und einer deutschen Niederlassungserlaubnis ausweisen konnte, verfügten die anderen 26 Personen nicht über die erforderlichen Einreisepapiere. Sie gaben an, aus Syrien, Ägypten, Somalia, Ghana, Mali beziehungsweise Gambia zu stammen. Fünf Afrikaner versuchten vergeblich, sich den Aufenthalt in Deutschland mit gefälschten Dokumenten zu erschwindeln. Im Verlauf der Vernehmungen fanden die Bundespolizisten heraus, dass die 47-Jährige alles andere als eine zufällige Reisebekanntschaft war. Offenbar hatte sie einige ihrer Begleiter gezielt in Italien getroffen und sie bei deren illegalen Einreisen in die Bundesrepublik unterstützt. Die mutmaßliche Schleuserin, die einen festen Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen hat, durfte die Inspektion nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder verlassen. Sie wird jedoch mit einer Anzeige wegen Schleuserei rechnen müssen.

Fast alle der unerlaubt Eingereisten konnten der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet werden. Zwei jugendliche Somalier wurden der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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