Das sagen Polizei Wasserburg und Landratsamt Rosenheim 

Eskalierte Privatparty in Albaching - War die Auflösung wirklich notwendig? 

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Am Wochenende musste eine Privatparty in Albaching durch die Polizei aufgelöst werden.

Albaching - War der Einsatz der Polizei in der Nacht auf Sonntag, 8. Dezember, bei einer Privatparty gerechtfertigt? Polizei und Landratsamt Rosenheim sind sich hier einig. Und: Die Party hätte wohl angemeldet werden müssen. 

In einer Art "Party-Stadl" feierten rund 300 Gäste einen 18. Geburtstag am vergangenen Wochenende im Albachinger Gemeindegebiet, als plötzlich eine junge Frau zusammenbrach und die Polizei die Party abbrach


Dass die Beendigung der Party, noch bevor sie weiter habe eskalieren können, notwendig war, bestätigte die Polizei Wasserburg auf Nachfrage von wasserburg24.de. "Wir haben vor Ort mit dem Veranstalter gesprochen und ihm nahegelegt die Feier zu beenden - auch ob des bewusstlosen Mädchens, das vom Notarzt versorgt werden musste. Er hat letztlich selber eingesehen, dass ihm die Feier aus dem Ruder laufen wird, wenn er nicht die Notbremse zieht." 

Polizeieinsatz wegen "Privatparty" in Albaching

 © gbf
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Zudem hätte die Party in diesem Umfang angemeldet werden müssen, es sei Geld für Getränke verlangt worden, ein DJ habe aufgelegt und Flyer verteilt worden. 

Beziehung Veranstalter-Gast ausschlaggebend

In solchen Fällen sei eine Anmeldung und die Einholung einer Genehmigung unabdingbar, erklärt auch der Pressesprecher des Rosenheimer Landratsamts, Michael Fischer: "Grundsätzlich gibt es keine konkreten Regelungen für Partys, ab welcher Größe oder Gästeanzahl eine Genehmigung eingeholt werden muss. Es gibt lediglich Hinweise, die eine Privatparty ausschließen, wie der Verkauf von Eintrittskarten oder ein Unkostenbeitrag für Getränke." 

Eine der wichtigsten Unterscheidungen sei die persönliche Verbindung zum Veranstalter: "Wer mit 150 Leuten feiert und alle kennt, feiert eine Privatparty - egal ob Geburtstag oder Hochzeit. Sobald aber ein Gast fremde Personen mitbringt, die dem Veranstalter nicht bekannt sind, befinden wir uns schon am Wendepunkt zu einer Party, die eine Genehmigung erfordert." 

Es gibt in der Region immer wieder Partys solcher Art, die aus dem Ruder laufen: In Seeon-Seebruck, Palling oder Trostberg mussten im Frühjahr und Sommer diesen Jahres jeweils Polizeibeamte eingreifen und unangemeldete Privatpartys auflösen. Alfred Fiedler, Leiter der Traunreuter Polizeistation, nahm nach den Eskalationen im Raum Chiemgau bereits im Gespräch mit der Redaktion Stellung. 

Finanzielle Konsequenzen 

Aufgrund der Angaben der Polizei bewertet das jeweilig zuständige Landratsamt solche Fälle und leitet gegebenenfalls ein Bußgeldverfahren gegen den Veranstalter ein. 

 "Wichtig ist die Altersgrenze beim Ausschank von Alkohol einzuhalten, dass Minderjährige zu einer bestimmten Uhrzeit daheim sind, Auflagen zum Brand- und Jugendschutz beachtet werden, Fluchtwege frei gehalten werden, ein Ordnungsdienst aufpasst oder Lärmschutz zum Wohl der Anwohner eingehalten wird", erläutert Fischer weiter. "Wer all diese Aspekte einhält und eine größere Party unter bestimmten Rahmenbedingungen anmeldet, dem steht für eine Partynacht nichts mehr im Wege." 

Auch die Polizei habe "grundsätzlich nichts gegen Feiern", betont der Polizeibeamte der Wasserburger Inspektion abschließend: "Es ist nicht unsere Intention, Partys aufzulösen. Aber wenn der Veranstalter nicht mehr Herr der Lage ist und sich eine eskalierende Situation anbahnt - wie in diesem Fall, dass ein Gast bewusstlos ist - dann müssen wir einschreiten und dann natürlich auch prüfen, ob alles rechtens ist. Die Entscheidung, ob die Feier am Ende aufgelöst wird, ist dabei immer Abwägungssache." 

mb

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