Klöppeln näher betrachtet

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Tolles Hobby: Das Klöppeln

Amerang - Klöpplerinnen präsentieren im Bauernhausmuseum Amerang ihr Können. Und der Besucher schaut und staunt. Mehr über diese Fertigkeit am Wochenende im Bauernhausmuseum.

Mit flinken Fingern bewegen Rosi Huber und Ilona Bielmeier Holzklöppel hin und her, wickeln die Fäden mal links, mal rechts herum um Nadeln, die in einer Rolle stecken. Sie überkreuzen die Klöppel, legen welche weg und holen neue von der Seite heran. Das alles soll ein Muster ergeben? Und warum sieht man den Arbeitsfortschritt nicht schon nach wenigen Minuten? Ganz einfach: Weil das Klöppeln im wahrsten Sinne des Wortes ein „Spitzen“-Handwerk ganz filigraner Art ist. Die beiden Hobby-Klöpplerinnen präsentierten einen Tag lang ihr Können im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirk Oberbayern und zogen die Besucher fast magisch an.

Gottseidank hatten beide mit ihren Werken schon vor einigen Wochen, wenn nicht gar Monaten angefangen. So ahnte man, was bei dieser Arbeit herauskommt. Rosi Huber klöppelt einen roten Weihnachtsstern, Ilona

Bielmeier eine schöne Spitzenborte in schwarz.

Vor sich haben sie auf einem Holzbalken am Bernöder Vierseithof fertige Werke ausgebreitet: Duftsäckchen in feiner weißer Spitze, Untersetzer aus Leinen, und zwei Spitzenschals aus Shapp-Seide und aus Tussah-Seide. „Die sind doch unbezahlbar“, meint eine Besucherin, und damit hat sie Recht. „Für einen Schal müsste ich mindestens 450 Euro verlangen“, erzählt Rosi Huber. Man sieht also: Wer klöppelt, braucht Geduld. „Aber das ist gerade das Schöne an dieser Arbeit“, meint Rosi Huber. „Klöppeln ist erholsam, beruhigend, und wenn man nach langer Zeit endlich was fertig hat, ist es ein richtiges Erfolgserlebnis.“ Vor über zehn Jahren haben die beiden Klöpplerinnen mit ihrem Hobby angefangen. Über eine Bekannte erfuhren sie von einem Kurs bei Marlene Kleemann, die im Freilichtmuseum Glentleiten klöppelt. „Schon nach wenigen Stunden beherrscht man einiges und kann loslegen, das hat mich gefreut“, so Ilona Bielmeier.

Die Klöppelgruppe gibt es immer noch. In regelmäßigen Abständen trifft sie sich, tauscht Erfahrungen aus, man erzählt sich von neuen Mustern, und klöppelt nebenbei. Der Vorteil dieses Hobbys: Man braucht nicht viel Platz, und die Grundausrüstung ist erschwinglich. Nötig sind die Klöppelrolle, die sich Rosi Huber auch noch selbst gebastelt hat, eine Grundausstattung mit 20 Klöppeln, und das Holzgestell zum Auflegen der Klöppelrolle. Und es sind bei weitem nicht nur Spitzenbordüren, die bei den Hobbyklöpplerinnen für große Begeisterung sorgen. „Wir machen Schals,

Deckchen, Sterne, Duftsäckchen, Schmetterlinge und vieles mehr“, so Ilona Bielmeier. Die Muster dafür sind auf Vorlagen eingezeichnet. „Klöppelbrief“ heißt so eine Vorlage. Das Motto „Laptop trifft Lederhose“ gilt bei

diesem Hobby ganz besonders.

Denn längst hat das Internet Einzug gehalten. „Die Klöppelbriefe gibt es als Download oft kostenlos“, berichtet Rosi Huber. „Das Internet ist da eine richtige Fundgrube.“ Ein Freifahrtschein zum Losklöppeln sind diese Briefe freilich nicht. Keiner der Besucher in Amerang versteht, was die eingezeichneten Linien auf diesen Briefen bedeuten. „Das ist auch das Schöne an diesem Hobby“, meint da Ilona Bielmeier lachend. „Wir können was, was nicht jeder kann.“ Wer den beiden Klöpplerinnen mal wieder über die Schulter schauen will, hat dazu am Sonntag, dem 4. Oktober 2015 ab 14:00 Uhr, die nächste Gelegenheit. Pressemitteilung Bauernhausmuseum Amerang

Quelle: rosenheim24.de

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