Alkoholfahrt führt direkt in den Knast

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Wasserburg - Seine Beharrlichkeit, nach ein paar Bierchen und ohne gültige Fahrerlaubnis Auto zu fahren, brachte einen Malermeister nun geradewegs ins Gefängnis.

Insgesamt vier Vorahndungen wegen gleichgelagerter Vergehen hatte der 63-jährige bereits im Bundeszentralregister vermerkt. Daher sah die zuständige Richterin des Wasserburger Amtsgerichts keinen Spielraum mehr für eine Bewährungsstrafe.

Seine Leidenschaft fürs Autofahren wurde dem Angeklagten am 27. August des vergangenen Jahres wieder einmal zum Verhängnis. Da geriet er mit einer Alkoholisierung von 0,6 Promille in eine Verkehrskontrolle. Bei der Überprüfung stellten die Beamten dann fest, dass es sich um keinen Unbekannten in der Verkehrssünderkartei handelt und der Mann 2008 nach einer Verurteilung auf seine Fahrerlaubnis verzichtet und nach einer Sperre nicht wieder beantragt hatte.

"Ich muss nur was gegen den Alkohol machen", sagte der Angeklagte vor dem Amtsgericht, wo er sich wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten musste. Den Antrag habe er zwar schon einmal besorgt, dabei sei es dann auch geblieben. Aber wenn er ihn stellen würde, würde er auch mit dem Trinken aufhören. Die Anmerkung des Staatsanwalts, dass die MPU knallhart sei und man mindestens ein Jahr trocken sein müsse, konnte der Angeklagte dann auch bestätigen. Nach eigenen Angaben ist er nämlich bereits einmal durchgefallen.

Da es sich um eine Reihe gleichgelagerter Straftaten mit demselben Auto gehandelt habe, prüfte die Staatsanwaltschaft auch, ob das Fahrzeug eingezogen werden solle. Es wurde aber darauf verzichtet, da das Auto als Betriebsfahrzeug benutzt werde und nicht direkt im Zugriff des Angeklagten sei. Der Angeklagte hatte ausgesagt, dass das Auto in der Regel von seiner Mitarbeiterin gefahren werde. Die 30-jährige Zeugin bestätigte die Angaben und betonte, dass ihr Chef die Kosten trage und auch einen Zweitschlüssel für Notfälle habe, sie aber im Besitz der Wagenschlüssel sei und ihn damit täglich zur Arbeit abhole.

Das wird sie wohl in den nächsten Monaten nicht mehr machen müssen, da das Gericht den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilte. Da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung stand, muss er auch noch seine dreimonatige Bewährungsstrafe vom März 2011 verbüßen und somit für insgesamt sieben Monate einrücken. Auf eine Führerscheinsperre verzichtete die Richterin, da es ihrer Meinung nach ohnehin schwer genug sein werde, den Führerschein wieder zu erlangen und mit einer Sperre eine Resozialisierung schier unmöglich sei.

Der Angeklagte habe keine Fahrerlaubnis mehr, weil er seine Grundprobleme nicht löse und es nicht schaffe, sich ohne Alkohol ans Steuer zu setzen, betonte das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Es werde sehr genau geprüft, ob jemand ins Gefängnis gehen muss, aber der Angeklagte sei schon zweimal deswegen vorbestraft und es werde keine andere Möglichkeit gesehen, ihn vom unrechtmäßigen Autofahren abzuhalten.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Sperre von fünf Jahren gefordert, da es sich mit vier Verurteilungen in enormer Rückfallgeschwindigkeit um einen beharrlichen Verstoß gegen das Gesetz handle.

Der Angeklagte betonte, dass er kein Schwerverbrecher sei, sondern nur "für sein Leben gern" Auto fahre. Er ließ offen, ob er gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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