Ungläubiges Kopfschütteln nach Urteilsspruch

Wasserburg - Nur aus versicherungstechnischen Gründen hat eine Radfahrerin einen kleinen Unfall bei der Polizei gemeldet. Die Folge: Der Unfallverursacher musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Mit was sich unsere Gerichte manchmal beschäftigen müssen: Wie die Wasserburger Zeitung am Montag berichtet, hielt am 30. Oktober ein 34-jähriger Landwirt aus dem Raum Wasserburg nach dem Passieren einer Baustelle mit seinem Audi kurz am rechten Straßenrand an, um anschließend rückwärts zu fahren. In der Morgendämmerung übersah er aber eine Radfahrerin (48), die hinter ihm angehalten hatte. Die 48-jährige stürzte und verletzte sich dabei leicht, sie erlitt eine Hüftprellung und klagte über Schmerzen im Oberschenkel.

Die Geschädigte räumte vor Gericht ein, keinerlei Beleuchtung an ihrem Mountainbike zu haben. Zudem bestätigte sie, dass sich die beiden Autoinsassen vorbildlich um sie gekümmert hätten. Zudem habe sie den Unfall nur aus versicherungstechnischen Gründen bei der Polizei gemeldet. Außer den Reparaturkosten für das Rad stelle sie keinerlei Forderungen.

Dennoch hatte ihre Anzeige weitreichende Folgen: Der Landwirt bekam einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung. Gegen die 30 Tagessätze zu je 40 Euro legte er aber Einspruch ein und landete so vor dem Amtsgericht, das jetzt zu einem Urteil kam: Das Gericht sah die fahrlässige Körperverletzung als erwiesen an, verringerte die Strafe aber von 1200 Euro auf 900 Euro.

Das Urteil löste beim Angeschuldigten und seinem Verteidiger Kopfschütteln aus. Der Verteidiger kündigte an, einen Einspruch gegen das Urteil zu prüfen.

Quelle: rosenheim24.de

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