Unter katastrophalen Bedingungen geschleust

Rosenheim/Bad Endorf - Kein Essen, nur wenig Wasser und ein Versteck in einer großen Holzkiste: Vier Minderjährige wurden unter katastrophalen Bedingungen geschleust.

Am Dienstag (10. April) hat die Bundespolizei im Nachtzug aus Salzburg vier Minderjährige in Gewahrsam genommen. Diese berichteten von den katastrophalen Unständen ihres Transports. Hierfür sollen ihre Schleuser mehrere tausend Euro abkassiert haben. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auf Höhe Bad Endorf fielen den Fahndern der Bundespolizei vier Jugendliche auf, die in unterschiedlichen Abteilen des Fernreisezuges saßen. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass sich keiner von ihnen ausweisen konnte. Sie gaben an, aus Afghanistan zu stammen und 14 beziehungsweise 15 Jahre alt zu sein. Ihren Schilderungen zufolge, sind sie schon seit Monaten unterwegs. An ihre Schleuser hätten sie jeweils zwischen 3.000 und 5.000 Euro zahlen müssen. Das Geld stammte von Eltern und Verwandten. Nach Europa seien sie über den Iran und die Türkei in Etappen gekommen.

Der schlimmste Teil ihrer Schleusung sei die Fahrt in einem Lkw gewesen. Sie hätten sich tagelang in einer großen Holzkiste auf der Ladefläche verstecken müssen – ohne Essen und nur mit etwas Wasser. Plastikflaschen dienten als Toilettenersatz. Reiseziel sei Deutschland oder Schweden gewesen. Die Rosenheimer Bundespolizei schaltete die Jugendbehörde ein. Inzwischen konnten die vier Minderjährigen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen der Obhut eines Jugendheims anvertraut werden.

Für die Bundespolizisten ist der Fall damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Sie ermitteln nun gegen die unbekannten Fahrer und Organisatoren des illegalen Transports wegen Einschleusens von Ausländern.

Pressebericht Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Polizei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser