Neues altes Windrad im Bauernmuseum

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Bevor der Rotor und Fahne wieder auf den 14 m hohen Mast aufgesetzt wird, informiert sich der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Otto Helwig über die neue Farbfassung.

Amerang - Früher galten sie als Pioniere des Fortschritts und dienten der Energiegewinnung, heute sind sie eher selten zu bewundern - gemeint sind Windräder:

Ein Kran hebt den Rotor wieder auf die Turmspitze, damit er anschließend montiert werden kann.

Windräder und die dazu gehörigen Windbrunnen prägten einst das Landschaftsbild im ländlichen Raum in Südostbayern. Im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern erstrahlt jetzt ein altes Windrad wieder in neuem Glanz.

Seit 1981 steht auf dem Museumsgelände ein Windrad, das vor genau 90 Jahren in der Gemeinde Palling im Landkreis Traunstein errichtet wurde und einst eine Pumpe antrieb, die Wasser aus einem darunter liegenden Brunnen förderte. Es arbeitete nach dem so genannten „Eklipse-System“ mit unbeweglichen Flügeln und einer seitlichen Fahne. Erstmals wurde das technische Denkmal 1988 im Ameranger Bauernhausmuseum konserviert. Doch Wind und Regen machten dem Windrad seither zu schaffen. So zeigten sich aufgrund der Witterung allmählich am Eisenturm und am Windmotor Alterungs- und Korrosionserscheinungen. Während der Sommermonate fand die Konservierung statt. Für die Arbeiten mussten der komplette Windmotor mit der Windfahne sowie der Rotor vom Turm abgenommen werden. „Nachdem die Eisenteile mit einem Sandstrahlgerät gereinigt waren, fanden wir in einer Eckverbindung an der Turmspitze noch Reste der originalen Fassung, so dass wir das Windrad nun in einem graublauen Farbton gestrichen haben“, erklärt der Museologe Niklas Hertwig.

Damit die Maßnahmen an der 14 m hohen Turmkonstruktion gewissenhaft durchzuführen waren, unterstützte der Förderverein des Bauernhausmuseums Amerang das Projekt und übernahm die Kosten für ein Leihgerüst sowie einen Teil der Arbeitskosten für die Restauratoren. „Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärt die Leiterin des Museums Claudia Richartz. „Wir konnten auf diese Weise das technische Denkmal gründlich in Augenschein nehmen und neue Erkenntnisse zur Konstruktion der Windräder gewinnen.“

Erste archivalische Forschungen benennen die große Anzahl der Windbrunnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zeigen, wie die in Einzelteile zerlegten Windräder vertrieben wurden. Sicherlich ergeben sich noch weitere interessante Parallelen zwischen den ehemaligen „Pionieren des Fortschritts“ und den aktuellen Windkraftanlagen.

Pressemitteilung Bauernhausmuseum Amerang

Quelle: rosenheim24.de

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