Altstadt, Balkon, Stellplatz, Aufzug

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Verkauft sind die Wohnungen am Marienplatz 15 bereits alle. Mieten ist aber durchaus noch möglich.

Wasserburg - Das Häuschen für die Familie oder die Altstadtwohnung mit Stellplatz vor der Haustür, das sind auf dem Wasserburger Immobilienmarkt die Renner.

"Bezahlbare Häuser, gleich ob zum Kaufen oder zum Mieten, die fehlen in Wasserburg", sagt Waltraud Dörfler. "Die sind immer gefragt, aber das Angebot ist sehr mager", stimmt ihr Erich Grandl zu. Denn diese Häuser gehen unter der Hand weg, Immoblienmakler werden selten eingeschaltet. Und wenn ein solches Haus dann auch noch im Unteren Burgerfeld steht, dann genügt ein Räusperer und es hat einen neuen Besitzer.

Aber nicht nur Häuser sind gefragt, auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen hat angezogen. Die Finanzmarktkrise macht sich da bemerkbar, sind sich Immobilienmakler und Architekten einig. "Es gibt viele Kapitalanleger auf der Jagd nach Schnäppchen", hat Waltraud Dörfler festgestellt. Davon allerdings gibt es wenige. "Die Nachfrage ist hoch, das Angebot gering", fasst es Harald Frank zusammen. "Wenn Preis und Lage stimmen, dann geht alles, vor allem wenn in der Altstadt auch noch ein Stellplatz dabei ist. Das ist dann der Renner", so Grandl.

Die Stellplätze sieht auch Eik Kammerl als Problem. Allerdings als kaum zu lösendes. Was anderorts oft ein Problem ist, nämlich nicht sanierte Altbauten im Ensembleschutz zu verkaufen, das sei in Wasserburg weniger schwierig, die steuerliche Abschreibemöglichkeit macht Kauf und Sanierung für viele Investoren interessant. "Die Stadt ist da sehr professionell, andere Kommunen tun sich da viel schwerer oder lassen sich gar nicht darauf ein", so die Erfahrung des Architekten.

Kammerl hat gerade die Sanierung von zwei Häusern in der Altstadt geplant, in der Schmidzeile beginnt der Umbau, sobald die maximal vier Wohnungen verkauft sind. Am Marienplatz hängt der Umbau des Hintereggerhauses derzeit in der Luft, wird voraussichtlich erst nächstes Jahr beginnen. Dort sind über der Parfümerie zwölf Wohnungen vorgesehen - Stellplätze gibt es bestenfalls für die Hälfte.

Was es dort allerdings ebenso geben wird wie ein paar Häuser weiter, das ist ein Aufzug. "Fast Pflicht" nennt es Kammerl, und Kollege Richard Kröff, der den Umbau des Marienplatzes 15 geplant hat, sieht das genauso: "Die Kundschaft für solche Wohnungen ist meist 50 plus, hat das Geld und plant für später. Da werden die Mehrkosten für einen Aufzug gerne gezahlt." Die elf Wohnungen, die über dem momentan ausquartierten Schuhladen entstehen, sind alle verkauft.

Die beiden Architekten sind sich einig, dass die Nachfrage nach Wohnungen, die mit einem Aufzug zu erreichen sind, bleiben wird, Aufzüge bei Kauf und Miete echte Standortvorteile sind. "Das liegt an der Alterspyramide", so Kammerl, und Kröff konkretisiert: "In 15 Jahren ist ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre." Da lassen sich auch langfristig höhere Mieten erzielen, die die Investition in einen Aufzug interessant machen.

Dass Aufzüge längst nicht in allen Altstadthäusern möglich sind, das ist nicht nur den Architekten klar. "Wenn wir, wie in der Schustergasse, pro Stockwerk eine Wohnung haben, dann mag der Einbau eines Aufzugs möglich sein, rechnet sich aber nicht", so Robert Mayerhofer, Verwalter der städtischen Liegenschaften. Kurz- und mittelfristig ist nur in der ehemaligen Kaserne am Kaspar-Aiblinger-Platz der Einbau eines Aufzuges geplant, da steht aber das Umbaukonzept noch nicht. Dass allerdings ein Prestigeobjekt wie das Brucktor nicht ohne Aufzug umgebaut wird, war klar.

Die Alternative zum Aufzug ist, ob Eigentum oder gemietet, die Wohnung im Erdgeschoss oder ersten Stock. Und das möglichst entweder in der Altstadt oder ein paar Fußminuten entfernt. Die sind dann so gesucht, dass ein Eigentümer am Kapuzinerweg die Auswahl zwischen 40 Interessenten für seine Wohnung hatte.

Sylvia Hampel/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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