Amerang bekommt neuen SB-Markt

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Der neue Vollsortiment-Markt am Ortsausgang von Amerang soll schon im November fertig sein, der Edeka-Markt in der Ortsmitte schließt im März.

Amerang - Zwei Gegenstimmen gab es im Ameranger Gemeinderat zum Vorbescheid für den Neubau eines SB-Marktes mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern

Hinzu kommt ein Einzelhandelgeschäft mit 300 und eine Physiotherapiepraxis mit 150 Quadratmetern.

Antragsteller für den Neubau auf dem ehemaligen Rothbucher-Gelände ist die Haumann + Fuchs Projektbau GmbH. Der Abstand des künftigen Edeka-Gebäudes zur Straße soll etwa sechs Meter betragen und wird daher um etwa zwei Meter näher heranrücken als die bestehende Bebauung.

Wichtige Fragen zur Zulässigkeit betrafen den Immissionsschutz der angrenzenden Bebauung, die Grundstückseinfahrt in unmittelbarer Nähe zur Ortsstraße "Am Gumpen" und das Einverständnis mit den Anliegern. Zurückgebaut werden soll die Garagenanlage an der westlichen Grenze des Areals. Die westliche Wand soll als Grenzmauer für den Immissionsschutz erhalten bleiben. An der Nordwestecke soll die Wand auf eine Länge von zehn Metern verlängert werden, um die Einwirkungen von Licht und Lärm auf das benachbarte Anwesen Lerchenweg 13 zu vermindern.

Der bestehende Edeka-Markt in der Ortsmitte wird im März 2011 geschlossen. Die Geschäftseröffnung des neuen Vollsortiment-Marktes soll im November sein.

In der Diskussion fragte Andreas Schauberger nach dem Fußweg und dem frühestmöglichen Eingang für Fußgänger aus Richtung Amerang. Bei der architektonischen Gestaltung des Gebäudes solle sich die Gemeinde einbringen und eine Kompromisslösung erwirken. Matheis Schmid wies auf die positive Entwicklung der Versorgung in den letzten Jahren in Obing hin.

Konrad Linner unterschied zwei wichtige Aspekte, nämlich die Ortsgestaltung und die örtliche Versorgung, wobei der zweite für Amerang vordringlich sei. Hedwig Gießibl mahnte, die Situation realistisch einzuschätzen, weil viele Ameranger zum Einkauf nach auswärts fahren: "Durch den neuen SB-Markt würde unser Ort wieder attraktiver zum Einkaufen, auch für junge Familien." Auch Werner Fröwis rechnete mit einer Rückkehr der Ameranger Käufer. Anni Rußler plädierte dafür, den zweiten Shop und die Praxisräume anderswo im Ort unterzubringen.

Rupert Rußwurm befürwortete grundsätzlich ein Vollsortiment. Jedoch äußerte er mit Nachdruck schwere Bedenken in Hinblick auf die geplante Ausführung, weshalb er dann in der Abstimmung auch gegen den Vorbescheid votierte. Der vorgesehene Bau mit den geplanten Ausmaßen sei ein "Koloss" am Ortseingang mit 80 Meter Länge, einer Rampe, einem Abstand von sechs Metern zur Straße und nur drei Metern zum Gehweg. Dies stelle eine "massive architektonische Verschlechterung am Ortseingang" dar. Weiterhin befürchtete Rußwurm eine Beeinträchtigung anderer Einzelhandelsgeschäfte wie Bäckerei und Metzgerei im Ort. Die riesigen Ausmaße des Vollsortimentmarktes seien bisher bagatellisiert worden. "Es geht schließlich um keinen Notstand in unserer Versorgung!", sagte Rußwurm.

Renate Stein befürchtete eine "Strategie" des Pächters: "Bisher haben 400 Quadratmeter ausgereicht, künftig sind es 800, was kommt als nächstes?" Bürgermeister Gust Voit wies auf das frühere Gutachten hin, welches die Gemeinde erstellen ließ und das den Erhalt des bisherigen SB-Marktes in der Ortsmitte schützen sollte. Dieses Gutachten sei nun hinfällig, da das Geschäft definitiv geschlossen werde "und uns einfach wegbricht". Mit allen Mitteln habe er sich bemüht, andere Betreiber von Lebensmittel-Märkten in der bisherigen Größe nach Amerang zu holen, leider ohne Erfolg. "Doch ab 800 Quadratmetern wären alle bereit gewesen", berichtete der Bürgermeister.

mpa/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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