Schleierfahnder durchkreuzen Pläne von Schleusern

Rosenheim – Bundes- und Landespolizei waren am Wochenende im deutsch-österreichischen Grenzgebiet besonders gefordert. Sie vereitelten insgesamt 13 unerlaubte Einreisen.

Am Samstag kontrollierten die Schleierfahnder am Inntaldreieck die Insassen eines Pkw. Im Gegensatz zu seinen beiden Mitfahrern konnte der libanesische Fahrzeugführer gültige Aufenthaltspapiere vorweisen. Er wurde jedoch aufgrund der Beförderung seines 16 Jahre alten Landsmanns und des 18-jährigen Marokkaners der Einschleusung beschuldigt. Den Fahndern entging nicht, dass es sich bei dem Ausweis des minderjährigen Libanesen um ein gefälschtes bulgarisches Dokument handelte. Außerdem fanden die Beamten heraus, dass der marokkanische Staatsangehörige die Asylkarte einer anderen Person benutzte. Unter seinen richtigen Personalien war er in der Vergangenheit bereits aus Deutschland abgeschoben worden. Im Verlauf der weiteren Ermittlungen durch die Rosenheimer Bundespolizei erhärtete sich der Verdacht, dass auch er als Schleuser des Jugendlichen in Frage kommt. Gegen die beiden erwachsenen Männer erließ das Amtsgericht Rosenheim Untersuchungshaft. Sie wurden in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim eingeliefert. Der junge Libanese wurde der Obhut des Kreisjugendamtes anvertraut.

Ebenfalls am Inntaldreieck zogen die Polizeibeamten am Samstag ein Fahrzeug mit fünf Insassen aus dem Verkehr. Der 22-jährige Fahrer afghanischer Herkunft war im Besitz einer gültigen italienischen Identitätskarte. Seine vier Begleiter im Alter von 13 bis 15 Jahren konnten sich hingegen überhaupt nicht ausweisen. Die minderjährigen Afghanen wurden nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen und nach Rücksprache mit dem Jugendamt an eine Münchner Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weitergeleitet. Den Fahrzeugführer zeigte die Bundespolizei wegen der Einschleusung von Ausländern an. Auch er befindet sich auf Anordnung des zuständigen Amtsgerichts mittlerweile in Stadelheim in Untersuchungshaft.

Im Nachtzug zwischen Salzburg und Rosenheim ging den Bundespolizisten ein 44-jähriger Serbe mit gefälschten slowenischen Papieren ins Fahndungsnetz. Das Amtsgericht Laufen erließ noch am Sonntag gegen den Urkundenfälscher Haftbefehl. Zwischen Kufstein und Rosenheim trafen die Beamten im EuroCity auf zwei Marokkaner, die sich nicht ausweisen konnten. Den 17- wie auch den 24-Jährigen erwartet nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen die Zurückschiebung.

Insgesamt ermittelt die Bundespolizei in 13 am Wochenende festgestellten Fällen wegen unerlaubter Einreise von Österreich nach Deutschland. Die Personen ohne jegliche beziehungsweise ohne gültige Papiere stammen aus Marokko, Afghanistan, dem Libanon, Moldawien, Serbien und Mazedonien.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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