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Wasserburg - Eigentlich alles wie immer: Die CSU fährt bei einer Wahl das schlechteste Ergebnis im Landkreis ein, die SPD und die Grünen das beste. ** Regionalergebnisse ** Artikel mit Video-Interviews mit den Rosenheimer Bundestagskandidaten **

Peter Windmaier, der Vorsitzende der Wasserburger CSU, hat angesichts eines Ergebnisses von 38,6 Prozent Zweitstimmen keinen Grund zum Jubeln, nimmt es aber als eindeutigen Auftrag zur Bildung einer bürgerlich konservativen Regierung. Und er stellt fest: "Die Parteienlandschaft hat sich nachhaltig verändert; es gibt nur noch eine große Volkspartei, die CDU/CSU." Was zum Beispiel das Ergebnis im Wahlbezirk Gabersee stützt. Dort bewegen sich SPD, Grüne und FDP rund um die 16-Prozent-Marke innerhalb von 0,6 Prozent.

Regioalergebnisse

Artikel mit Video-Interviews mit den Rosenheimer Bundestagskandidaten

Die Grünen laufen in einigen Wahllokalen der SPD den Rang als zweitstärkste Kraft ab, so zum Beispiel im Rathaus, wo sie mit 20,6 Prozent über zwei Prozentpunkte vorne liegen und in Reitmehring/Süd - wo die FDP an Platz drei liegt - sowie Attel, wo es jeweils über sieben Prozent sind. Dementsprechend zufrieden sind sie mit ihrem Wasserburger Ergebnis: Bei den Zweitstimmen um 4,6 Prozent auf 15,3 Prozent zugelegt, "wir stabilisieren uns damit auf hohem Niveau", so Ulrike Oyan vom Ortsvorstand. Sie sieht in dem Ergebnis auf eine Bestätigung des "sehr engagierten Wahlkampfes unserer Mitglieder".

Spitze im Landkreis, sechs Prozent über dem Kreisergebnis und auch über dem Landesergebnis. So betrachtet könnte die Wasserburger SPD eigentlich zufrieden sein Bei 18,1 Prozent ist das Abschneiden dann doch nur ein Trostpflaster, denn "das Wahlergebnis stellt bundesweit natürlich eine Niederlage dar", so die Ortsvorsitzende Kristina Müller. Hinzu kommt, dass die SPD zwar traditionell in der Altstadt, im Rathaus und der Grundschule am Gries sowie im Kindergarten St.Konrad mit über 20 Prozent vergleichweise gut abschnitt, in Reitmehring/Süd aber gerade mal über zehn Prozent kam.

Beide Direktkandidatinnen, die bisher schon im Bundestag saßen, Daniela Raab von der CSU und Angelika Graf von der SPD, schnitten bei den Erststimmen in Wasserburg jeweils rund 4,5 Prozent besser ab als ihre jeweiligen Parteien bei den Zweitstimmen.

Dass die FDP und die Linken mit 12,4 respektive 6,9 Prozent gute Ergebnisse einfuhren, überrascht Windmaier nicht. Eine große Koalition stärke immer die kleineren Partien in ihrem Wahlergebnis. Jetzt müsse sich zeigen, ob die FDP in der Regierungsverantwortung die nicht weiter aufschiebbaren Reformen mitzutragen bereit sei. Eine Koalition, die die Grünen bundesweit nur zu gern verhindert hätten. So zufrieden die Grünen mit ihrem Wasserburger Ergebnis sind, bundespolitisch haben sie nur eines der gesteckten Ziele, nämlich ein zweistelligen Ergebnis, erreicht, "die anderen haben wir klar verfehlt, da gibt es nichts schönzureden", so Ulrike Oyan.

Protest, die eigene Wählerschaft nicht mobilisieren können - "worin die Gründe für das schlechte Wahlergebnis zu suchen sind, wird die Partei noch klären müssen", sieht Kristina Müller nach Nacharbeiten auf die SPD zukommen.

Nacharbeiten musste gestern noch Peter Reinthaler, der die Wahlen in Wasserburg organisiert: Alle Unterlagen im Landratsamt abliefern, damit das amtliche Endergebnis festgestellt werden kann. Dafür lief es am Sonntag vergleichsweise problemlos, nur in einem Wahllokal verzögerte sich die Auszählung. Und bei den Briefwahlbezirken, die seit neuestem geografisch eingeteilt und damit sehr unterschiedlich groß sind, da überlegt er jetzt schon, bei den nächsten Wahlen - in vier Jahren sind Landtags- und Bundestagswahlen - eventuell einen vierten Briefwahlbezirk einzurichten.

Ob das bei der Wahlbeteilung Auswirkungen haben wird, ist fraglich. Gerade einmal 63,1 Prozent der Wahlberechtigten Wasserburger gaben ihre Stimme ab. Windmaier vermutet dahinter eine "Abstrafung der Großen Koalition". Möglich, denn vor vier Jahren gingen noch 70,7 Prozent zur Wahl. Die 63,1 Prozent, knapp zehn Prozent unter dem Bundesschnitt, werden im Landkreis Rosenheim nur von der Inselgemeinde Chiemsee unterboten.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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