Unerlaubte Grenzgänger haben's schwer bei uns!

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Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet haben die Fahnder der Bundespolizeiinspektion Rosenheim zusammen mit den Schleierfahndern der Bayerischen Landespolizei rund 2.800 unerlaubte Einreisen beendet und 200 Schleuser überführt.

Rosenheim - Die erste grenz- und bahnpolizeiliche Jahresbilanz der Bundespolizeiinspektion verzeichnet viele Erfolge. Über 6500 Straftaten hat die Polizei aufgenommen.

Im vergangenen Jahr hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim zwischen dem Berchtesgadener Land und der Bodenseeregion über 6.500 Straftaten aufgenommen. Nicht weniger als 5.399 dieser Fälle sind geklärt. Erstmals kann die Rosenheimer Bundespolizei eine grenz- und bahnpolizeiliche Bilanz präsentieren, die ein ganzes Kalenderjahr umfasst.

Im April 2008 ist die grenzpolizeiliche Verantwortung im deutsch-österreichischen Grenzraum auf die Bundespolizei übergegangen. Seither geht die Bundespolizeiinspektion Rosenheim mit ihren Revieren in Lindau, Kempten, Weilheim und Freilassing gegen alle Formen der illegalen Einwanderung und Schleusungskriminalität vor.

Grenzpolizei:

Leichter Anstieg bei unerlaubten Einreisen

Zusammen mit den Schleierfahndern der Bayerischen Landespolizei registrierten die Beamten der Bundespolizeiinspektion Rosenheim bei der grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung rund 3.700 Straftaten. Im Grenzgebiet zur Republik Österreich stellten Bundes- und Landespolizei etwa 2.800 unerlaubte Einreisen fest. Im Vergleich zum Jahr 2008 ist das ein Zuwachs von etwa 15 %.

Beamte der Bundespolizei haben im vergangenen Jahr über 6.500 Straftaten aufgenommen.

Mehr als 1.600 dieser Verfahren hat die Bundespolizei 2009 allein im Raum Rosenheim und Lindau selbst abgeschlossen. Über 1.000-mal hat sie sichergestellt, dass illegal Eingereiste das Land wieder verlassen. In 150 Fällen unterstützten sie die zuständigen Behörden bei Justizauslieferungen, etwa aufgrund internationaler Haftbefehle.

Die Reisenden, die im zurückliegenden Jahr ohne die erforderlichen Ausweise bzw. Aufenthaltsberechtigungen in die Bundesrepublik kamen, stammten aus annähernd 80 verschiedenen Staaten. Die meisten von ihnen waren Iraker, Kosovaren, Afghanen, Türken oder Serben. Beinahe 40 % aller illegal Eingereisten griffen auf die Bahn als Reisemittel zurück. In über 270 Schleusungsfällen überführten die Bundes- und Landesbeamten rund 200 Schleuser und Gehilfen der unerlaubt Eingereisten. Etwa 550 Geschleuste wurden nach Erkenntnissen der Bundespolizei – zum Teil unter unmenschlichen Umständen – über die österreichische Grenze nach Deutschland transportiert.

Tausende Dollar für eine Schleusung

Im Dezember vereitelten Beamte aus dem Revier Weilheim die Einschleusung von fünf afghanischen Staatsangehörigen in einer Regionalbahn von Innsbruck nach München. Ihre beiden Schleuser, die ebenfalls aus Afghanistan stammten, wurden nach ihrer Vorführung beim Ermittlungsrichter ins Gefängnis eingeliefert.

Beamte von Bundes- und Landespolizei griffen im Oktober in Lindau innerhalb eines Tages zwölf ausweislose Personen aus dem Irak auf. Sie gaben an, für jeweils 10.000 Dollar mit dem Lkw nach Deutschland gebracht worden zu sein.

Am Irschenberg fiel Fahndern der Landespolizei im September ein völlig überladener Kastenwagen auf. Im Fahrzeug fanden sie 15 unerlaubt eingereiste Kurden aus dem Irak und dem Iran. Der rumänische Fahrer wurde festgenommen. Wie sich herausstellte, stand eine vierköpfige Bande hinter der Schleusung.

Zwischen Ende März und Anfang April führte die Bundespolizei anlässlich des NATO-Gipfels auch an der Grenze zu Österreich befristete Grenzkontrollen durch. Dabei ging den Beamten an der A 8 ein Kastenwagen mit neun unerlaubt eingereisten Personen ins Netz. Die vier Frauen, zwei Männer und drei Kinder auf der Ladefläche konnten sich nicht ausweisen. Sie hatten im Laderaum weder Fenster noch Sitze. Ein Abfalleimer stand den Geschleusten für Müll und Fäkalien zur Verfügung. Laut deutschem Fahrzeugführer hatte er die Personen unter diesen Bedingungen von Ungarn aus nach Deutschland transportiert. Die Bundespolizisten beschlagnahmten das Fahrzeug und entzogen dem mutmaßlichen Schleuser an Ort und Stelle die Freiheit.

Bahnpolizei:

Betrugsdelikte stehen an erster Stelle

Auch in Sachen Bahnpolizei war die Bundespolizeiinspektion Rosenheim 2009 stark gefordert. Im Zuständigkeitsbereich, der sich auf 200 Bahnhöfe und Haltepunkte sowie 2.000 Bahnkilometer erstreckt, wurden über 2.800 Straftaten zur Anzeige gebracht. An erster Stelle stehen laut Jahresbilanz der Rosenheimer Bundespolizei die über 1.200 Betrugsdelikte, zu welchen auch die „Schwarzfahrten“ mit der Bahn zählen.

Daneben bildeten im letzten Jahr Sachbeschädigungen, Diebstähle und Unterschlagungen sowie gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr das Gros der häufigsten Delikte. Auch wenn aus Sicht der Bundespolizei jede einzelne Gewalttat eine zu viel ist, nahmen die rund 110 Körperverletzungen im Verhältnis eine eher untergeordnete Rolle ein. Bei zahlreichen Handgreiflichkeiten war Alkohol im Spiel, gerade zur Herbst- und Oktoberfestzeit.

Mit Gewalt, aber ohne Erfolg, widersetzten sich 25 Personen den bundespolizeilichen Anordnungen. Lediglich zwei Beamte trugen bei solchen Widerständen Verletzungen davon.

Seriendiebe in Fernreisezügen

Im Juni konnten die Beamten gleich zwei Seriendiebe in Fernreisezügen festnehmen. Der eine, ein wohnsitzloser Italiener, machte sich im Nachtzug Richtung Salzburg am Handgepäck der Reisenden zu schaffen. Der andere, ein Franzose bosnischer Herkunft, hatte auf Höhe Rosenheim die Fahrzeuge eines Autoreisezugs im Visier.

Fahndung und Ermittlung:

Rund 1.200 Täter festgestellt

Bei eigenen Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen stellten die Beamtinnen und Beamten der Bundespolizeiinspektion Rosenheim rund 1.200 Täter fest. Etwa 100 Gegenstände, wie etwa Drogen oder Waffen, konnten sie sicherstellen. Außerdem hatten die Bundespolizisten rund 440 Fahndungstreffer von Personen oder Sachen, die im Polizeicomputer ausgeschrieben waren.

Drogen und andere Pillen

Einen mutmaßlichen Drogenkurier ertappten Bundespolizisten im August. Im Gepäck des 52-jährigen Mannes, der mit dem Zug nach Innsbruck fahren wollte, fanden die Beamten zwei Kilo Heroin. Der „Stoff“ hätte auf dem Schwarzmarkt bis zu 70.000 Euro eingebracht. Einen Wert von 80.000 Euro hatten 4.000 Potenzpillen, die ein Deutscher im Januar nach Deutschland einführen wollte. Er wurde im Zug von Salzburg Richtung München vorläufig festgenommen und wegen des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz angezeigt.

Schläger, Räuber und Erpresser

Im EuroCity von Wien nach München verhafteten die Fahnder im September einen gesuchten Verbrecher. Selbst seine falschen Ausweispapiere halfen ihm nicht, seiner Restfreiheitsstrafe zu entgehen. Der Serbe hatte wegen schwerer Körperverletzung noch knapp drei Jahre hinter Schloss und Riegel zu verbringen.

Wegen eines bewaffneten Überfalls auf eine Tankstelle wurde ein 23-jähriger Grieche gesucht. Im Nachtzug zwischen Salzburg und München verfing er sich Anfang Mai im Fahndungsnetz der Bundespolizei.

Auf der gleichen Strecke kontrollierten die Beamten Mitte Januar einen Afghanen. Wie sich herausstellte, hatte der Drogenabhängige wegen räuberischer Erpressung noch eine Restfreiheitsstrafe von eineinhalb Jahren „abzusitzen“.

Die Bilanz des vergangenen Jahres führt Ludger Otto, stellvertretender Leiter der

Ludger Otto, stellvertretender Inspektionsleiter.

Bundespolizeiinspektion Rosenheim, vor allem auf zwei Gründe zurück: „Wir blicken dank des Engagements unserer rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ein bemerkenswertes Jahresergebnis. Unsere grenzpolizeilichen Erfolge sind außerdem auf die hervorragende Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Bayerischen Landespolizei und des Zolls sowie den österreichischen Polizeibehörden zurückzuführen.

Der Bundespolizeiinspektion Rosenheim ist es daher wichtig, weiterhin abgestimmt und Hand in Hand mit ihren Sicherheitspartnern vorzugehen. So wird es uns auch in Zukunft gelingen, unseren Beitrag für die Sicherheit in der Region wirkungsvoll zu leisten.“

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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