Kompromisse für Gewerbegebiet

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Amerang - In Sachen Gewerbegebiet "Grünhofer Feld" ist man in Amerang einen Schritt weiter. Der Gemeinderat berücksichtigte dabei die Wünsche der Anlieger.

Die Entwurfsplanung für das neue Gewerbegebiet "Grünhofer Feld" lag dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vor. Nach eingehender Beratung war das Gremium einstimmig mit der vorgeschlagenen Planänderung und Anpassung einverstanden, welche die vorliegenden Anträge der nördlich angrenzenden Grundstückseigentümer berücksichtigt.

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Vorausgegangen waren mehrere Termine und Gespräche mit den Anliegern. Am 30. Oktober fand im Rathaus eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, an der 54 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Dabei äußerten mehrere Bürger ihre Befürchtungen gegenüber gesundheitsschädlichen Beeinträchtigungen durch gewerbe- und verkehrsbedingte Immissionen. Zwischenzeitlich hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, welche die geplante Ausweisung eines Gewerbegebietes im Ortsteil Kammer verhindern möchte.

Am 13. November bot die Gemeindeverwaltung den Eigentümern oder Nutzern der betroffenen näheren Umgebung ein weiteres Gespräch an. Dabei erläuterte ein Vertreter des Büros, das mit der immissionstechnischen Beurteilung beauftragt war, die möglichen Auswirkungen der Planung. Er verwies darauf, dass ein Lkw-Verkehr auf den gewerblichen Grundstücken in der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr unzulässig sei. Nach der gemeindlichen Zählung liegt der Schwerverkehr-Anteil auf der Gemeindeverbindungsstraße von Amerang nach Kirchensur bisher bei 13 Prozent. Diese Belastung werde sich durch die Ausweisung des Gewerbegebietes nur geringfügig erhöhen, teilte die Verwaltung mit.

Vorgeschlagen wird nun, für den Ortsteil Kammer eine geschlossene Ortsdurchfahrt, das bedeutet eine gelbe Ortstafel, auszuweisen. Danach könne die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer überwacht werden, versicherte Geschäftsleiter Helmut Stadler.

Am 13. und 16. November führte die Gemeindeverwaltung weitere Gespräche mit den Eigentümern der Anwesen Kammer 8 und 14. Diese erklärten dabei mündlich und zwischenzeitlich schriftlich, dass sie der geplanten Ausweisung zustimmen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Planung südlich ihrer privaten Grundstücke einen größeren Abstand zur künftigen gewerblichen Bebauung schafft, als bisher vorgesehen war. Vorgeschlagen wurde eine private Grünfläche, die den Grundstücken zugeordnet werden kann. Nach der Planungsänderung soll nun für jedes Grundstück eine Einzäunung bis 1,20 Meter Höhe und die Errichtung eines eingeschossigen Nebengebäudes mit einer Nutzfläche von bis zu 20 Quadratmeter zugelassen werden. Die gewerbliche Nutzbarkeit der Grundstücke werde dadurch nach der Einschätzung der Gemeindeverwaltung nicht übermäßig eingeschränkt.

Jetzt erneute Auslegung

Die Änderungen werden nun in die Entwurfsplanung eingearbeitet und sind dann in der zweiten Stufe der Beteiligung der Öffentlichkeit berücksichtigt.

In der Diskussion der Sitzung hatte Bürgermeister Gust Voit dafür geworben, den Wünschen der Anlieger entgegenzukommen: "Ein guter nachbarschaftlicher Umgang ist die Grundvoraussetzung für ein verantwortliches Miteinander von Bürgern, Gemeinderat und Gewerbetreibenden, wenn es um die Zukunft der Gemeinde geht."

Mehrere Gemeinderäte bezeichneten die Planvorschläge und Änderungen als gute Lösung, bei der beide Seiten vertretbare Kompromisse eingehen würden und die Beeinträchtigungen der Anlieger größtmöglich verringert würden. Vor allem das Nachtfahrverbot für Lkw und die nur geringfügigen Auswirkungen auf die gewerbliche Nutzung wurden mehrmals hervorgehoben.

mpa/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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