Vom Elfenkönig und königlichen Lieblingen

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Thomas Janschek erklärt die Blätter der unterschiedlichen Bäume.

Amerang - Kreuzbirnbaum und Hollerstauden im Bauernhausmuseum Amerang: Baum-Spezialist Thomas Janschek führte die Gäste durch die Welt der Bäume und Sträucher.

Was sind die Schweden doch für ein romantisches Volk! Zur Mittsommernacht, dem längsten Tag des Jahres, legen sie sich unter den Holunderstrauch, schauen zu den Sternen im Himmel auf und warten. Und dann – man kann es nun glauben oder nicht – öffnet sich der Himmel, der Elfenkönig steigt herab und geht durch die Lande! Der Holunder, auch Holler genannt, beschäftigt die Menschen in vielen Ländern, begleitet von Mystik, Aberglaube, aber auch volksmedizinischen Erkenntnissen. Das erfuhren Erwachsene und Kinder beim Familienprogramm „Kreuzbirnbaum und Hollerstauden“ im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirk Oberbayern. Baum-Spezialist Thomas Janschek führte die Gäste durch die Welt der Bäume und Sträucher und lud danach zum Mitbasteln ein.

Einen echten Elfenkönig hat Angelika Metzger aus München noch nicht erlebt, und sie legt sich auch nicht unter die Holunderbüsche. Vielmehr bevorzugt sie die „Hollerkücherl“, bei dem die Blüten mit Pfannkuchenteig ummantelt werden. Sie stoßen bei Bekannten und Freunden immer auf große Begeisterung. Gibt’s ein Geheimrezept dafür? „Nein. Jeder, der einen Pfannkuchenteig machen kann, dem gelingen auch die Kücherl.“ Einen Tipp hat die Hollerspezialistin aber: „Man sollte die Blüten vorher gut ausschütteln, weil sich kleine Tierchen im Holler sehr wohl fühlen. Und nicht vergessen, den Puderzucker am Ende drüberstreuen!“ Das Familienprogramm im Bauernhausmuseum findet die Münchnerin toll. „Ich habe heute so viele interessante Dinge gelernt, und schön ist es hier auch!“

Wer weiß schon, woher Kastanien kommen? „Da meinen viele, das sind Maroni und die kamen aus Südtirol“, erzählt Thomas Janschek. „Dabei stammen sie aus Mazedonien, wo sich dieser Baum in der letzten Eiszeit nur in zwei Gletschertälern erhalten hat. Durch die Eroberungsfeldzüge der Türken wurde die Kastanie über ganz Europa verbreitet.“ Und siehe da, schnell gab es hierzulande eine Rosskastanie. Die Erklärung des Namens ist einfach: Mit den Früchten der Kastanie hat man die Pferde gefüttert. „Die Rosskastanie war dann in Deutschland ein Modebaum“, so der Baum-Spezialist weiter. „Sie schmückte viele Alleen, im Biergarten war sie sehr populär und der Baum war der Lieblingsbaum von Ludwig IVX.“ Mit einer auf dem Boden ausgebreiteten Weltkarte gab es dann ein Länderquiz. Wir haben gelernt: Die Muskatnuss kommt von den Molukken und die Zitronen aus Indien. Die älteste Eibe Bayerns steht übrigens in unserer Region – in Wildenwart bei Frasdorf. „Am Wipfel hat man die Jahresringe nachgezählt und sie auf das Jahr 1523 datiert.“ Das Holz der Eibe schließlich ist gut für Bogenholz. Das wusste schon der legendäre Ötzi, sein Bogen war daraus gearbeitet. Und was ist das härteste Holz Bayerns? Die Scheinakazie, auch Robinie genannt.

Nach diesem Baumunterricht ging es ans Basteln – vom Mobile bis hin zur Blütenlyra. Erwachsene und Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache. Hier lernten die Buben und Mädchen auch, dass der Haselnussstrauch der Strauch der Wünsche ist. Klar, dass daraus ein Zauberstab mit Bändchen gebastelt wurde! Und was wünscht man sich als Kind? „Sag ich nicht, sonst geht der Wunsch doch nicht in Erfüllung“, meinte Manuela und erntete dafür viel Zustimmung. Außerdem waren sich alle einig: am besten wäre es, sich Zauberkraft zu wünschen – denn dann gibt’s noch viel mehr erfüllte Wünsche!

Informationen über die weiteren Veranstaltungen und Workshops gibt es im Internet unter www.bhm-amerang.deund telefonisch unter 08075/915090

Pressemitteilung Bauernhausmuseum Amerang

Quelle: rosenheim24.de

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