Schleuser mit 15 Kurden in Transit erwischt

Rosenheim - Mutmaßliche Mitglieder einer Bande versuchten am Montag in einem Ford Transit insgesamt 15 Personen in das Bundesgebiet einzuschleusen.

Dabei wurden sie von Schleierfahndern gestellt. Weitere Ermittlungen der Bundespolizei Rosenheim führten zur Sicherstellung zahlreicher Beweismittel und zu vier Haftbefehlen gegen die mutmaßlichen Täter.

Am vergangenen Montag gegen 7 Uhr fiel Schleierfahndern der Landespolizei auf einem Parkplatz an der A8 im Bereich Irschenberg ein verdächtiges Fahrzeug auf. In dem lebensgefährlich überladenen Ford Transit stellten sie 15 unerlaubt eingereiste Personen fest. Die Männer, Frauen und zwei Kinder stammten aus dem Irak und dem Iran.

Der rumänische Fahrer des in Rumänien zugelassenen Mietfahrzeugs wurde als mutmaßlicher Schleuser festgenommen. Noch während der Kontrolle des Ford Transit bemerkten die Schleierfahnder einen langsam vorbeifahrenden PKW mit rumänischem Kennzeichen, deren drei Insassen sich auffallend für den Ford zu interessieren schienen. Als sie die Polizisten erkannten, brausten sie zunächst unerkannt davon, konnten aber wenig später im Rahmen einer ausgelösten Fahndung auf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg gestellt, wegen Schleusungsverdachts festgenommen und zusammen mit den Personen des Ford Transit der Bundespolizeiinspektion Rosenheim übergeben werden.

Bis zu 10.000 US-Dollar bezahlt

Deren weitere Ermittlungen führten zur Sicherstellung zahlreicher Beweismittel und zu belastenden Aussagen der Geschleusten gegen die vier Rumänen. Die aus dem Irak und dem Iran stammenden Kurden wurden per Lkw über die Türkei nach Italien geschleust. In Mailand wurden sie von den Rumänen in Empfang genommen, in den Ford Transit gepfercht und nach Deutschland gebracht. Für die Schleusung mussten sie pro Person zum Teil 10.000 US-Dollar zahlen.

Zwei der vier mutmaßlichen Schleuser, die zwischen 21 und 33 Jahre alt sind und alle aus derselben rumänischen Kleinstadt stammen, legten inzwischen ein Geständnis ab. Sie gaben zu, dass sie von einer übergeordneten Organisation einen Schleuserlohn erhalten sollten. Zwei der festgenommenen Rumänen waren bereits im März dieses Jahres an einer in Dänemark aufgedeckten Schleusung beteiligt gewesen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erließ der Ermittlungsrichter gegen alle vier Männer Haftbefehl – sie wurden in umliegende Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die eingeschleusten Iraker und Iraner stellten Schutzersuchen und wurden an eine entsprechende Aufnahmeeinrichtung in München weitergeleitet.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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