5000 Schüler täglich in der Schulstadt

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Noch schnell Ersatz beschaffen, weil der alte Schulranzen am Ende der Sommerferien auch nicht besser aussieht als vor sechs Wochen - schließlich ist heute, Dienstag, Schulbeginn. 

Wasserburg - 5000 Schüler täglich - das hört man zur Schulstadt Wasserburg immer wieder. Neu ist die Zahl nicht mehr, aber wie aktuell ist sie noch?

Sind es tatsächlich 5000 Kinder und Jugendliche, die heute den ersten Schultag haben?

Eine Schulstadt sei Wasserburg, das betonen vor allem Kommunalpolitiker jeglicher Couleur immer wieder gerne. Nicht zu unrecht, denn von der Schule für geistig behinderte Kinder bis hin zur Beamtenfachhochschule reicht das Spektrum der mehr als ein Dutzend Schulen.

Sonderpädagogisches Förderzentrum

Paradiesisch mag so manchem Lehrer anderer Schulen die Klassenstärke der neuen ersten Klasse vorkommen: Acht Kinder beginnen heute am Kaspar-Aiblinger-Platz mit dem Unterricht. "Wir hätten noch für vier weitere Luft", so Schulleiterin Monika Puttfarcken. 160 Schüler sind es insgesamt im Sonderpädagogischen Förderzentrum, in der siebten sowie der kombinierten achten und neunten Jahrgangsstufe sind Ganztagesklassen eingerichtet.

Makarius-Wiedemann- Schule Attel

80 Kinder und Jugendliche und damit einer mehr als im vergangenen Jahr werden hier unterrichtet, sechs haben heute ihren allerersten Schultag. Mit Lehrerstunden sei man gut versorgt worden, heißt es zufrieden in Attel. Erleichtert ist das Kollegium, dass sich die Inklusion noch nicht in sinkenden Schülerzahlen bemerkbar macht. Denn geistig behinderte Kinder und Jugendliche sollen künftig verstärkt in Regelschulen gehen.

Grundschule am Gries

65 Mädchen und Buben betreten heute mit Schultüte in die Schule, 19 davon werden künftig den ganzen Tag hier verbringen. Denn erstmals startet heuer eine Ganztagsklasse bei den Kleinsten. Eine eigens eingestellte Pädagogin kümmert sich zwei Nachmittage um die kleinen Ganztagsschüler und ist zudem einen Tag in der Mittagsbetreuung aktiv. In der dritten und vierten Jahrgangsstufe der dreizügigen Schule mit 261 Schülern gibt es ebenfalls Ganztagsklassen "und im nächsten Schuljahr haben wir dann durchgehend Ganztagsklassen", so Schulleiterin Christa Fiedler.

Grundschule Reitmehring

Zwei erste Klassen mit 14 beziehungsweise 15 Schülern beginnen hier heute mit dem Unterricht. Und in einer Klasse ist nicht nur für die Kinder die Schule neu, sondern auch für die Lehrerin. 130 Schüler in acht Klassen besuchen die Grundschule Reitmehring. "Es werden weniger", sagt Schulleiter Franz Stadler, "was ja für die Klassenstärke ganz schön ist - so lange es nicht zu wenig Kinder werden".

Mittelschule am Klosterweg

Hauptschule oder Mittelschule? Wer mit wem in welchen Verbund? Nein, das wird hier nicht noch einmal alles wiederholt. An der Mittelschule am Klosterweg, Sitz des Schulverbundes Wasserburger Land, gibt es im Schulalltag "nichts wesentlich neues", vermeldet Schulleiter Franz Stein amüsiert. Mit Lehrerstunden sei man besser als gedacht versorgt worden, von einer Klassengröße von 20,5 Schülern könnten andere Schularten nur träumen. Regelklassen, M-Zug, zwei Praxisklassen - und nun kommt auch noch die "9plus2"-Klasse hinzu. Diese ermöglicht es Schülern mit einem guten Quali, in zwei Jahren die mittlere Reife zu machen. 410 Jugendliche besuchen die gut vier Jahrzehnte alte Schule, deren Umbau ansteht. "Ich hoffe, dass das nächstes Jahr in den Sommerferien mit dem Abriss der Turnhalle los geht", so Stein.

Berufliche Oberschule

Die berufliche Oberschule, den meisten noch als FOS/BOS geläufiger, hat einen neuen stellvertretenden Schulleiter (wir berichteten) und bekommt neben einigen neuen Lehrern erstmals auch eine Schulpsychologin. Die ist auch noch für drei weitere Schulen - die benachbarte Berufsschule, sowie die FOS/BOS und die Berufsschule II in Rosenheim zuständig. 330 Neuzugänge haben sich angemeldet. Ob sie auch alle antreten, das müsse sich erst noch zeigen, so Schulleiter Johann Schaller, denn aufgrund der stark verbesserten Lehrstellensituation könne es sich der eine oder die andere durchaus noch anders überlegt haben. Was Schaller verblüfft: Die beiden Technik-Klassen der FOS sind relativ klein, "das steht absolut im Widerspruch zu den beruflichen Chancen." 470 Schüler hat die berufliche Oberschule in diesem Jahr, das sind weniger als im Vorjahr, die Zahl der Klassen aber bleibt gleich.

Anton-Heilingbrunner- Realschule

1292 - keine Jahreszahl, sondern die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ab heute die Anton-Heilingbrunner-Realschule besuchen. Allein 200 sind es in den sieben fünften Klassen. Da wird es eine Weile dauern, bis der neue Schulleiter Markus Hösl-Liebig seine Schützlinge alle kennt. Von Seiten des Kultusministeriums kommen keine Neuerungen auf die Realschule zu. Und der neue Chef, bisher Leiter der Traunreuter Realschule, versichert entspannt, er habe "nichts bahnbrechend Neues" geplant, erstmal gelte es, sich zu orientieren und kennenzulernen.

Berufsschule

Schulsprengel über die Landesgrenzen hinaus, Blockunterricht - an der Berufsschule in der Ponschabaustraße ist vieles anders als an anderen Schulen. Deswegen fällt es der stellvertretenden Schulleiterin Claudia Romer auch etwas schwer zu sagen, wie viele Schüler es tatsächlich sind. 1350, "eventuell noch ein paar mehr", werden es wohl. Mehr als 500 gleichzeitig sind es allerdings nicht. Sowohl bei den Modellbauern als auch bei den Kfz-Mechatronikern sind es mehr Schüler als in den Vorjahren, da scheint der Boom in der Autoindustrie durchzuschlagen. Die Neuordnung der Ausbildung der technischen Produktdesigner auf Bundesebene - inklusive einer Verlängerung der Ausbildung von drei auf 3,5 Jahre - macht sich mit einer neuen zehnten Klasse in Wasserburg bemerkbar, die technischen Systemplaner hießen mal technische Zeichner. Hier mehr Azubi, dort mehr Azubis und dennoch nicht mehr Schüler? Weil es an der Berufsschule kaum noch Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gibt, das Berufsintegrationsjahr vermutlich gar nicht angeboten werden kann. "Schade um die Einrichtung aber natürlich toll für die Jugendlichen", so Claudia Romer.

Luitpold-Gymnasium

"Wir hoffen auf ein ruhiges Jahr", lacht Schulleiter Peter Rink. Das doppelte Abitur des letzten G9- und des ersten G8-Jahrgangs hatte das vergangene Schuljahr geprägt. 133 Fünftklässler beginnen heute am Luitpold-Gymnasium, 1047 Schüler sind es insgesamt. Weniger als in den Vorjahren, da die 13.Jahrgangsstufe wegfällt. Wie an den meisten bayerischen Gymnasien sind auch in Wasserburg die Mathe und Physik-Lehrer etwas knapp, bei Englisch und Geschichte hingegen ist das Angebot groß. Die Stundenzahl ist ausreichend, der Pflichtunterricht in vollem Umfang gewährleistet "und beim Wahlunterricht haben wir ein bisschen Luft", so Rink. Ab diesem Schuljahr wird es eine Hausaufgabenbetreuung geben, mittlerweile laufen auch Bestrebungen, eine Ganztagsklasse einzuführen. Die ersten Vorgespräche mit dem Landratsamt - der Landkreis ist Sachaufwandsträger des Gymnasiums - gab es schon.

Rechnet man zu den erwähnten Schulen noch die Absolventen der Berufsfachschulen für Krankenpflege am Inn-Salzach-Klinikum (150) sowie an der Romed-Klinik (86) und die der Physiotherapieschule (81) sowie die Studenten und erwachsenen "Schüler" der Beamtenfachhochschule und der Sozialverwaltungsschule - zusammen rund 150 - hinzu, dann sind die 5000 Schüler pro Tag wieder erreicht.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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