Duftende Tauschaktionen im Bauernhausmuseum

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Gartenfreunde tauschten im Bauernhausmuseum Tipps und Pflanzen aus. Gertrud Obermaier vom Gartenbauverein Schonstett machte eine dicke „Beute“ beim Pflanzentausch.

Amerang - Das Bauernhausmuseum ist um eine kleine duftende Attraktion reicher: Eine seltene Art der Zitronenmelisse wurde gegen einen Eisenhut ausgetauscht.

Das Bauernhausmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern ist um eine kleine duftende Attraktion reicher: Ab sofort wächst in den Gärten eine seltene Art der Zitronenmelisse. Sie stammt von Gertrud Obermaier, Vorstandsmitglied des Gartenbauvereins Schonstett. „Ich hatte sie von meiner Tante, es ist eine sehr seltene Sorte mit wolle-artigen Blättern. Sie duftet viel intensiver als die übliche Sorten Zitronenmelisse.“ Die Gartenbau-Expertin nahm dafür Eisenhut und Gemswurz mit nach Hause.

Gertrud Obermaier vom Gartenbauverein Schonstett machte eine dicke „Beute“ beim Pflanzentausch.

Tauschen war „In“ am Wochenende in Bauernhausmuseum Amerang. „Querbeet“ hieß der Aktionstag am Sonntag, an dem auch eine große Tauschaktion unter Gartenfreunden stattfand. An Biertischen tauschten die Besucher Tomaten gegen Bärlauch, Silberlinge gegen Astern, Salbei gegen Petersilie. Die Begeisterung war so groß, dass der Vorrat an Tausch-Pflanzen schon nach einer Stunde fast aufgebraucht war. Gertrud Obermaier ging mit einer ganzen Kiste voller eingetauschter Pflanzen nach Hause. „Hier hab ich eine Funkie, die blüht schön lila, dann hab ich noch Johanniskraut und Waldmeister, und Astern sind auch mit dabei.“

Niklas Hertwig, der die Idee für diese Veranstaltung hatte, tauschte für das Museum selbst Pflanzen. Und wer nichts zum Tauschen hatte, durfte etwas gegen eine Spende mitnehmen. Darunter waren beispielsweise Monstranzbohnen. Die neugierigen Besucher am Stand von Hertwig erfuhren dabei Interessantes über die Geschichte dieser Bohnen. „Man sagt, dass ein Pfarrer im dreißigjährigen Krieg seine Monstranz vor den Feinden verstecken wollte, und sie einfach vergraben hat. Um sie wieder zu finden, pflanzte er an diesem Ort Bohnen. Später hat man die Monstranz tatsächlich wieder gefunden - unter dem Bohnenstrauch.“

Für ein pflanzlich-kulinarisches Erlebnis sorgte Richard Bals. Er ließ die Besucher selbst gemachten Brotaufstrich und Pesto aus Bärlauch probieren. Und nicht nur das: nebenbei erfuhren die Gäste auch, wie man den Bärlauch vom giftigen Maiglöckchen unterscheidet. „Der Bärlauch hat an den Blättern eine matte Unterseite, beim Maiglöckchen glänzt sie. Das Bärlauch-Blatt hat weiter auseinander stehende Rillen, beim Maiglöckchen sind sie sehr eng.“ Angesichts der großen Vergiftungsgefahr beim Verzehr von Maiglöckchenblättern waren zahlreiche Interessenten am Stand von Richard Bals dankbar für solche Hinweise. „Pflanzen Sie niemals Maiglöckchen und Bärlauch gemeinsam in Ihrem Garten an“, riet der Experte. „Im Lauf der Jahre vermischen sich die Pflanzen. Dann steigt die Verwechslungsgefahr.“ Verzichten auf Bärlauch – so etwas wäre schade! Denn die Pflanze ist gesund. Sie wirkt antibiotisch, fördert die Entschlackung und senkt die Cholesterinwerte.

Edle Ausstellungsstücke hatte Marita Protte dabei: sie ist die Rosenfachfrau schlechthin, hat sie doch den alten Klostergarten in Trostberg in einen öffentlichen Rosengarten umgewandelt. "Meine Lieblingsrose ist die ‚rosa alba semiplena‘“, verriet sie ihren Besuchern. „Das ist eine weiße Rose mit gelber Mitte, die intensiv duftet. Schon die Römer haben sie gekannt.“ Marita Protte gab zahlreiche Rosenstöcke gegen eine Spende ab und schrieb viele Adressen von Rosenfreunden in ihr Notizbuch. Denn sie ist ständig auf der Suche nach unbekannten, alten Rosensorten. „Es gibt Bauern im Chiemgau, die haben 100 Jahre alte Rosenstöcke. Das ist ein Kulturgut. Mich freut es, dass so viele Menschen in unserer Region über Rosen Bescheid wissen und sie pflegen.“ Im Bauernhausmuseum Amerang wird es auch nächstes Jahr eine Pflanzentauschbörse geben. Denn so ein duftendes, köstliches Erlebnis mit interessanten und wertvollen Tipps von Hobby-Gärtnern sollte sich niemand entgehen lassen.

Pressemeldung Bauernhausmuseum Amerang

Quelle: rosenheim24.de

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