Das künftige Rückgrat der Verwaltung

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Ministerialdirigent Werner Zwick ehrte die Prüfungsbesten, mit 1,65 war Nathalie Scheibenzuber aus Niederbayern die Beste.

Wasserburg - Die Verwaltungsschule der Sozialverwaltung verabschiedete ihre Absolventen. Einige erhielten eine besondere Ehrung:

In einer Feierstunde erhielten 35 Absolventen der Verwaltungsschule der Sozialverwaltung in Wasserburg jetzt nach ihrer erfolgreich abgelegten Qualifikationsprüfung für den Einstieg in die zweite Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Verwaltung und Finanzen (fachlicher Schwerpunkt Sozialverwaltung) ihre Urkunden.

Im historischen Rathaussaal hatten sich auch viele Ehrengäste eingefunden, um mit den frischgebackenen Verwaltungswirten und Verwaltungswirtinnen und ihren Familien zu feiern. Die Prüfungsbesten Sissy Müller (1,97), Corinna Märkl (2,21) und Katja Müller (2,21) von der Einstellungsbehörde Arbeits- und Sozialgericht, sowie Nathalie Scheibenzuber(1,65), Jacqueline Lampret (1,97) und Claudia Wolfrum(2,03) vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) ehrte Ministerialdirigent Werner Zwick für ihre herausragenden Leistungen.

Die Absolventen würden wohl alle im siebten Himmel schweben, vermutete Schulleiterin Brigitte Kilburger und freute sich über einen Prüfungsjahrgang, bei dem alle mit hervorragenden Leistungen bestanden hätten. Getreu dem Lehrermotto "Mit bildhafter Sprache und wenigen Worten Sachverhalte so erklären, dass sie möglichst lange in Erinnerung bleiben" ließ sie, passend dazu, einige alte Sprichwörter mit einfließen, die gut auf die frischgebackenen Verwaltungsfachwirtinnen und -wirte und ihre Abschlussfeier umzumünzen waren.

Während der Ausbildung in den Verwaltungen und in der neunmonatigen Schulzeit in Wasserburg hätten die Absolventen Gesetzestexte in der Theorie und ihre Anwendung auf Menschen und Akten in der Praxis gelernt. Die Qualität der Ausbildung hänge von vielen Faktoren ab. Festzustellen sei, dass die Verzahnung von fachtheoretischer und praktischer Ausbildung gut geklappt habe. Die Ausbildung solle nun, ganz nach Dostojewski, als Baustein für ein erfülltes Leben genutzt werden. Denn ein erfülltes Leben falle nicht vom Himmel.

Zweite Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke gratulierte und wünschte den Absolventen die nötige Geduld und Motivation beim Bearbeiten der Fälle oder Sachverhalte ohne dabei den Menschen dahinter zu vergessen. Auf diesem Hintergrund wünschte sie "eine tolle Karriere und schöne Erinnerungen an Wasserburg".

Landrat Josef Neiderhell betonte in seinen Grußworten, froh zu sein, keine "Lunte gerochen zu haben". Er werde auch in kein Fettnäpfchen treten wenn er feststelle, dass die zweite Qualifikationsebene das Rückgrat einer jeder Verwaltung sei. Die Behörden wüssten solch qualifizierte Mitarbeiter sehr wohl zu schätzen.

Die Präsidentin des Bayrischen Landessozialgerichts, Elisabeth Mette, freute sich in ihrer Festrede, dass alle Schüler bestanden hätten und so unbeschwert feiern könnten. Doch das Ende der Ausbildung beinhalte auch den Abschied von gewissen Vorrechten. Nun erhalte der Begriff "Pflicht", der das Gegenteil von dem bedeute, das man gerne tun möchte, schärfere Konturen. Das Zeugnis bedeute eine große Verantwortung für das Sozial- und Rechtssystem und keineswegs das Ende des Lernens. Die fortschreitende Technik mit der elektronischen Akte werde eine Herausforderung bedeuten ebenso wie die vielen Änderungen des Gesetzgebers. Vielleicht hätten die Absolventen bei genauerem Hinsehen nun ihren Traumjob mit Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, vermutete Elisabeth Mette, jedenfalls sei gerade in der Schuldenkrise, nicht zuletzt anhand Griechenlands und via Brüssel, deutlich geworden, dass es gute Beamte als wichtige Stütze für einen funktionierenden Staat brauche.

Um für die künftigen Aufgabengebiete gerüstet zu sein, habe man aus Arbeits,- Grund-, Sozial- und Verwaltungsgesetzen gefühlt eine Million Paragrafen und Abkürzungen gelernt und dann festgestellt "BGB - es geht noch schlimmer", schilderten Vertreter der Absolventen die Herausforderungen der Ausbildung. Doch schließlich habe man sich die Anweisung "erst Panik wenn ich es sage" von Schulleiterin Brigitte Kilburger zu Herzen genommen und am Ende habe alles gut geklappt. Mit einer Party habe die Zeit in Wasserburg begonnen und mit einer Party ginge sie nun zu Ende. Dazwischen sei die Post abgegangen, man habe jeden Quadratzentimeter Wasserburgs erkundet und eine tolle Klassengemeinschaft erlebt.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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