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"Geburtshelfer" Wolfgang Gröll vor der Planskizze des Evenhausener Dorfladens.

Wasserburg - "Nichts auf der Welt ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist." Diesen Ausspruch von Viktor Hugo zitierte Konrad Fürstenberger unter starkem Beifall bei der Gründungsversammlung der Dorfladen-Gesellschaft in Evenhausen.

Evenhausen - Dass für den Dorfladen die Zeit gekommen ist, darüber waren sich die mehr als 70 Anwesenden einig. Am gleichen Abend noch wurden 54 Gesellschafter-Verträge abgegeben und 75 Anteile gezeichnet, so dass die Dorfladen UG mit einem Startkapital von 18750 Euro beginnen kann. "Das ist aber nur der erfreuliche Startschuss", betonte Bürgermeister Gust Voit. In den nächsten Wochen hoffen Gemeinde und Gesellschafter darauf, dass sich zahlreiche weitere Bürger zu einer Mitgliedschaft als stille Gesellschafter entschließen und Anteile von je 250 Euro zeichnen. Die unterschriebenen Verträge können jederzeit bei Konrad Fürstenberger abgegeben werden. Kontakt unter 08075/302.

Zuvor hatte Wolfgang Gröll das Vertragswerk für die "Dorfladen Evenhausen UG" vorgestellt und die Vorteile einer "Stillen Gesellschaft" erläutert. Die Anwesenden stimmten über die einzelnen Passagen ab und nahmen den Vertrag schließlich einstimmig an. Gröll hat schon viele Dorfladen-Gründungen begleitet und wird von den Akteuren gern als "Geburtshelfer" oder "Dorfladen-Papst" bezeichnet.

Die Dorfladen UG ist zunächst auf zwölf Jahre angelegt und kann erstmals zum 31. Dezember 2022 gekündigt werden, danach halbjährlich. Gewinne können auch in Warengutscheinen an die Gesellschafter ausgeschüttet werden und sind mindestens ein Jahr gültig, erklärte Gröll. Eine externe Rechnungsprüfung sei durch Mitgliedschaft im Zentralverband möglich. Einen wichtigen Diskussionspunkt bildete die Finanzierung, da für die Räume des Dorfladens ein Anbau an das Gassner-Gebäude als Fertigbau in Holzkonstruktion mit 60 Quadratmetern Verkaufsfläche und 30 Quadratmetern Nebenräumen geplant ist. Die geschätzten Kosten für Gebäude und Ladeneinrichtung liegen bei etwa 125000 Euro. Sie sollen durch einen Leader-in-ELER-Zuschuss, die Bürgerbeteiligung, eine "Muskel-Hypothek" - sprich Eigenleistung - und ein Darlehen von der Bank aufgebracht werden. Der Erbpachtvertrag wird auf 25 Jahre geschlossen und mit einer Betreiber-Pflichtklausel versehen. Für Fremdmittel wird die Obergrenze auf 80000 Euro festgelegt.

In einer spannenden Wahl, die Bürgermeister Gust Voit leitete, bestimmten die 54 Wahlberechtigten sieben Mitglieder für den neuen Gesellschafterrat, der als Aufsichtsrat für drei Jahre bestellt wurde. Je ein Drittel der Mitglieder wird dann jährlich neu gewählt. Zum Evenhausener Dorfladen-Aufsichtsrat gehören nun: Konrad Linner, Johanna Lexa, Matthias Görres, Monika Huber, Bärbel Rieger-Ziegler, Helmut Kristen und Brigitte Prylinski.

Zu Beginn des Abends hatte Konrad Fürstenberger an die "Geburtsstunde" der Dorfladen-Idee vor zwei Jahren durch Evenhausener Frauen beim Kaffeetrinken erinnert. Bald wurde ein Arbeitskreis gebildet und eine Fragebogen-Aktion durchgeführt. Die Gemeinde gab dann die Machbarkeitsstudie in Auftrag und wird sich um den Leader-Zuschuss kümmern. Ziel des Dorfladens sei es, dass die Evenhausener ihren Grundbedarf an Lebensmitteln künftig wieder im Ort decken können und die Nahversorgung mit heimischen Produkten aus der Region garantiert werde. Durch ein kleines integriertes Café soll das soziale Leben im Dorf gestärkt werden, stellte Fürstenberger in Aussicht. Der Evenhausener Dorfladen habe alle Chancen, zu einem "LebensMittel-Punkt" zu werden.

mpa/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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