Alteiselfinger fordern Auslöse von Stephanskirchener

Maibaum geklaut: Nervenkrieg am Verhandlungstisch

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Ausgemacht! Der Maibaum kommt wieder zurück nach Stephanskirchen. Die Diebe aus Alteiselfing bekommen dafür eine gute Auslöse. Im Beisein von Bürgermeister Gust Voit wurde eine Vereinbarung getroffen.
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Amerang/Eiselfing - Ein paar Dutzend Mannsbilder aus Alteiselfing und Stephanskirchen haben sich am Donnerstagabend eine harte Verhandlung geliefert. Es ging um das aktuell "beste Stück" der Stephanskirchener - um den Maibaum 2016.

Die einen waren knickert, die anderen gierig. Doch irgendwie mussten sie sich in der Mitte treffen - schließlich geht es um die Tradition des Maibaumaufstellens, die 2016 pünktlich zum 1. Mai in Stephanskirchen vonstatten gehen soll. Der noch unfertige Stamm wurde kurzerhand von den Alteiselfingern in einem Hauruck-Verfahren geklaut. "Wir haben ihn halt mitgenommen, ned dass des noch wer anderes macht", witzelte Konrad Pauker aus Alteiselfing, der als Verhandlungsführer fungierte.

Maibaumverhandlungen in Stephanskirchen

Aufgehübscht setzten sich beide Parteien am Donnerstagabend zusammen, um über die Auslöse zu diskutieren. Während sich andere Gruppen aus der Region sehr schnell einigen konnten, wie viel Brotzeit spendiert und Bier fließen müsse, damit der Maibaum auch bestimmt pünktlich "Retoure" kommt, war es ziemlich nervenaufreibend, weil die Vorstellungen recht unterschiedlich waren.

Zünftig wurde es, als ein paar Stephanskirchner zur Wirtshausmusi aufspielten. Und auch Gust Voit, der Ameranger Bürgermeister, zeigte sich als routinierter Verhandler, der "seine" Burschen aus dem Gemeindegebiet mit starken Nerven und Verhandlungstipps vor Ort unterstützte. Doch auch die Alteiselfinger ließen nicht locker und pochten auf eine "anständige" Auslöse.

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Nach einigen taktisch gut gesetzten Zügen und der Anspannung, ob die Alteiselfinger Männer ohne Einigung wieder gehen würden und den Maibaum der Stephanskirchener zu Hackschnitzel verarbeiten, war es zu später Abendstunde endlich geschafft:

Ein Handschlag besiegelte die Vereinbarungen zwischen den beiden Vereinen. Der Traditionsverein "D'Alteiselfinger" und die Maibaumfreunde Stephanskirchen haben sich auf einige Hundert Liter Bier und auf etliche Brotzeiten für die Wacheinheiten und die Arbeiten zum Verschönern des Maibaums geeinigt und wollen diesen auch gemeinsam am 1. Mai 2016 in Stephanskirchen aufstellen. Muskelschmalz ist bei beiden Seiten zu Unmengen vorhanden, nur der Transport wurde bei den Gesprächen zum Streitpunkt.

Die Stephanskirchener Maibaumfreunde bestehen darauf, dass der Traditionsbaum mit einem Pferdegespann gebracht wird, die Alteiselfinger wollten auf die Tiere lieber verzichten und Technik walten lassen.

Ausgeredet war letztendlich erst, als man sich einigte, dass beide Bürgermeister, Georg Reinthaler aus Eiselfing und sein Ameranger Kollege Gust Voit die Kosten für den Einsatz der Pferde zu gleichen Teilen übernehmen werden und somit die Vereine entlasten.

Die genauen Liter für das "Wachpersonal" aus Alteiselfing sowie die Diebesbande im Allgemeinen bleiben geheim. Aufreger des Abends gab es dann jedoch verbal zur Genüge.

Und auch eine Enthüllung wurde zum Stammtsichgespräch: Ein Kerschdorfer, der Antl Berte nämlich, gilt als Verräter. Wechselte er doch die Gemeindegebiet-Fronten. Schlussendlich aber egal ob aus Alteiselfing oder aus Stephanskirchen: An der Tradition des Maibaumaufstellens halten beide Vereine fest. Ausgret is!

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