11 Prozent mehr Straftaten!

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Von links nach rechts: Georg Huber, 1. Bgm. Gemeinde Samerberg, Georg Winkler, stellvertretender Leiter PI Brannenburg, Mathias Lederer, 1. Bgm. Gemeinde Brannenburg, Josef Mühlbacher, Leiter PI Brannenburg, Christian Praxl, 1. Bgm. Gemeinde Rohrdorf, Josef Trost, 1. Bgm. Gemeinde Neubeuern, Wolfgang Berthaler, 1. Bgm. Gemeinde Flintsbach, Christoph Niederthanner, 2. Bgm. Gemeinde Nussdorf a. Inn, Olaf Kalsperger, 1. Bgm. Gemeinde Raubling.

Brannenburg - Einen deutlichen Anstieg an Straftaten hatte im vergangenen Jahr die Brannenburger Polizei zu verzeichnen. Aber: Die Aufklärungsquote liegt weit über dem bayernweiten Schnitt!

Für den Donnerstag hatten der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Brannenburg, Erster Polizeihauptkommissar Josef Mühlbacher und sein Vertreter, Polizeihauptkommissar Georg Winkler, die acht Bürgermeister des Zuständigkeitsbereichs zum traditionellen Sicherheitsgespräch eingeladen.

Die PI Brannenburg ist für die Sicherheit von rund 43.000 Einwohnern auf einer Fläche von 270 qkm verantwortlich. Der Dienstbereich umfasst die Gemeinden Bad Feilnbach, Brannenburg, Flintsbach a. Inn, Neubeuern, Nußdorf a. Inn, Raubling, Rohrdorf und Samerberg.

1. Kriminalitätslage

1.1 Gesamtentwicklung

Im Jahr 2012 wurden im Dienstbereich der PI Brannenburg 1.893 Straftaten statistisch erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr (1.707 Fälle) stellt dies einen Anstieg um circa 11 % dar.

1.2 Aufklärungsquote

Von den 1.893 Straftaten, die 2012 im Zuständigkeitsbereich registriert wurden, konnten 1.396 geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 73,7 %. Die Aufklärungsquote liegt damit erneut deutlich über den bayernweiten Schnitt von 63,2 %. Mühlbacher lobte in diesem Zusammenhang die effektive Arbeit der „Schleierfahnder“, die mit ihrer Fahndungstätigkeit auf den internationalen Verkehrswegen einen wesentlichen Beitrag zur hervorragenden Aufklärungsquote leisteten.

1.3 Kriminalitätsbelastung

Die Häufigkeitszahl ist die Anzahl der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Die Häufigkeitszahl für das Jahr 2012 liegt für den Bereich der PI Brannenburg bei 4.396. Damit liegt die Kriminalitätsbelastung deutlich unter dem gesamtbayerischen Durchschnittswert (4.977) und auch dem des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (4.518).

1.4 Tatverdächtige (Herkunft und Geschlecht)

Im Jahr 2012 wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Brannenburg insgesamt 1.076 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 541 „Nichtdeutsche“ (Personen, die zum Tatzeitpunkt nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit waren). Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 50,3 % der Gesamtzahl der Tatverdächtigen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auf Grund der Grenznähe der Anteil durchreisenden Straftäter ungleich höher ist als im Binnenland. Lässt man bei der Betrachtung die ausländerspezifischen Delikte (Verstöße gegen das Ausländerrecht) außer Betracht, verringert sich der Anteil auf 41,5 %.

Im Hinblick auf die Geschlechterverteilung zeigt sich, dass Straftaten auch im Bereich der PI Brannenburg überwiegend von Männern begangen werden. So beträgt deren Anteil bei den Tatverdächtigen 82,4 %.

1.5 Problem Alkohol

Während von den erwachsenen ermittelten Tatverdächtigen rund 4 % bei Begehung der Tat unter Alkoholeinfluss standen, waren es bei den Tatverdächtigen unter 21 Jahren rund 15,6 %. Alkoholisierte „tatverdächtige“ Kinder wurden im abgelaufenen Jahr erfreulicherweise nicht festgestellt. „Alkohol enthemmt und ist nach wie vor Gewaltförderer Nummer 1“, so das Fazit des Brannenburger Polizeichefs Mühlbacher. In diesem Zusammenhang wurde der Aufgabenbereich, der seit 1. Mai 2012 bei der PI Brannenburg hauptamtlich tätigen Jugendbeamtin, Polizeihauptmeisterin Beate Zerle, vorgestellt. Eine ihrer Aufgaben ist, Präventionsmaßnahmen zum Themenkomplex „legale und illegale Drogen“ durchzuführen und durch Jugendschutzkontrollen vor Ort dem Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken.

1.6 Ausgewählte Deliktsbereiche

1.6.1 Vermögens- und Fälschungsdelikte

Zu den Vermögens- und Fälschungsdelikten werden Betrugsdelikte, Veruntreuung, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Geld- und Wertzeichenfälschung, Fälschung von Zahlungskarten u. a. gezählt. Im Jahr 2012 wurden 631 Fälle registriert, 83 Fälle mehr als im Vorjahr. Den Großteil innerhalb der Deliktsgruppe machen mit 372 Fällen Betrugsdelikte aus. Dabei ist oftmals ein Bezug zum Internet gegeben. 91,9 % der Taten konnten geklärt werden.

1.6.2 Diebstahlsdelikte

Die Zahl der Diebstahlsdelikte stieg von 356 auf 399 im Jahr 2012. Dies bedeutet einen Anstieg um 43 Fälle bzw. 12,1 %. Mit 94 Fahrraddiebstählen hat dieser Bereich den quantitativ größten Anteil im Bereich der Diebstahlsdelikte. Der Anstieg der Fahrraddiebstähle um 25,3 % ist insbesondere auf eine Diebstahlsserie in den Monaten August und September in den Gemeindebereichen Neubeuern und Nußdorf zurückzuführen. Die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten betrug im Jahr 2012 26,6 %.

1.6.3 Sachbeschädigungen

Im Jahr 2012 waren im Bereich der Polizei Brannenburg 135 Sachbeschädigungen zu verzeichnen. Verglichen mit den Zahlen des Vorjahres stellt dies einen Rückgang um 11,2 % dar. Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 42 % unter 21 Jahre. 35 % der Tatverdächtigen waren zum Zeitpunkt der Tatausführung alkoholisiert. In diesem Bereich konnten 19,3 % der Taten geklärt werden.

Polizeiliches Fazit:

„Die Zahlen belegen den insgesamt gesehen hohen Sicherheitsstandard im Bereich der Polizei Brannenburg“, so Mühlbacher. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich nicht nur sicher fühlen, sondern leben auch objektiv in einer der sichersten Regionen Bayerns.“

2. Verkehrslage

2.1 Gesamtunfallentwicklung

Die Auswertung der Unfallzahlen für das Kalenderjahr 2012 ergab im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 702 auf 732 Verkehrsunfälle. Dies bedeutet einen Anstieg um 4,3 %. Grund für den Anstieg ist insbesondere eine hohe Zunahme im Bereich der Kleinunfälle.

2.2 Verletzte und Getötete

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ergab sich im Jahr 2012 eine Steigerung um 10,2 % von 157 auf 173 Unfälle. Trotzdem sank die Zahl der Schwerverletzten um 14,3 % von 56 auf 48 Personen. Bei den Leichtverletzten musste eine Steigerung um 22 % von 132 auf 161 registriert werden. Leider waren 2012 wie im Vorjahr wieder drei Verkehrstote zu beklagen.

2.3 Hauptunfallursachen / Alkoholunfälle

Die drei Hauptunfallursachen waren im Jahr 2012 wie im Vorjahr Fehler beim Abbiegen/Wenden und Ein- und Anfahren (22 %), überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit (20 %), gefolgt von Vorfahrtsverletzungen (19 %).

Im Bereich der Alkoholunfälle war im Jahr 2012 verglichen mit 2011 ein deutlicher Rückgang von 19 auf 13 Unfälle festzustellen. Dies stellt den niedrigsten Wert seit über zehn Jahren dar.

Bei den Geschwindigkeitsunfällen ergibt sich ein negativer Trend dahingehend, dass sich die Gesamtzahl von 75 im Jahr 2011 auf 87 im Jahr 2012 (+ 16 %) erhöhte. Die Unfälle mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort sanken um knapp 25 % von 133 auf 100. In 47 % der Fälle konnte der zunächst flüchtige Unfallfahrer ermittelt werden. Im Jahr 2012 ereigneten sich zwei Schulwegunfälle mit zwei leichtverletzten Schülern. Im Vorjahr kam es zu keinem derartigen Unfall.

2.4 Verkehrsüberwachungsmaßnahmen

Schwerpunkte der polizeilichen Verkehrsüberwachung der PI Brannenburg waren im Jahr 2012 die Überwachung der Geschwindigkeit sowie die Durchführung von Alkoholkontrollen.

Die Beamtinnen und Beamten standen im Jahr 2012 knapp 320 Stunden hinter der „Laserpistole“. 1.103 Verkehrsteilnehmer mussten aufgrund überhöhter Geschwindigkeit beanstandet werden. Dabei wurde in 825 Fällen ein Verwarnungsgeld ausgesprochen. 278 Verstöße waren so gravierend, dass eine Verkehrsordnungswidrigkeiten-Anzeige erstellt wurde, die zu 1 - 4 Punkten in der „Verkehrssünderdatei“ führte. Zudem musste in zahlreichen Fällen ein Fahrverbot verhängt werden.

Bei den im Jahr 2012 durchgeführten Alkoholkontrollen mussten insgesamt 65 Fahrzeugführer beanstandet und die Weiterfahrt unterbunden werden. In 33 Fällen wurde ein Strafverfahren eingeleitet und der Führerschein sichergestellt. Für 32 Verkehrsteilnehmer folgte ein Bußgeldverfahren mit einem Bußgeld in Höhe von 500 - 1500 Euro sowie ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten. In vier Fällen konnte eine mögliche Trunkenheitsfahrt vor Fahrtantritt noch verhindert werden.

Ausblick:

Auch 2013 wird die Polizei Brannenburg gezielt die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit überwachen und weiterhin verstärkt Alkoholkontrollen durchführen. Ein besonderes Augenmerk soll darüber hinaus auf Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss gelegt werden.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Brannenburg

Quelle: rosenheim24.de

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