"Historischer Tag für Albaching" 

Seit über 25 Jahren im Visier: Jetzt kommt die Ortsumgehung! 

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Schluss mit Lkw-Durchgangsverkehr in Albaching: Der Bau der Umgehungsstraße wurde beschlossen. 
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Albaching - Abgase und Lärm durch unzählige Lkw's und Autos - Dieses Bild bot sich bis dato tagtäglich für die Albachinger. Damit ist jetzt Schluss. Der Kreisausschuss beschloss am Donnerstag, 20. Juli, einstimmig den Bau einer Ortsumgehung. "Ein historischer Tag für Albaching": 

Erste Anregungen für den Bau einer Ortsumgehung begannen bereits Anfang der 1990-er Jahre. Aufgrund der damals angespannten Finanzlage wurden die Planungen in Albaching aber wieder auf Eis gelegt - allerdings nie ad acta. Erste konkrete Pläne für einen Bau existieren seit 2009. Am 26. April 2017 schließlich beantragte die Gemeinde beim Landkreis Rosenheim den Bau der Ortsumgehung. Anlass dafür sei laut Bürgermeister Franz-Xaver Sanftl in erster Linie die sehr enge und verwinkelte Ortsdurchfahrt der Kreisstraße RO42 verbunden mit einem hohen Anteil an Schwerverkehr. "Die Kreisstraße RO42 stellt die Verbindung zwischen der B15 im Norden und der B304 im Süden nach Wasserburg dar und ist beliebt bei Lkw's und auch München-Pendler", so der Bürgermeister. "Albaching ist die einzige Ortsdurchfahrt für den Schwerverkehr."

Schwerverkehr durch Albachings Ortsmitte: Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an. 

 Besonders problematisch für die 1.750-Seelen-Gemeinde sei es im Bereich der denkmalgeschützten Kirche St. Nikolaus. Bezirksrat Sebastian Friesinger, selbst Albachinger, erklärte, es würde aufgrund des Durchgangsverkehrs "immer wieder an der Kirche bröckeln". Als sich die Mitglieder des Kreisausschusses in der Ortsmitte ein Bild von der Lage machten, wurde das Problem bereits nach wenigen Minuten ersichtlich: Ein Lkw nach dem anderen passiert die Engstelle an der Kirche, es bilden sich lange Rückstaus, weil Lkw und Pkw bei einer Fahrbahnbreite von nur 5,20 Meter nicht aneinander vorbeikommen. "Das geht den ganzen Tag so in Albaching", konstatierte Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl trocken. 

"Neben den gesundheitlichen Aspekten für die Bürger wie Lärm und Abgasbelastungen steht auch das Thema Sicherheit bei der hoch frequentierten RO42 im Fokus", so die Meinung von Kölbl. Des öfteren schon habe es an den Engstellen im Dorf Blechschäden gegeben. Zudem sei die sogenannte "Kesselsee-Strecke" beliebt und bekannt bei Motorradfahrern, die die "kurvenreiche Straße" bevorzugen würden. 

Die Mitglieder des Kreisausschusses machten sich ein Bild von der künftigen Lage der Umgehungsstraße. 


Margit Böhm von der Unteren Naturschutzbehörde erklärt, von Seiten des Naturschutz gäbe es keine Einwände. Die Trasse verlaufe über landwirtschaftlich genutzte Flächen, Schutzgebiete gebe es keine rund um die Gemeinde. Es seien zudem Ausgleichsflächen für Tiere und Pflanzen vorgesehen. 

So wird die neue Umgehungsstraße (in rot) verlaufen. 

Aufgrund dieser Aspekte entschied sich der Kreisausschuss einstimmig für den Bau einer Ortsumgehung in Albaching. Die neue Straße wird 2,5 Kilometer lang werden, sieben Meter breit sein und in einem Abstand von 160 bis 360 Meter nördlich an Albaching vorbeiführen. Der Bebauungsplan sei bereits rechtskräftig, die Gesamtkosten für die Umgehung liegen bei 3 Millionen Euro, wovon 1,5 Millionen Eigenmittel sind. Die Bauzeit beträgt etwa ein Jahr. Baubeginn ist für Frühling 2018 geplant, eine Fertigstellung der Umgehungsstraße für Ende 2018 vorgesehen. Über 3.000 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden wird die neue Umgehungsstraße künftig von Albaching fernhalten. Einem Gutachten zufolge werde durch die neue Umgehungsstraße ein Verkehrsrückgang von 77 Prozent in der Gemeinde möglich sein.

Man könne der "Ortschaft Oibich" nur gratulieren, lautete der allgemeine Tenor im Kreisausschuss. Die im Bürgersaal von Albaching anwesenden Bürger einschließlich Albachings Rathauschef Franz Xaver Sanftl applaudierten den 14 Ausschussmitgliedern für ihre Entscheidung. "Zeit wird's, dass in Albaching Ruhe einkehrt. Das ist wahrlich ein historischer Tag und ein wichtiger Weg für die kleine und schöne Gemeinde im Altlandkreis von Wasserburg", freut sich Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler. Albachings Bürgermeister Franz-Xaver Sanftl bedankte sich am Ende herzlich für die Zustimmung des Kreisausschusses. "Ich glaube, Sie haben heute für die Leute in Oibich eine schöne und wichtige Entscheidung getroffen.

Albachings Bürgermeister Franz-Xaver Sanftl (links) und Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl (rechts) freuen sich sehr über den Bau der Umgehungsstraße. 

mb

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