Pflanzentausch trotz schlechtem Wetter in Amerang

Tauschfieber und Expertentipps im Bauernhausmuseum

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Marianne Krottenmüller verlässt mit neuen, eingetauschten Schätzen für ihren Garten das Museum

Amerang - Schlechtes Wetter? Gibt es für Hobbygärtner nicht! Bei Schneeregen, Graupelschauer und eisigen Temperaturen brachten sie am vergangenen Sonntag kisten-, schachtel- und kübelweise ihre Setzlinge, Stauden und Kräuter ins Bauernhausmuseum.

Sie standen stundenlang an ihrem Stand, tauschten Erfahrungen und Pflanzen mit anderen Garten-Fans aus und waren begeistert, selbst etwas zu ergattern. Die Pflanzentauschbörse im Bauernhausmuseum ist längst eine Institution geworden, egal, ob es stürmt oder schneit.

„Ich gehe einfach gern in den Garten, weil es erholsam ist“, sagt etwa Marianne Krottenmüller aus Amerang.

„Es ist schön, wenn man Dinge wachsen sieht. Ich bin mehrere Stunden am Tag in meinem Garten.“ Schon seit vergangenem Herbst hat sie Ableger gemacht, sie in Töpfen großgezogen – extra für die Tauschbörse. In ihrer Kiste bietet sie Frauenmantel, Blaukresse, Waldmeister, Nelken und Pfefferminze an. „Für mich selbst eingetauscht habe ich Tomaten und Gemswurz. Das freut mich!“

Im historischen Vierseithof wird es schon nach kurzer Zeit eng. Wo sonst ein ehemaliger Kuhstall oder eine Tenne zu besichtigen ist, steht jetzt Topf an Topf, warten Tomaten, Minze oder Borretsch auf neue Besitzer.

Traudl Obermaier aus Schonstett hat Seltenes im Angebot: Muskateller Salbei und Christrosen. „Die schönsten Pflanzen waren sofort weg“, erzählt sie. „Das war der gefüllte Hahnenfuß. Der schaut einfach aus wie gemalt, mit seinen tollen gelben Blüten. Den mögen immer alle.“

Wer Kräuter mag, ist bei Richard Bals vom Gartenbauverein Waldhausen an der richtigen Stelle. Er macht ein kleines Quiz mit den Besuchern und lässt sie Kräuter erraten. Das ist gar nicht so einfach. Den Sauerampfer im Topf erkennen nur wenige, dass Stevia etwas zum Süßen ist, wissen einige. Die meisten bekommen sie aber zum ersten Mal zu Gesicht, ebenso wie die Cola-Minze, die man für Getränke nimmt.

Brunnenkresse soll man nicht zu üppig verwenden, verrät der Kräuterexperte. „Wenn man zu viel in den Kartoffelsalat gibt, schmeckt der nach gar nix mehr. Schwangere sollten übrigens auch nicht zu viel davon essen, denn die Brunnenkresse enthält sehr viel Eisen.“

Besonders am Herzen liegt Richard Bals das Thema Bärlauch und die Verwechslungsgefahr mit den giftigen Maiglöckchen. Tipp Nummer eins: „Schaut Euch die Stängel an. Beim Bärlauch hat jedes Blatt einen eigenen Stängel, bei den Maiglöckchen wachsen aus einem Stängel mehrere Blätter.“ Für Tipp Nummer zwei braucht man dann eine Lupe. Die Adern auf dem Blatt unterscheiden sich deutlich. Beim Bärlauch liegen sie weiter auseinander als bei den Maiglöckchen. „Deshalb sag ich immer: bei den Maiglöckchen wird es uns eng, wenn wir die essen. So kann man sich das merken.“

Nachmittags referierte in der Stube des Holzmannhofs Gärtnermeister Thomas Pummerer und gibt Tipps für das praktische Hochbeet, an dem ein Gärtnern ohne Bücken und Rückenschmerzen möglich ist.

Unverdrossen schließen sich die wetterfesten Besucher Siegelinde Schuster-Hiebl an, die durch die Museumsgärten führt und viel Interessantes zu Küchen- und Heilkräutern weiß. Die Fans historischer Rosen holen sich wertvolle Ratschläge und ausgefallene Pflanzen beim Rosengarten Trostberg. Dort sind die prächtigen Blüten auf Fotos an einer Stellwand zu sehen. 

Immerhin: ein schöner Vorgeschmack auf blühende Gärten - wenn es wirklich mal Sommer wird!

Pressemitteilung Bauernhausmuseum Amerang

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