Altstadtbahn: Einstieg mit Wochenendbetrieb

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Wasserburg - "Wir wollen keinen Krieg, wir wollen umsetzen, was wir angefangen haben, wir wollen den Betrieb", sagt Andreas Braun von der Bayernbahn zum Thema "Altstadtbahn".

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Es geht um die etwas mehr als vier Kilometer lange Bahnstrecke Reitmehring-Wasserburg und die, da ist sich Rainer Kurzmeier von Pro Bahn ganz sicher, wird langfristig lohnende bis ordentliche Rendite abwerfen. Preiswerter als die elf Millionen, die ein Gutachter im Auftrag der Stadt Wasserburg für die Sanierung der durch Dammrutsch seit 25 Jahren unterbrochenen Strecke errechnete, sei diese auf jeden Fall, "zehn Prozent der Kosten", sagen sie. "Wir sehen keine Probleme", sagt Daniel Preis von der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in Bonn. Auch für die Firma Meggle gebe es Lösungen.

Nachdem der Stadtrat vor einem Jahr nach Vorlage der Kosten-Nutzen-Analyse beschloss, die Altstadtstrecke nicht zu reaktivieren und das Verfahrung für die Stilllegung der Strecke einzuleiten, letzteres erneut abgesegnet Ende Juli, tat sich lange Zeit gar nichts, seit ein paar Wochen umso mehr, und nun waren Andreas Braun, Daniel Preis und Rainer Kurzmeier nochmals im Rathaus bei Bürgermeister Michael Kölbl und luden anschließend zum Pressegespräch.

Den nächsten Schritt schreibt das Recht vor. Eine Strecke kann nur stillgelegt werden, wenn sich kein Unternehmen für den Betrieb findet. Damit an der Übernahme interessierte Betreiber wissen, wo eine Strecke stillgelegt werden soll, muss diese Absicht im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Die Stadt kommt dieser Pflicht wahrscheinlich noch im August nach, drei Monate können Bewerber ihr Interesse anmelden.

Auf diese Ausschreibung verwies ein Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Ende Juli die Stadt, nachdem diese die Freistellung der für den Bahnbetrieb notwendiger Grundstücke und die dauernde Einstellung des Bahnbetriebs bei der Regierung von Oberbayern beantragt hatte. Das Ministerium, zuständig für das Stilllegungsverfahren, schrieb, dass die Strecke nur dann dauerhaft nicht mehr betrieben werden soll, wenn sich kein Unternehmen für den weiteren Betrieb bereit erkläre. Wenn möglich, solle die Infrastruktur im Interesse der Allgemeinheit erhalten bleiben.

Seit diesem Antrag der Stadt in München ist Pro Bahn aktiv. Vorher habe es keine Initiative gegeben, so Bernd Meerstein, Sprecher der Wasserburger Ortsgruppe, keiner habe reagiert, "seit dem Stilllegungsbeschluss haben wir einen Wahnsinnsrückhalt".

Erfahrung haben Andreas Braun und Daniel Preis mit der Reaktivierung alter, nicht mehr genutzter Strecken. Die Bayernbahn fährt von Nördlingen nach Dinkelsbühl und Harburg, die RSE ist als Eisenbahninfrastrukturunternehmen in NRW, Niedersachsen und Bayern tätig, die Chiemgaubahn von Endorf nach Obing ist RSE, oder die Strecke von Neumarkt- St.Veit nach Frontenhausen und Marktlkofen.

Bürgermeister Michael Kölbl meint, das Problem seien nicht die vier Kilometer Strecke, sondern vor allem der Hangrutsch, wo die Gleise vor 25 Jahre abbrachen, aber auch das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Keine Probleme sahen seine Gäste. Die Strecke habe keine Probleme, die man bei anderen Strecken nicht schon gelöst habe, auch, dass die Bahn durch ein Betriebsgelände geht. Es war ein Holzwerk in NRW, "wir können die Interessen der Firma Meggle bedienen", so Daniel Preis.

Ein grobes Konzept haben die drei: Zum Einstieg soll ein Wochenendbetrieb eingerichtet werden, für Touristen und andere, vorstellbar mit den alten Schienenbussen. Die Strecke als ein Stück der Achse bis München im Blick sind sie überzeugt, dass später ein täglicher Regelbetrieb funktioniert.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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