Der Ort wird nicht kaputt gebaut

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Wahlkampf steht an zweiter Stelle bei Bürgermeister August Voit
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Amerang - Die Gemeinde zeigt sich äußerst fortschrittlich. Der Lauf der Zeit mit all seinen Entwicklungen scheint dem Ort nichts anzuhaben. Was steckt hinter dem stabilen Erfolg?

Seit 13 Jahren ist er Bürgermeister. August Voit aus Amerang. Bevor er im Jahr 2000 zum Rathauschef gewählt wurde, saß er bereits mehrere Jahre im Gemeinderat. Vor kurzem wurde er von Klaus Stöttner als erneuter CSU-Kandidat für das Bürgermeisteramt vorgestellt. Den Wahlkampf zur Kommunalwahl im nächsten Jahr hat er nicht so gerne. Gibt es doch viel wichtigere Dinge für die Gemeinde zu tun, so Voit im Gespräch mit wasserburg24. Schnell wird klar, wie ernst die Gemeindeverwaltung die Arbeit zugunsten der Bürger nimmt. Und setzt dabei auf moderne Technik. Auf der Homepage der Gemeinde gibt es stets aktuelle Informationen und Termine, die den Ort betreffen. Auch im Rathaus selbst wird der Bürger gern gesehen. Viele Informationen und sogar regelmäßige Ausstellungen unter dem Motto „Kunst im Rathaus“ machen den Verwaltungsapparat zu einem lebendigen Treffpunkt.

Grundsätzliche Entwicklung

Amerang hat eine reichhaltige Geschichte zu bieten. So steht es zum einen im Buch der Historie. Zum anderen wird im Gespräch mit dem Rathauschef klar, dass Amerang schon seit Beginn am Fortschritt für den Ort arbeitet. Stets waren noble Grafen in der Gemeinde ansässig. Amerang gelingt der Spagat zwischen dörflicher Struktur und Moderne sehr gut. Die Landwirtschaft hatte schon früher eine Bedeutung im Dorf, bis heute ist diese gern gesehen. Die Einrichtung der Bahnlinie zwischen Endorf und Obing hat Amerang einen hohen Stellenwert in der Siedlungsentwicklung beschert: „Durch diese Anbindung war der Aufschwung im geschichtlichen Amerang schnell zu bemerken“, so August Voit. „Die Siedlungs- und Wohntätigkeit hat enorm zugenommen“.

Neubürger nach dem Krieg

Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge und Vertriebene nach Amerang. Betriebsstätten seien entstanden, viele Wohnungen wurden gebaut. Schon damals galt der idyllische Fleck als sehr beliebt. August Voit erzählt, welche Fortentwicklung es durch die vielen ansässigen Bürger verschiedenster Herkunft gibt. Der Ort sei sehr offen, auch für neues.

Museumsdorf

Mit zahlreichen Touristen aber auch durch viel Interesse aus der nächsten Umgebung darf sich Amerang schon seit langem über den Zuspruch durch die Museen im Ort freuen. Das Bauernhausmuseum, das Automobilmuseum und auch das Schlossmuseum mache bekannt und präge. Was beispielsweise aus einer verrückten Idee heraus entstand, wie etwa das Bauernhausmuseum, sei jetzt nicht mehr wegzudenken und bringe 100.000 Touristen pro Jahr ins Idyll.

Amerang und seine Bewohner

Immer gab es Leute, die ihr Engagement in das Dorfgeschehen einbrachten. Und auch immer noch einbringen. Deshalb weiß Bürgermeister Voit auch, dass man sich nicht auf 1 „Großartigen Ameranger“ sondern auf die vielen Ideenbringer stützen kann. „Die Entwicklung entstand durch viele Verschiedene, es gibt nicht den Einen. Dies hat sich durch die ganze Geschichte gezogen, bis heute“, zeigt sich Voit erfreut. In den Jahren 1971/1972 brachte die Gebietsreform eine Zusammenführung der Gemeinden Kirchensur, Evenhausen und Amerang. Seitdem besteht eine sehr bereichernde Vereinsstruktur, weil sich einzelne Gruppierungen weiter gefestigt haben und dem Ort zu einer großen Vielfalt verhelfen. Das mittlerweile nicht mehr veranstaltete Ameranger Dorffest dürfte bei vielen aus der Region noch so manche Erinnerung aufleben lassen. Auch die vor einigen Jahren angeleierten Variétetage zeigen, dass Kultur im Ort gut ankommt.

Dorferneuerung kommt

Die verschiedenen Ortsteile bleiben auf besondere Art verbandelt. Und werden gleichermaßen bedacht und verändert. August Voit, zu dem jeder gerne auch umgangssprachlich „Gust“ sagen darf, schwärmt sowohl von Evenhausen, als auch den anderen Teilen des Gemeindegebiets. Dabei ist festzustellen, dass Amerang den Dreh raus hat, sich nicht ins Verderben zu ziehen. „Wir dürfen den Ort nicht kaputtbauen, aber zugleich der Fortentwicklung nicht negativ entgegenstehen“, ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher. Ein Energiekonzept in diesem Jahr verdeutlicht den Willen zum nachhaltigen Handeln.

Pfiffige Leute sorgen für Image

„Eine Gemeindeverwaltung hat es nicht allein schaffen können, den Ort zu dem zu machen, was er aktuell ist. Die vielen engagierten Bürger konnten Amerang gemeinschaftlich zu einem tollen Dorfimage verhelfen“, zeigt sich Voit stolz.

Viele Arbeitsplätze vorhanden – Handwerk ausgedünnt

Die vielen kleinen und großen Betriebe im Gemeindegebiet bringen viele Arbeitsplätze mit sich. Auch wenn keine Großindustrie hier ansässig ist, sind die Möglichkeit, um im Ort zu arbeiten, beachtlich. „Firmen aus verschiedensten Sparten haben sich hier niedergelassen, das ist toll“, so der Bürgermeister. Das Handwerk jedoch ist sehr rückläufig: „Handwerksbetriebe sollten wir wieder deutlich mehr in Amerang haben“.

Gesunder Erhalt

Amerang hat es verstanden, den Ort nicht kaputtzubauen. Die Leute ziehen gerne hierher. Idyllische Seen, tolle Naturelemente, die Kultur und auch der allgemeine Umgangston, den Amerang und die Bewohner untereinander pflegen, machen das Leben hier so beliebt. So viele Baugrundstücke gibt es jedoch gar nicht. Ein Mehrbedarf sagt sich an. In naher Zukunft wird das Gemeindegebiet zusätzlich attraktiv gestaltet. Eine Dorferneuerung ist angedacht. Mehr noch: Ein gesamter Entwicklungsprozess für die Gemeinde soll es werden. Das Amt für Ländliche Entwicklung veranstaltet gemeinsam mit der Gemeinde zu diesem Thema am 9. Dezember um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Gemeindehalle. Bürgermeister August Voit hat sich vorgenommen, behutsam weiter zu gehen, Entscheidungen aber dennoch abzuwägen und gegebenenfalls zu treffen, damit der Fortschritt weitergehen kann. Auch in Sachen infrastrukturelle Entwicklung sei man gefordert, heißt es. Dennoch werden keine unnatürlichen Dinge entstehen. Viele Investitionen seien für den Ort notwendig, alles solle auf verträgliche Art passieren.

Akzeptable Finanzlage

Galt Amerang zu früherer Zeit noch als eine der höchstverschuldeten Gemeinde im Landkreis, hat sich der Ort zunehmend finanziell gut erholt, wie Einblicke in die Haushaltspolitik zeigen. Dennoch wird behutsam Geld ausgegeben, wichtige Investitionen bleiben trotzdem nicht aus. Laut Bürgermeister August Voit nehme die Gemeindeverwaltung seinen Grundsatz „Gemeinde als Dienstleister“ sehr ernst. „Wir wollen nicht bevormunden, müssen uns aber freilich an Gesetze halten“.

Ameranger ist der, der es sein will

Schwerpunkte in nächster Zeit wird die Wohnbebauung und ein verhalten ausgewiesenes Gewerbegebiet sein, wird berichtet. Zuzug von jungen Familien ist dem Bürgermeister ebenso wichtig wie die älteren Mitbürger. Alle können sich engagieren und in den Ort vielfältig einbringen. Es gilt auch in den nächsten Monaten viele große Aufgaben für den Ort zu meistern, unabhängig vom Wahlkampf. Und den hat August Voit bekanntlich eh nicht sonderlich gern.

Quelle: rosenheim24.de

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