Fotoworkshop im Bauernhausmuseum Amerang

Workshop: Auf die Kamera, fertig, los!

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Der Schmied wird ins rechte Licht gerückt – Mitte FotografenmeisterGerhard Nixdorf

Amerang - Bei einem Fotoworkshop im Bauernhausmuseum erfuhren zahlreiche Teilnehmer von Fotografenmeister Gerhard Nixdorf spannende Informationen zur Fotografie.

Stimmungsvoll – der Schmied im richtigen Licht

Diesen Tipp bekommt man auch nicht alle Tage: „Bloß nicht waschen!“ sagt Fotografenmeister Gerhard Nixdorf zum Schmied des Bauernhausmuseums Amerang Stephan Berger. „Dreckige Hände müssen heute sein, das gehört zum Beruf.“ Und sie gehören dazu, wenn man Porträtaufnahmen eines Handwerkers machen will. Schmutzige Finger, flackerndes Feuer, das heiße Eisen auf dem Amboss – das ist die Kulisse für den Fotoworkshop im Bauernhausmuseum Amerang.

In der Sonderausstellung „LandHandwerk“ zeigt das Museum derzeit eine Serie über Handwerker und ihre Kunst von Gerhard Nixdorf, die der Fotografenmeister für die Zeitschrift LandLust gemacht hat. Im Workshop dürfen jetzt Hobbyfotografen lernen, wie man einen Schmied bei der Arbeit ins rechte Licht rückt. Die Teilnehmer sind mit ihrer Ausrüstung angerückt - von der Bridgekamera über die tolle Spiegelreflexkamera und das Stativ bis hin zum fast schon professionellen Blitzgerät haben sie viel im Gepäck. „Ihr müsst den Schmied so fotografieren, dass Ihr die Atmosphäre mit einfangt“, sagt der Fotografenmeister. Dann gibt es Tipps, wie man den richtigen Hell-Dunkel-Kontrast herstellt, mit dem Weißabgleich umgeht, und wie man Schärfe – und Unschärfebereiche gekonnt in Szene setzt.

„Für Porträts sollte man die kleinste Blende nehmen“, rät Nixdorf. „Am besten 4,5 oder 2,8.“ Und sodann muss sich der Schmied in Bewegung setzen, sein Feuer schüren, das Eisen heiß machen, bis es glüht, und es dann auf dem Amboss bearbeiten. Jetzt ist das gute Auge der Teilnehmer gefragt: „Sagt ihm, wie er sich postieren muss, ob er sich runterbeugen muss, wo er am besten steht“, fordert Nixdorf. Nach anfänglicher Scheu verwandelt sich die Schmiede in ein Fotostudio.

Renate Klinger aus Stadl bei Babensham vertieft sich in ihre Arbeit und gerät zunehmend in Begeisterung beim Anblick ihrer Bilder. „Ich hab so viel gelernt, vor allem wie man mit den Verschlusszeiten und der Belichtung umgeht“, sagt die Hobbyfotografin, die in ihrer Freizeit alles knipst, was ihr vor die Linse kommt. „Von der Natur bis zum Porträt, ich fotografiere einfach.

Gerhard Nixdorf (rechts) gibt Tipps

Karl-Heinz Schmid aus Frabertsham nimmt vor allem wichtige Hinweise für eine bessere Ausrüstung mit nach Hause. „Ich habe gelernt, dass es beim Blitzen oft besser ist, wenn man einen Diffuser nimmt. Da bekommt man warmes Licht, und die Fotos werden stimmungsvoller.“ Auch er ist ein begeisterter Hobbyfotograf. „Ich bekomm schon ab und zu Probleme mit meiner Frau, wenn wir unterwegs sind, weil ich nur noch am Fotografieren bin.“

Sehr interessant und einfach großartig findet Heike Werner aus München diesen Workshop. „Ich habe hier so viele Inspirationen bekommen. Bisher hab ich beim Fotografieren einfach immer nur auf den Auslöser gedrückt. Jetzt weiß ich, wie man warmes Licht besser zur Geltung bringt, und wie man mit dem Weißabgleich arbeitet. Das kann ich für meinen nächsten Urlaub gut gebrauchen.“

Fotografenmeister Gerhard Nixdorf hat viel Geduld mit den Teilnehmern und große Mühe, sein Programm auch durchzubringen. „Es ist toll, dass alle mit so einer Begeisterung dabei sind. Vor lauter Fragen komm ich gar nicht dazu, alles abzuarbeiten.“ Geduld hatte auch Schmied Stefan Berger. „Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt“, meint er lachend. „Immerhin bin ich jetzt auf vielen Fotos verewigt. Fast so wie Prinz Charles, glaub ich.“

Pressemitteilung Rosi Raab

Quelle: rosenheim24.de

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